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Thamnophis lebt in Nord- und Mittelamerika. Einige Arten bevölkern weite Teile der USA, andere leben nur in bestimmten Regionen. Sie bewohnen artspezifisch sowohl Küstengebiete, Steppen und Bergregionen. Für die Terrarienhaltung ist es daher unbedingt wichtig, genau zu wissen, welche Art man pflegen möchte. Den Ansprüchen der Tiere zu Folge, muß dann das Terrarium eingerichtet werden.
Auf die vielen unterschiedlichen Arten und deren Unterarten möchte ich hier aufgrund der Vielfalt nicht eingehen. Hierzu empfehle ich den Besuch bei http://www.thamnophis.com - dort kommt jeder Ratsuchende auf seine Kosten!
| Strumpfbandnattern werden
häufig als Anfängerschlangen bezeichnet. Jeder Experte rät aber dazu, die
Ansprüche der Tiere genauestens zu beachten und diese Schlangen nicht dem
Anfänger in der Terraristik zu empfehlen. Was ist an der Haltung anders? Zunächst muß man wissen, daß sich die Tiere überwiegend von Fisch ernähren. Gefüttert wird daher in der Hauptsache mit kleinen Mäusen und Stint. Stinte sind kleine Fische, die es tiefgefroren im Zoofachhandel zu kaufen gibt. Oftmals werden im Handel auch kleinere Goldfische angeboten. Auch diese werden sehr gern von den Thamnophen gefressen, dann aber lebend. |
Da der Bedarf an Vitaminen und Mineralien nicht aus dem Stint gedeckt werden kann, muß das Futter einmal monatlich (bei ausgewachsenen Tieren) mit einem speziellen Präparat eingestäubt werden. Das Futter für Jungtiere soll mind. einmal die Woche eingestäubt werden. Von Züchtern und langjährigen Haltern wird KORVIMIN ZVT empfohlen. Dies ist ein Präparat, daß für die Zucht von Ziervögeln entwickelt wurde und durch die Vereinigung der Tierärzte vertrieben wird. Man bekommt es also nur beim Tierarzt. Mitunter hört man von Vorgängen, daß KORVIMIN in Filmdosen abgefüllt, 'unter dem Tisch' gehandelt wird. Vom Erwerb solcher Mittel ist abzuraten! Es ist im Preis nicht teuer und wirklich ohne Probleme beim Tierarzt zu beschaffen. - Wer sich in diesem Zusammenhang auch einmal über die Anatomie der Schlangen informieren möchte, ist auf http://www.florida-blue.de gut aufgehoben.
Erwähnen möchte ich auch, daß alle Thamnophen sehr flinke Schlangen sind.
Also das Terrarium vergessen zu schließen, auch nur für einen kurzen Moment,
bedeutet: Tiere weg. Der kleinste Spalt wird zum Entwischen gefunden und
ausgenutzt. Beim Reinigen oder sonstigem hantieren im Terrarium muß man also
ständig voll bei der Sache sein und immer die Tiere im Blick haben. Eine
entwischte Strumpfbandnatter wieder in sichere Obhut zu bringen, ist sehr
schwierig, da sie durch ihre Schnelligkeit kaum zu finden ist und auch flink
durch ein geöffnetes Fenster entwischen kann. - Ich habe im Dezember 2000
so einen Flüchtling bei mir aufgenommen. Einen Bericht dazu gibt es hier (bitte
anklicken).
Einem Einsteiger in die Materie 'Terraristik' ist dies alles meist schnell
zuviel und er vernachlässigt seine Neulinge leicht, weil er diese Arbeiten
unterschätzt. Von daher ist es besser, man hat mit anderen Arten bereits
Erfahrungen gesammelt. Man kann einfach besser abschätzen, was da auf einen
zukommt.
Futter:
junge Schlangen werden etwa alle 5-6 Tage gefüttert (Babys alle 3 Tage). Adulte
Tiere erhalten einmal in der Woche eine ausgiebige Mahlzeit. Gefressen
wird ganzer Fisch, Fischstreifen, Stint, nackte Mäuse, Fellmäuse etc.
Zur Mineralstoff- und Vitaminversorgung stäubt man das Futter bei jeder
2. Fütterung mit KORVIMIN ZVT oder einem ähnlichen Mittel ein. Seit Ende
2006 sind die neuen Präparate von HERPETAL auf dem Markt, die sich besonders zur
Versorgung von Strumpfbandnattern und anderen Schlangen eignen dürften. Mehr
Informationen dazu gibt es hier
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Zucht: Die Thamnophis ist eine lebend gebärende Schlange. Die Paarung erfolgt bei den meisten Arten im Frühjahr, bei einigen auch im Sommer. Es werden, je nach Art, von 6 bis zu 20 Junge geboren. Bei der Aufzucht der Jungtiere ist auf peinlichste Sauberkeit zu achten.
