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Heute (02.12.00), am späten Nachmittag klingelte es an der Tür. Unser Nachbar stand dort, etwas hilflos. Er fragte, ob wohl mal jemand von uns kommen könnte, bei ihm im Stall wäre eine Schlange. Eine Schlange? In dieser Jahreszeit? Nun, ich ging mit - und tatsächlich. Auf dem frischen Strohballen lag eine mittelgroße Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis parietalis). Sie sah etwas grau aus, aber sie schaute mich interessiert an. Bevor sie evtl. flüchten würde, nahm ich sie auf. Sie war eiskalt. Die Temperaturen machten ihr aber sicher nicht viel aus, in ihrer Heimat überwintern diese Tiere ja bei sehr niedrigen Temperaturen.
| Ich sah sie mir genauer an und
stellte fest, daß das, was ich zunächst aus der Ferne für Schmutz
gehalten hatte, eine ältere Verletzung war. Armes Viech. Genaueres war zunächst nicht festzustellen, aber bis auf die Wunde schien die Natter gesund zu sein. Der Nachbar bat mich, das Tier unbedingt mitzunehmen. Die Sache war ihm nicht geheuer und er war froh, daß ich ihm versicherte, daß die Schlange ungiftig und völlig ungefährlich sei. Natürlich hatte er Angst, es könnten noch weitere Tiere im Stroh verborgen sein. Ich erklärte ihm, daß es keine einheimische Art sei und sie mit Sicherheit aus irgendeinem Terrarium entwischt sein mußte. |
Zu Hause überlegte ich kurz, wie ich die Wunde am besten säubern könnte. Der Sand war völlig eingetrocknet und hart. So nahm ich das Tier und betupfte die offene Stelle zunächst mit in Betaisadona getränktem Wattestäbchen. Es löste sich dabei fast kein Sand, aber die Flüssigkeit ging durch die Kruste, das merkte ich am Verhalten der Schlange, sie wurde etwas unruhig und ein paar Minuten später dann völlig entspannt.
Wie alt könnte sie ein? Schwer zu sagen. Meine eigenen sind etwas größer und sind aus 1999. Vielleicht ist diese Strumpfbandnatter auch aus dem Jahr, evtl. später geboren ... oder schon monatelang unterwegs? Die Schuppen fühlten sich etwas härter an als die meiner Tiere. Es kann aber gut sein, daß sie vor einer Häutung steht. Das würde auch den 'Grauschleier' des Schuppenkleides erklären. - Wir fragten uns natürlich auch, wo sie entwischt sein konnte. Soweit es uns bekannt war, hielt niemand hier im Ort Schlangen. Tja, man weiß eben nicht alles. Es gibt hier auch große Campingplätze, falls sie schon länger frei ist, könnte sie auch von dort geflüchtet sein. Oder kriechen sie nicht so weit? Immerhin sind die Plätze etwa 600-800m weg von hier... Von irgendwoher mußte sie ja gekommen sein. Wer könnte es wissen? Unser Tierarzt vielleicht, dem wurde wohl am ehesten so ein Verlust gemeldet. Ich wollte ihn ohnehin fragen, ob die Wunde versorgt werden muß oder ob es dafür schon zu spät ist. Ein Anruf bei ihm war zunächst erfolglos, er war nicht zu Hause.
Also bezog unser Findling ein kleines Quarantänebecken. Hier gab es nur Küchentuch als Einlage, ein Schälchen mit Wasser und eine Papprolle als Versteck. Ich wollte es ihr nicht zu warm machen, ich wußte ja nicht, wie lange sie draußen gewesen war. So konnte man eine Art Winterruhe simulieren. Allerdings wollten wir sie auch nicht bei 15°C halten, allein schon wegen der Verletzung. Ich stellte ihren kleinen Kasten so auf, daß sie etwa 20°C haben mußte und machte ein paar Fotos. Sie legte sich dann so hin, daß sie mit dem Kopf zum Licht sehen konnte. Nach einigen Minuten schob ich sie vorsichtig in Richtung Wasserschälchen. Ich dachte mir, daß sie sicher Durst haben müsse. Schlangen, die entwischen verhungern ja meistens nicht, aber sie trocknen aus, mangels Wasser. Nun, sie hob ihr Köpfchen und trank genüßlich das frische Wasser. Immerhin, der erste Erfolg.
