Westliche Bändernatter
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Erfahrungen: Das Weibchen war zunächst
recht ruhig, so daß ich davon ausging, ein gemütliches Tier zu besitzen. Das
änderte sich aber bereits nach wenigen Tagen, so daß sie mir bei den
Reinigungsarbeiten beinahe entwischte. Inzwischen arbeite ich mit zwei Boxen, um
ihr unnötigen Stress zu ersparen. Die leere, saubere Box wird mit Küchenkrepp
ausgelegt, dann kommen das gereinigte Wasserbecken und das Versteck (ein
umgedrehter Kunststoff-Blumentopf) hinein, zum Schluß das Tier selbst. Dieser
Ablauf hat sich gut bewährt. - Die neuen Nattern waren seit Beginn scheuer und
ein wenig hektisch. Auch für diese Schlangen verwende ich zwei Boxen wie
beschrieben.
Das Weibchen ist überwiegend tagaktiv. Sie liegt dann gern auf dem
Versteck-Blumentopf und döst vor sich hin. - Die zwei Neuzugänge konnte ich
bisher häufiger während der Abend- und Nachtstunden beobachten. Allerdings
wohnen diese zwei auch erst kurz hier, so daß man das Verhalten noch nicht
beurteilen kann.
Meine Jungtiere: am 03. Juli 2001 wurden 12 kleine Th. prox. proximus geboren. Oh, war ich stolz, denn es war nicht ganz sicher, ob dieses Weibchen trächtig war oder nicht. - Mein Weibchen befand sich ja noch in einem Quarantäne-Becken. Ich wollte sie jetzt umsetzen, daher hatte ich einen Tag zuvor noch Fotos gemacht, die ein Fachmann begutachten und mir raten sollte. Ich wolle die Schlange nun endlich in ein großes Terrarium umsetzen.
Die kleinen Schlangen sammle ich nun schnell aus dem Becken der Mutter. Alle sehen gut aus, tote sind nicht zu finden. Ich setze die Tiere in ein bereits vorbereitetes Aufzuchtbecken. Hier sollten zwar andere Jungtiere hinein, aber ich hatte noch kleine Becken frei und konnte später ein weiteres herrichten. Damit sich die Nattern sofort häuten konnten, befeuchtete ich das Küchenkrepp mit warmem Wasser. Das nutzten die Babys auch sofort, um die Haut abzustreifen. - Nun ließ ich die Kleinen erstmal in Ruhe, machte aber natürlich die Fotos. Ach, es ist zu schön, die kleinen Schlangen zu beobachten. Erstaunlich finde ich, wie aktiv sie schon sind. Schlangen, die sich ihren Weg aus einer Eischale bahnen müssen, sind nach dem Schlupf richtig geschafft und wollen schlafen. Diese kleinen Thamnophis sind ganz anders, wie die Fotos zeigen.
Interessant ist die äußere Veränderung der kleinen Nattern. Am 2. Lebenstag war deutlich zu sehen, wie sich die Dorsalstreifen ab Kopf in ein gelb umfärbten. Am 3. Tag fiel auf, daß der weiße Fleck auf dem Kopf veränderte. Nach der Geburt sah er V-förmig aus, jetzt schloss er sich bei einigen der Schlangen bereits zu einem Punkt.
Das erste Futterangebot erhielten die Schlangen am zweiten Tag, rührten es aber
nicht an. Am dritten Tag bereite ich wieder kleine Stücke Stint vor und bot sie
auf einem Futterteller an. Zunächst umkreisten sie das Futter, zeigten aber
weiter keinerlei Interesse. Ich ließ den Teller im Terrarium und schaute
abends, nachdem das Licht erloschen war, nochmals nach der Kinderstube. Siehe
da, einige hielten gerade einen Futterbrocken im Maul. Schnell löschte ich das
Licht im Raum wieder und ging leise hinaus. Sie fressen! Toll, ich war richtig
stolz auf die kleinen Kerlchen. |
Dieser Becken-Wechsel hat sich bereits bei
Quarantänebecken gut bewährt und ich halte diese Methode am stressfreiesten
für die Tiere. Die Schlangen müssen sich nur einmal mit einer etwas
veränderten Umbebung und neuen Gerüchen zurechtfinden.
Leider war über Nacht
eines der Jungtiere gestorben. Es lag neben dem Futterteller, ohne irgendwelche
äußeren Anzeichen. Wie bereits weiter oben erwähnt, ist es wohl normal, daß
einige der Jungtiere in den ersten Tagen versterben können. Also muß ich es
hinnehmen und hoffen, daß die anderen elf Zwerge Glück haben. Sie sind alle
munter und aufgeweckt. Welche allerdings Futter aufgenommen hat und welche
nicht, kann man heute nicht mehr sehen. Sie werden jetzt alle drei Tage Futter
bekommen. Ab der dritten oder vierten Fütterung werde ich Vitamine und
Mineralstoffe zusetzen.
Leider sollte es anders kommen. Die kleinen Schlangen fraßen zwar, aber sie
verdauten die Nahrung nicht. Es waren weder Urinat noch Kothäufchen zu
entdecken. Jeden Tage lagen ein oder zwei der jungen Schlangen tot im Terrarium.
Vermutlich waren die Umstände der Trächtigkeit der Mutter nicht glücklich
gewesen (Transport, Quarantäne, Entwurmung). Leider überlebte keines der
Babies.
Die Mutter-Schlange hat schnell wieder Futter angenommen. Sie blieb jedoch zunächst unter besonderer Beobachtung und bekam immer eine Extraportion Futter, damit sie sich gut von der Trächtigkeit erholen und die anstehende Winterruhe schadenfrei überstehen kann. Sie erholte sich auch sehr schnell von den Geburtsstrapazen.
- Fortsetzung folgt -
| Literatur zum Thema: | 'Strumpfbandnattern' von Martin Hallmen und Jürgen Chlebowy |
| 'Die Strumpfbandnattern' von Frank Mutschmann |