Zum Umgang mit Thamnophen erwähnte ich bereits, daß sie beim Hantieren
unsere ständige Aufmerksamkeit benötigen. Sie sind blitzschnell entwischt!
Muß man die Tiere aus dem Terrarium entfernen (zum Beispiel zu
Reinigungszwecken oder bei Trennung bei Fütterung), bringt man sie entweder in
einem separaten sicheren Becken unter oder man gibt sie in ein hochwandiges
Gefäß mit gut schließendem Deckel.
Zum Umgang mit aggressiven Tieren kann ich aus meiner bisherigen Erfahrung
sagen: ein Biss tut nicht sonderlich weh, also keine Angst. Meistens schnappen
die Thamnophis auch nur leicht zu und es kommt nicht einmal zu einer Verletzung
der Haut. Richtig gebissen wurde ich von meinen Tieren bisher nie, kann dazu
also nichts weiter sagen. .
Hygiene ist in der Haltung von
Strumpfbandnattern sehr wichtig, da die Tiere sich leicht durch
Futtertiere an Krankheitskeimen infizieren.
Ansonsten gelten sie als gute Pfleglinge, die im Terrarium ein Alter von
12 Jahren und mehr erreichen können.
Ein Wort noch in eigener
Sache: ich war viele Jahre von Thamnophis nicht angetan. Überhaupt nicht! Für
mich waren es Nattern, die nur im Wasser liegen, Fisch fressen und durch das
Terrarium flitzen, sobald man sich diesem nähert. - Ganz einfach gesagt: ich
mochte sie nicht! Dann kam ein Bekannter und bat um Hilfe beim Kauf von seinen
zukünftigen Strumpfbandnattern. Ich informierte mich da erst genauer
über die Arten und sagte ihm dann Unterstützung zu. Er kaufte drei Tiere, ein Männchen und zwei Weibchen. Bereits nach
wenigen Tagen kam er
und flehte mich an, die Tiere zu nehmen. Er konnte nicht mit ihnen umgehen. - Wie
gesagt, ich hatte nicht so großes Interesse. Nach einigem Hin und Her ließ ich
mich breitschlagen und nahm die drei Schlangen auf. Ein Terrarium war frei und
es war schnell eingerichtet. Die Schlangen bezogen es und untersuchten neugierig
jeden Winkel. Sie nahmen ein ausgiebiges Bad und ruhten sich dann im
Sonnen-Lampenlicht aus.
Am nächsten Morgen, als ich zum Terrarium trat, schauten mich drei Köpfe auf
langen Hälsen an. Es sah so putzig aus, daß sie mein Herz mit einem Schlag
erobert hatten.
Diese morgendliche Begrüßung machten sie bis zum Spätherbst. Da begannen sie
ihre Winterruhe und kamen nur noch selten aus ihrem Unterschlupf. Bei
Reinigungsarbeiten mußte ich nie Angst haben, sie würden fliehen. Immer
bezogen sie Posten neben meinen Händen und beobachteten mich mit ihren
aufgerichteten Köpfchen. Ich vergleiche das immer mit Erdhörnchen, die mit
langem Hals aus ihrem Bau schauen, ob Feinde in Sicht sind.
Heute möchte ich diese Gesellen nicht mehr missen. Im Gegenteil,
ich habe
mich nach nun gut einem Jahr intensiver Pflege und gezielter Weiterbildung entschlossen, noch andere Arten dieser Spezies
zu halten und vielleicht in den kommenden Jahren sogar zu züchten (davon halten
mich auch einige heftige
Tiefschläge nicht ab, dazu später mehr).
Allerdings kann ich nicht sagen, und das betone ich ausdrücklich, daß eine
Thamnophis ein Tier für Terraristik-Einsteiger ist. Diese Nattern haben
sehr viele Eigenarten, die ein Neuling mangels Erfahrung nicht immer richtig
deuten kann und die ihn sehr leicht überfordern! Diese Mängel führen in
der Regel sehr schnell zum Tod der Tiere, denn bis ein Einsteiger sie
bemerkt, ist es fast immer zu spät. - Ich rate daher jedem, der sich für
Thamnophis interessiert, zunächst Erfahrungen mit anderen Schlangen zu
sammeln, Schlangen die einfacher zu halten sind und auch nicht gleich jeden
Haltungsfehler mit dem Ableben quittieren. Geeignet wären da u.a.
Kornnattern, Erdnattern, Königsnattern oder eine Boa constr. imperator. Wer
Erfahrungen hat und Lust an der Haltung verspürt, dem kann ich allerdings
nur empfehlen, sich mit diesen Nattern zu beschäftigen. Es sind einfach
faszinierende Geschöpfe !
| Literatur zum Thema: | 'Strumpfbandnattern' von Martin Hallmen und Jürgen Chlebowy |
| 'Die Strumpfbandnattern' von Frank Mutschmann |