04. Dezember 2000
Heute hat es geklappt, die kleine Thamnophis
wurde dem Tierarzt vorgestellt. Er begutachtet die Wunde und bestätigt mir,
daß sie mindestens 8-10 Tage alt sein muß. Aber es gibt keinerlei
Entzündungen oder wilde Wucherungen. Der Allgemeinzustand des Tieres ist gut,
er bestätigt auch, daß sie gut genährt ist. Meine Erstversorgung mit Beta war
richtig. Da es aber manche Reptilien gibt, die jodhaltige Mittel nicht gut
vertragen, rät er mir, eine jodfreie Salbe zu verwenden. Er streicht die Wunde
ein und gibt mir die Salbe zur täglichen Anwendung mit. Nun bleibt nur zu
hoffen, daß das Tier die Kraft findet, diese Verletzung schadfrei zu
überstehen. - Bevor wir die Praxis
verlassen, ruft der Tierarzt seine Kinder herbei, die einmal eine Schlange aus
der Nähe sehen sollen. Sie waren alle begeistert, denn solche Patienten kommen
ja nicht täglich ins Haus.
Woher die Strumpfbandnatter stammen könnte, ist auch dem Tierarzt nicht
bekannt. Naja, wenn ich ehrlich bin, kann sie (er) auch gern bei uns bleiben.
Ich hab ihn schon richtig ins Herz geschlossen.
06. Dezember 2000
Extra für Ricky besorgten
wir heute frischen Stint. Vielleicht hat er ja Appetit ... er bekommt 5 Stinte
mit KORVIMIN angereichert auf einem netten Tellerchen serviert. Sogleich
schlängelt er herbei und beschaut sich die Speise. Aber fressen ? Nein, lieber
nicht. Immer wieder kriecht er zum Teller und züngelt, aber er schnappt nicht
zu. In der Hoffnung, er könnte wenigstens einen Fisch nehmen wenn er sich
allein fühlt (im Dunkeln), lasse ich den Teller über Nacht im Terrarium. - Um
ihn nicht unnötig zu irritieren, bestreiche ich die Wunde heute Abend nicht mit
Salbe (es ist vom Morgen noch eine Schicht vorhanden, das soll für heute
ausreichen).
Abends habe ich ihn einmal mit meinen Th. s. parietalis verglichen.
Abgesehen davon, daß er kleiner ist, sieht sein Schuppenkleid auch längst
nicht so schön aus. Es ist wesentlich stumpfer und fühlt sich auch rauher oder
härter an. Ich bin sehr gespannt, wann er sich häutet und wie er dann aussehen
wird. - Ich vermute, daß er doch längere Zeit in Freiheit war. Ich habe
gestern gelesen, daß Thamnophis bis zu 15 km zurücklegen, wenn sie einen
geeigneten Unterschlupf für die Winterruhe suchen. Ob das auch auf diese Art
zutrifft, weiß ich zwar nicht, aber es dürfte wohl sehr schwer sein, den
Besitzer ausfindig zu machen.
