Thamnophis s. sirtalis Florida-blue
Florida Strumpfbandnatter
(Die Fotos dieser Seite sind
per Mausklick in Vergrößerung zu sehen.)
Thamnophis s.sirtalis
Florida-blue stammt, wie der Name schon sagt, aus Florida. Die Weibchen
erreichen Grüßen um 100cm, die Männchen bleiben deutlich kleiner. Die
tagaktive Schlange gilt als etwas scheu und mitunter leicht aggressiv.
 |
Die
Florida-blue (FB) wird sehr häufig im Handel und bei privaten Züchtern
angeboten. Schaut man sich die Tiere einmal an, muß man jedoch fast
immer feststellen, daß es sich nicht um Florida-blue handelt, sondern
um 'normale' Th. sirtalis sirtalis.
Durch ihr schönes blaues Aussehen ist sie in der Terrarienhaltung sehr
beliebt, allerdings gibt es nicht viel reine Tiere. Ob das Tier auf den
Fotos eine echte FB ist, muß auch bezweifelt werden. Es hat zwar einen
Blauanteil, aber dieser müßte bei einer echten FB eigentlich wesentlich höher
sein. |

|
 |
Das Terrarium sollte
für 3 Tiere eine Größe von 80x50x50cm (LxBxH) nicht unterschreiten. Ein Wasserbecken
ist erforderlich, da die Tiere gern schwimmen. Der Bodengrund im Terrarium selbst
muß trocken sein. Bei zu feuchter Haltung leiden die Schlangen sehr
schnell an Pilzinfektionen. - Als Substrat kann man verschiedene Materialien
verwenden, es sollte aber keine Erde oder erdhaltiges Material sein. Buchenspäne (Räucherspäne) haben sich sehr gut bewährt.
Eine Klettermöglichkeit muß
geboten werden und Bepflanzung ist ratsam (kann auch künstlich sein). Als
Unterschlupf eignet ich ein Stück Kork oder ein umgedrehter, mit Einschlupfloch
versehener Blumentopf. Die Temperaturen im Terrarium sollen tagsüber 26-28° C
betragen, nachts um 23°C. |
Futter:
junge Schlangen dieser Art werden etwa alle 5-6 Tage gefüttert. Adulte
Tiere erhalten einmal in der Woche eine ausgiebige Mahlzeit. Gefressen
wird ganzer Fisch, Fischstreifen, Stint, nackte Mäuse etc.; adulte
sirtalis nehmen auch größere Mäuse, sog. Springer.
Zur Mineralstoff- und Vitaminversorgung stäubt man das Futter bei jeder
2. Fütterung mit Korvimin ZVT oder einem ähnlichen Mittel ein.
|

|
|
Das Beutetier wird entweder an einem Körperende
aufgenommen oder in der Körpermitte. Die Schlange schiebt es dann mit
einer Art kauender Bewegungen seitwärts, bis sie die Beute schlucken
kann. Meistens wird das Futter mit dem Kopf voran geschluckt.
|
Zucht: Thamnophis sind lebend gebärende
Schlangen. Die Paarung erfolgt im Frühjahr, nach vorangegangener Winterruhe. Es werden
10-12 Junge geboren, die getrennt von den Elterntieren aufgezogen werden.
|
Erfahrungen: Meine
zwei Weibchen sind Nachzuchten aus 1999. Sie sind echte Florida-blue
und heterozygot für Albino. Mein Ziel wird es in den kommenden Jahren
also sein, albinotische Florida-blue zu züchten. Das wird sicher eine
spannende Sache werden.
Vom Umgang her waren die beiden Thamnophen während der ersten Tage
einwandfrei zu handeln. Das kann natürlich an der neuen Umgebung
liegen, aber ich bin ja zuversichtlich. - Jedenfalls verbrachten sie
die ersten Tage damit, sich in aller Ruhe zu sonnen. Das erste Futter
wurde ohne zu zögern angenommen, wie man auf dem Foto etwas höher
sehen kann. |
|
Tatsächlich
stellte sich bald heraus, daß zumindest eine der beiden Weibchen
etwas ungestüm ist. Sie liebt Störungen absolut nicht und verteidigt
ihr Terrarium recht eindrucksvoll ... erst ein Blick aus dem Versteck,
dann wird zum Angriff angesetzt ... ist die Hand nicht schnell genug
verschwunden, gibt es zur Strafe einen Biss (der ist allerdings nicht
weiter schmerzhaft). |

|

|
|
Nun dürften
sich die beiden Florida-blue eingewöhnt haben, sie sind jetzt gute
vier Wochen hier. Sie sind nach wie vor recht aufmerksam und
beobachten ganz genau, was vor dem Terrarium passiert. Meistens ist es
jetzt so, daß die eine auf der linken Seite oben auf der Korkröhre
liegt, die andere auf der rechten Seite hinter dem großen Stein oder
auf dem dicken Ast. Diese Eigenart mache ich mir derzeit bei der
Fütterung zu nutze. Jede bekommt ihre Maus direkt vor die Nase
platziert. So kommt es zu keinen Streitigkeiten (bisher). |

|
Auf der
Reptilien-Börse in Springe/Hannover erwarb ich ein kleines Männchen
der Florida-blue, NZ 06/01. Es war ein sehr schönes Tier, das
allerdings ein wenig Probleme machte. Zu Hause angekommen war er
apathisch und ich ging davon aus, daß er etwas ausgekühlt und
gestresst vom Transport wäre. Ich setzte ihn in ein kleines Terrarium
und stellte ihm frisches Wasser hin.
Beim Einsetzen rollte er sich mehrfach
seitwärts. was mich doch sehr nachdenklich machte. Hoffentlich ging
alles gut! Abends und nachts schaute ich einige male wieder nach der
kleinen Schlange. Sie lag regungslos da, einmal sogar auf dem
Rücken.
Am nächsten Morgen war sie tot. Ich unterrichtete den Züchter von dem
Vorfall. Er meinte, es wäre wohl der Stress gewesen ... er will das Tier
aber ersetzen. |

|
 |
 |
|
(Die Fotos entstanden, als das
Tier bereits tot war. Leider ist das zuvor sehr kräftige blau nicht so gut zu
erkennen)
|
| Fazit
zunächst: Börsenkäufe sind bestens zu überlegen! Zum Glück ist
mir in diesem Fall der Name des Züchters bekannt, aber meistens kennt
man den nicht und man steht dann hinterher mit einem dummen Gesicht und
mit einem toten Tier in der Hand da. |
-
 |
© R. Kohlmeyer
2000 - 2004
|

|