Rotseitige Strumpfbandnatter
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Verbreitungsgebiet
der häufigsten Arten der Thamnophis sirtalis |
(Die Fotos dieser Seite sind per Mausklick in Vergrößerung zu sehen.)
Das Terrarium sollte
für 3 Tiere eine Größe von 80x50x50cm (LxBxH) nicht unterschreiten. Für
diese Art ist ein Wasserbecken erforderlich, da die Tiere gern schwimmen.
Allerdings soll der Bodengrund im Terrarium entgegen landläufiger Meinung nicht
feucht sondern trocken sein. Bei zu feuchter Haltung leiden die Schlangen sehr
schnell an Pilzinfektionen. - Als Substrat kann man verschiedene Materialien
verwenden. Buchenspäne (Räucherspäne) haben sich sehr gut bewährt. - Ich
verwende runde Kiesel und flache Bachsteine.
Eine Klettermöglichkeit muß
geboten werden und Bepflanzung ist ratsam (kann auch künstlich sein). Als
Unterschlupf eignet ich ein Stück Kork.
Zucht: Thamnophis sind lebend gebärende Schlangen. Die Paarung erfolgt im Frühjahr. Es werden meist um die 20 Junge geboren, häufig sogar mehr. - Genaue Angaben folgen, sobald sich hier Nachwuchs einstellt, also evtl. im kommenden Jahr.
Erfahrungen: Wie ich oben bereits
erwähnte, war meine gut gemeinte Idee, das Wasserbecken mit Moos
auszulegen, falsch. Kurz nachdem die Fotos (s.o.) entstanden waren, nahm ich das
Wasserbecken aus dem Terrarium. Oh je, es roch heftig ... also das ganze ab in
die Biotonne.
Der Behälter wurde gründlich ausgewaschen und kam, gefüllt mit frischem
Wasser, zurück ins Terrarium. Jetzt wird zwar täglich das Wasser gewechselt,
aber so ein unangenehmer Geruch war nicht mehr festzustellen!
Inzwischen haben sich die drei Thamnophen eingelebt. Sie sind ruhiger geworden,
was aber nicht heißt, daß sie inaktiv wären. Sie schlängeln 'mal hier, 'mal
dort - oder sie ruhen auf einem Ast oder auf und in den Grünpflanzen. - Sobald
man sich dem Terrarium nähert, schauen sie gespannt, was wohl passiert. Dabei
geht die Atmung ruhig, so daß ich daraus schließe, daß es sie nicht weiter
aufregt - sie sind nur neugierig.
Anders ist es allerdings bei Fütterung. Sobald ich mit der Dose Stinten
erscheine, erkennen sie sofort was los ist. Dann kommt Unruhe in die Tiere. Sie
begeben sich zur Frontscheibe und warten mit emporragenden Hälsen und Köpfen.
Es sieht jedes Mal sehr lustig aus. Ich muß dann immer an Erdhörnchen denken,
wie diese neugierig aus ihren Erdhöhlen schauen... während ich die Stinte
aus der Dose nehme und auf den Futterteller lege, beobachten die drei Gesellen
meine Hände genau. Wenn ich dann mit der Hand zum Terrarium greife, um die Tür
zu öffnen, weichen sie ein wenig zurück - als wenn sie sagen wollten:
"komm, stell hin, wir haben Hunger!" Interessant ist auch, daß meine
T. sirtalis p. das eingestäubte Futter sehr gern mögen. Sie suchen
geradezu nach den Brocken, die am meisten Vit.-Mineralien abbekommen haben. Dazu
wird dann auch schon einmal ein Stint von ganz unten herausgezogen.
Beim Fressen muß man die Tiere allerdings beobachten. Die ersten zwei
Fütterungen waren unproblematisch. Sobald eine Schlange ein Futtertier erwischt
hatte, zog sie sich entweder schnell zurück oder (bei Begegnung mit einer
anderen Schlange) reckte den Hals weit nach oben, so daß die andere Schlange
nicht stören konnte und die Reaktion auch akzeptierte. - Bei der folgenden Fütterung war das nicht mehr so harmonisch. Eine Schlange hatte ihren Stint
gepackt, da kam eine andere und wollte diesen Stint ebenfalls. Die erste
schnellte nicht weg wie sonst. Da packte die Zweite zu und erwischte nicht den
Stint, sondern die Schlange. Sie ließ nicht los und so begannen beide Tiere zu
ziehen. Selbstverständlich griff ich ein. Ich nahm das zappelnde Knäuel
schnell aus dem Terrarium. Da ließ die überbeißende Schlange sofort los. Ich setzte sie
zurück. Beide Tiere waren am Kopf verletzt und bluteten etwas. Sie fraßen aber
weiter. Nach einigen Minuten passierte das Gleiche, allerdings griff ich sofort
ein und auch diesmal ließen die Tiere sofort voneinander. Beim zweitenmal ging
es unblutig ab. - Die Verletzungen waren nicht schlimm, aber man sieht daran,
daß man die Tiere bei gemeinschaftlicher Fütterung nie aus den Augen lassen
darf.
Ich trenne meine Thamnophen zur Fütterung nicht. Ein Vorfall, wie gerade
beschrieben, ereignete sich bisher nie mehr. Allerdings werde ich auch in
Zukunft immer aufmerksam vor dem Terrarium wachen, wenn die Schlangen fressen.
Winterruhe: Etwa Anfang
Oktober bemerkte ich, daß meine Strumpfbandnattern ruhiger wurden. Sie waren
tagsüber nicht mehr immer zu sehen. Ich dachte an Winterruhe. So wurde die
kleine Zusatz-Wärmelampelampe ausgeschaltet und die tägliche
Beleuchtungszeit Schritt für Schritt auf 8 Stunden reduziert. Die Schlangen
hielten sich in den folgenden Wochen bis auf wenige Ausnahmen nur noch im
Versteck auf. Ich störte sie nicht, wechselte aber weiterhin täglich, bzw.
im 2-Tages-Rythmus das Wasser.
Anfang Dezember zeigten sich die parietalis wieder häufiger. Ich
wollte die Beleuchtung wieder schrittweise auf die gewohnte Zeit regeln, aber
da verschwanden die Tiere wieder in Ihrem Versteck. So weitete sich die
Winterruhe dann noch aus bis Ende Februar. Dann regelte ich die Beleuchtung wieder schrittweise auf die gewohnte Zeit von 12
Stunden. Jetzt wurde auch wieder gefressen.
| Literatur zum Thema: | 'Strumpfbandnattern' von Martin Hallmen und Jürgen Chlebowy |
| 'Die Strumpfbandnattern' von Frank Mutschmann |