07. Dezember 2000
| Der Teller steht unverändert mit fünf Fischen
am nächsten morgen da. Schade! Die Wunde wird wieder versorgt. Ricky gefällt das überhaupt nicht. So ruhig wie am ersten Tag ist er nicht mehr. Anscheinend hat er sich doch schon etwas erholt und weiß wieder, daß man sich gegen Menschen wehren kann, indem man etwas Sekret absetzt und versucht zu fliehen ... aber die Flucht gelingt nicht und er ist gut zu händeln, wenn ich ihn erst einige Minuten in der Hand halte. Dadurch hat er Zeit, sich an die Situation, daß er sich bei einem Menschen befindet, zu gewöhnen. - Dann kann ich seine Wunde ganz leicht reinigen und einsalben. Ob Schlangen bei solchen Verletzungen wohl Schmerzen erleiden? Er zuckt zwar nie wenn ich ihn berühre, aber ich bin immer sehr behutsam, um ihm keine unnötigen Leiden zuzufügen. Beim Zurücksetzen ins Becken regt er sich gleich wieder auf und sondert Sekret ab - also nochmals das Küchenkrepp wechseln ... |
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Becken frisch gereinigt, wenigstens für einen kurzen Moment... |
10.12.2000
Der Zustand des kleinen Ricky ist unverändert. Die Wunde wird täglich versorgt, eine Änderung kann man nach so kurzer Zeit auch noch nicht erwarten. Die Ränder der Wunde werden zum Teil richtig hart. Ich gebe dort etwas mehr Salbe hin, weil ich noch immer davon ausgehe, daß er sich demnächst häuten wird. Es wäre fatal, wenn dabei etwas aufreißt.
Zwischenzeitlich habe ich schon so manches Buch gewälzt und viele Leute gefragt, ob sie mir etwas zum Heilungsprozess sagen können. Allem Anschein nach hat wohl niemand Erfahrungen mit solchen Verletzungen. Naja, im Terrarium wird man so etwas ja auch nie erleben, aber Ausreißer hatte sicher jeder Schlangenhalter schon mindestens einmal. Haben sich die Tiere da nie verletzt? Ich würde einfach gern wissen, ob diese Schlange ein Chance hat. Ob es später eine Narbe gibt, ist mir unwichtig. Wichtig wäre nur, ob sich wieder Haut bildet oder nicht und ob sie damit leben kann, falls die Stelle 'offen' bleibt.
12.12.2000
Heute habe ich in punkto Futter etwas anderes
versucht. Ich besorgte mir Pinkies (Fliegenmaden). Da die Schlange wohl doch
lange in der Freiheit gelebt hat, kennt sie sicher anderes Futter als das, was
wir unseren Terrarienpfleglingen geben. Angestoßen wurde ich darauf auch von
Sascha (danke, Sascha). Mit Hilfe einer Pinzette bugsierte ich eine dieser
Larven in die Nähe von Rickys Kopf. Er begann sofort zu züngeln, zeigte aber
keinerlei Reaktion in Richtung fressen. Eine zweite Larve gab ich auf den
Futterteller, obwohl das eigentlich überflüssig war, sie würde dort eh nicht
bleiben ... Ricky verzog sich wieder in seine Papprolle und rollte sich ein.
Abends schaute ich noch mal, ob er gefressen hätte. Nein, die Maden krochen da
noch auf dem Krepp herum.
13.12.2000
Morgens sind die Pinkies verschwunden. Durch die
Lüftungslöcher können sie eigentlich nicht verschwunden sein ... hoffe ich
zumindest. Es ist mir klar, daß er von zwei so kleinen Larven nicht satt sein
kann, aber besser die gefressen als nichts. Nun wird er als nächstes in 1-2
Tagen wieder Stint angeboten bekommen.
Lebenden Fisch möchte ich noch nicht verfüttern, weil er dann evtl. durchs
Wasser jagen würde und die Wunde wieder aufbrechen könnte. Sollte er den Stint
wieder stehen lassen, werde ich ihm allerdings ein oder zwei Fischlein
kaufen.
Inzwischen hat er den Ablauf schon gelernt, sobald sich der Deckel seiner
Unterkunft öffnet. Er regt sich dann sofort auf und würde meiner Hand zu gern
entkommen. Allerdings ist er nicht so aggressiv, daß er beißen will. Halte ich
ihn in der Hand, läßt er die tägliche Prozedur unwillig über sich ergehen.
Es gibt es neue Salbe ... neues Küchenkrepp ... frisches Wasser ... und zurück
in die Papprolle ... Deckel zu ... Wasser probieren ... Ruhe.
15.12.2000
Ricky bekam heute Stinte angeboten, aber er hatte überhaupt kein Interesse an dem Futter. Ihm gefiel es mehr, mir zu drohen ;-)
20.12.2000
Nachdem ich nun viele Tipps von Euch bekam, Ricky
doch einfach Lebendfutter zu geben, besorgte ich nun heute ein paar Fische.
Zuerst gab ich einen kleineren in die Wasserschale. Der hatte nichts besseres zu
tun, als da wieder 'rauszuhopsen und sich unter dem Küchenkrepp zu verkriechen.
Da konnte er kaum bleiben, Fische leben ja besser im Wasser ... schien der
Kleine noch nicht zu wissen ... habt Ihr schon mal versucht, eine Fisch an Land
zu fangen und gleichzeitig aufzupassen, daß eine Schlange nicht das Weite
sucht? Aber nach einer Minute (höchstens, wenn man am Jagen ist, kommst es
einem aber länger vor...) war der Flossenträger wieder im Wasser. Der wollte
da nicht bleiben und schwupp, war es wieder auf Landurlaub. Ricky war mehr damit
beschäftigt, mir zu drohen, als auf das leckere Futter zu achten. Ich ließ den
Fisch Fisch sein, setzte eine kleine Wasserschüssel mit drei größeren Fischen
ins Becken und schaute zu, was passieren würde.
Nachdem Ricky begriffen hatte, daß er mich nicht mehr erreichen konnte, schaute
er sich um, was es noch so gab. Er entdeckte den Landfisch und packte ihn! JIPPI,
Ricky frisst!!! Das war prima. Ich ließ ihn nun erst einmal allein. Nach 30
Minuten schaute ich wieder nach ihm. Jetzt waren auch zwei der Schwimmer weg und
die Schlange feucht. Na also! Und die Wunde sieht unverändert aus.
Ein schönes Gefühl ist es wirklich, wenn man so einen Querkopf überredet
bekommt. - Er wird auch im Verhalten immer frecher. Er droht nun nicht nur
sondern er stößt auch schon gern mit dem Kopf in Richtung meiner Hand.
Gebissen hat er noch nicht, aber vermutlich wird er das in den nächsten Tagen
schaffen - falls ich zu langsam bin ... ;-)
29.12.2000
Nun ist mehr als eine Woche vergangen. Eigentlich hat sich nicht viel getan. Die anfänglich vermutete Häutung steht noch aus, es tut sich in der Beziehung nichts. Nachdem Ricky nun aber ein wenig frisst, habe ich ihm eine kleine Schüssel mit Wasser in sein Becken gestellt. Er geht nun oft baden. Dadurch ist die Wunde zwar weiterhin trocken, aber die Ränder sind mehr 'ausgefranst'. Bildung neuer Haut ist bislang nicht festzustellen. Vielleicht ergibt sich da etwas, wenn Ricky sich dann eines Tages häuten wird.
05.01.2001
Hurra - Ricky hat sich heute gehäutet! Den Kopf
und den Hals hat er ganz allein geschafft, dann stockte es ein wenig. Ich nahm
ihn aus seinem Terrarium. Das gefiel ihm erst überhaupt nicht. Er schnappte
nach meiner Hand, meinte aber nicht sehr ernst. Ich half ihm dann aus dem alten
Kleid - wir häuteten gemeinsam :-)
Zum Schluß war noch ein wenig Rest rund um die Verletzung. Sehr vorsichtig
entfernte ich, was lose war. Ich zog sehr behutsam immer in Richtung Wunde.
Ricky zuckte immer mal zusammen, er hatte deutlich Schmerzen an manchen
Stellen. Dann wurde er ganz ruhig. Er presste seinen Kopf auf meine Hand
(die, mit der ich ihn hielt), als wollte er sagen: mach einfach, ich ertrage es
... Nein, ich kann ihn nicht leiden sehen und ließ ihn dann, nachdem alles
offensichtlich Lose entfernt war, in Ruhe. Aber ein Erfolg ist abzusehen: der
Rand der Wunde wird enger, ich meine damit, sie wird kleiner. Ich hoffe, daß
die Stelle mit der Zeit doch heilen wird. Es wird sicher sehr lange dauern, aber
seit heute Abend bin ich wieder sehr zuversichtlich!
Zur Belohnung kam Ricky dann in ein höheres Terrarium, in dem er auch wieder
ein wenig klettern kann. Es ist weiterhin ohne Substrat und sehr dürftig
eingerichtet, aber er kann baden, klettern und sich verstecken. - Ich hoffe, ich
kann ihn morgen für Euch fotografieren.
26.01.2001
Inzwischen ist er auch nicht mehr so versessen
auf seine Wasserschale. Ich sehe ihn zumindest nur noch selten darin. Mit dem
Fressen hat er keinerlei Hemmungen mehr, auch an Stinte geht er problemlos
inzwischen, obwohl ihm lebendes anscheinend besser schmeckt. Er frisst zwar
wenig, aber er frisst. Es kann auch gut sein, daß die Futtermenge noch mit der
Winterzeit einher geht. Meine großen parietalis sind auch noch nicht
wieder so ganz im 'Fressrausch'. - Also ich kann berichten: Allgemeinzustand
gut, Wunde heilt langsam, aber es geht voran.
Deshalb werde ich wohl in der kommenden Woche endlich daran gehen, ihn zu
entwurmen. Sein Zustand sollte dazu jetzt stabil genug sein.
21.02.2001
Viel Neues gibt es nicht zu berichten. Ricky erhielt inzwischen eine Entwurmung gegen die wichtigsten Parasiten. Der Allgemeinzustand ist ganz gut, aber mit dem Fressen hat er es nicht so. Eigentlich sollte er, seiner Art entsprechend etwas mehr Appetit haben ...
05.03.2001
Ricky frisst weiterhin wenig - zu wenig. Er
bekommt wöchentlich Stint oder Lebendfisch angeboten, aber wenn er ein kleines
Fischlein nimmt, kann ich schon zufrieden sein. Hoffentlich hat er nicht doch
noch irgendwelche Parasiten, die ihm zu schaffen machen ...
Die Wunde sieht nach wie vor recht gut aus. Die Heilung geht sehr langsam voran,
aber man sieht doch winzige Fortschritte.
12.03.2001
Heute fiel mir auf, daß Ricky etwas träge wirkt. Er ist nicht aktiv wie sonst. Sein Futter hat er nicht angerührt. Allmählich wirkt er etwas schmal, ich mache mir langsam Sorgen um den kleinen Kerl. Eine erneute Entwurmung will ich ihm in diesem Zustand nicht zumuten, also bekommt er etwas Vitaminpräparat direkt ins Maul getropft. Eine große Gegenwehr war nicht zu spüren, er ließ es fast widerstandslos geschehen. Nach der Vitamingabe bekam er noch einen frischen Fisch angeboten, den nahm er an ... immerhin hatte er wieder ein Häppchen im Bauch.
16.03.2001
Vermutlich hatte Ricky als letzten Kampf noch
sein Futter aufgenommen gehabt. Man hört und erlebt auch selbst immer wieder,
daß Reptilien in ihren letzten Tagen noch einmal recht munter werden und
regelrecht aufblühen ... Ricky hat seinen Kampf verloren, ich auch. Heute früh
lag der kleine Schlangenmann Ricky tot im Terrarium. Ich bin schon ein wenig
traurig, aber vielleicht ist es so besser für ihn. Wer weiß, was er alles auf
seiner Flucht durchgemacht hat und an welchen Leiden er wirklich litt.
Ich werde diesen kleinen Kerl nie vergessen. So viele Sorgen habe ich mir um ihn
gemacht und immer wieder die Hoffnung, daß er alles übersteht. Nun ist es
vorbei, sein kleines Herz schlägt nicht mehr.
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© R. Kohlmeyer 2000 - 2004 |