Home zurück

Thamnophis marcianus marcianus II

Karierte Strumpfbandnatter


(Die Fotos dieser Seite sind per Mausklick in Vergrößerung zu sehen.)

 

marcianus1_adult

Dann war es endlich soweit, die neuen Tiere kamen ins Haus:
Ein Männchen, daß mit den beiden jungen Weibchen eines Tages eine Zuchtgruppe bilden soll und ein adultes Zuchtpaar (
Fotos links und rechts). Die adulten Tiere sind beachtlich groß, besonders dann, wenn man zuvor nur mit Jungtieren dieser Art zu tun hat.
Wie mir der Züchter sagte, ist es denkbar, daß das Weibchen trächtig ist, da er Paarungsversuche beobachten konnte. 

marcianus2_adult

Bei marcianus soll es Tiere aus einigen Verbreitungsgebieten geben, die zweimal jährlich Junge werfen. Von daher wäre eine Trächtigkeit nicht auszuschließen. Vom Umfang der Schlange her könnte es durchaus sein, aber es wäre mir auch recht, wenn es erst im nächsten Jahr zur Nachzucht kommt... Die beiden Tiere sind wirklich sehr schön gezeichnet und ich freue mich, ihnen ein neues zu Hause bieten zu dürfen.

Das Terrarium hat die Maße 80x50cm und ist 50cm hoch. Ausgestattet ist es mit Buchenspänen, einigen Zweigen, Steinen und Korkstücken. Eine Wasserschale ist vorhanden, ein Futterteller wird zu jeder Fütterung in das Terrarium gestellt. Die Temperaturen liegen um 26-27°C, die Beheizung erfolgt ausschließlich durch die Lampe und deren Vorschaltgerät. 
Nun fragt sicher jeder, der mich kennt: wieso macht sie keine Quarantäne? Nun, da ich die Tiere gemeinsam erworben habe und sie auch zusammen bleiben, haben sie zwar ein eingerichtetes Terrarium bezogen, eine Kotuntersuchung wurde dennoch durchgeführt. Das tue ich nicht, weil ich dem Vorbesitzer mißtraue, sondern weil es auch auf dem Transport zu Infektionen oder dergl. kommen kann. Das die Tiere ganz besonders beobachtet werden, versteht sich von selbst. - Wären die Tiere aus unterschiedlichen Beständen, hätte ich sie keinesfalls gleich in ein gemeinsames Terrarium gesetzt! Bei diesem Paar kommt hinzu, daß die Möglichkeit gegeben ist, daß das Weibchen trächtig ist. Ich werde sie also so wenig wie irgend möglich durch Stress belasten. Sollte ich eines Tages sicher sein, daß es Nachwuchs gibt, werde ich das Männchen rechtzeitig einzeln setzen.
Unsere Tiere erhalten alle eine lange Eingewöhnungszeit. Ich werde oft belächelt, aber ich vertrete die Meinung, daß sich die Tiere neben der neuen Umgebung auch an das neue Klima innerhalb und außerhalb des Terrariums gewöhnen müssen. Wir leben an der Küste und hier ist zum einen immer eine höhere Luftfeuchtigkeit, zum anderen ist (wenn auch nur ein sehr geringer) Salzgehalt in der Luft. An dieses Klima muß sich jedes Tier zunächst gewöhnen. Wir haben aber glücklicherweise nie beobachten können, daß es sich negativ auf die Tiere auswirkt. - Was tun wir nun gezielt? Im Prinzip nichts. Wir setzen die Neuzugänge in ihre Becken und lassen sie in Ruhe. Aus sicherem Abstand werden sie beobachtet, aber nie so, daß sie in ihrem Verhalten gestört werden könnten. Je nach Anweisung der Züchter/Vorbesitzer werden sie gefüttert. Reinigungsarbeiten erfolgen allerdings von Anfang an regelmäßig. Das dies für die Tiere so schonend wie möglich geschieht, ist für uns immer selbstverständlich. Dabei sieht man auch recht gut, wann die Tiere Vertrauen fassen und auch die ersten neugierigen Blicke wagen. Auf diese Weise wurde bei uns bisher jedes Tier eingewöhnt und alle hatten recht bald Zutrauen zu uns. 

marcianus Weibchen Das Th.marcianus-Paar riskierte bereits nach einer Woche die ersten neugierigen Blicke, wenn ich mich dem Terrarium näherte. Jetzt, etwa eine Woche weiter, bleiben sie ruhig liegen, selbst wenn ich nachts einmal das Licht einschalte, um nach dem Rechten zu sehen.
Mit der Futteraufnahme gab es von Beginn an keinerlei Probleme. Die beiden adulten Tiere erhielten immer ihr Futter auf einem Teller und es kam nie zu Streitereien.

marcianus W

Weibchen Nach der Eingewöhnung gestaltete ich das Terrarium etwas um. Der Kletterast wurde aufrechter gestellt und es kamen mehr Kunstpflanzen in das Becken. Sofort untersuchten die beiden Thamnophen die neue Einrichtung und der Kletterast wurde ab da vom Weibchen in Beschlag genommen. Jetzt liegt sie jeden Tag auf ihrem Ast und sonnt sich.
Das Männchen verbringt die Tage fast ausschließlich auf den etwas tiefer angebrachten Kunstfarnen. Diese zwei Thamnophen sind absolut ausgeglichen vom Charakter. Es macht viel Spaß, sie tägl. zu beobachten!

Weibchen am  07.10. Hier nochmals zwei Fotos des vermeintlich trächtigen Weibchens. Leider ist eine Spiegelung drauf, aber man sieht doch ganz gut, daß die Natter wieder an Umfang zugelegt hat. Sie liegt tagsüber fast ausschließlich auf dem Ast unter der künstlichen Sonne. Nachts ist sie nicht mehr im Versteck sondern liegt hinter diesem. Anfang Oktober frisst sie nur wenig, am 10.10. nimmt sie kein Futter mehr. Wenn sie denn nun trächtig ist, sollte die Geburt wohl bald einsetzen. - Ich bin sehr gespannt, vielleicht ist ja auch gar nichts los ... 07.10.
Bis Ende November nahm das Weibchen wenig bis gar kein Futter an. Ich ging davon aus, daß sich die Tiere auf den Winter vorbereiten. Tja, erstens kommt es anders - und zweitens als man denkt ... am 03. Dezember überraschten mich 14 kleine Thamnophis im Terrarium. Sie lagen, als ich mittags in den Raum kam, alle oben auf dem Farn oder auf dem Ast. Es war ein wunderschöner Anblick, da das leuchtende Gelb auf dem dunklen Farn extrem wirkte! - Die Mutter lag zufrieden hinter dem Korkversteck. Wie es mit den Kleinen weiterging, berichte ich auf einer anderen Seite -bitte hier klicken- Futter bekommt das Weibchen zwei Tage nach der Geburt. Vom Aussehen kann ich nur sagen: nun sieht sie wieder aus, wie ein Thamnophis-Weibchen, kräftig, aber. relativ schlank ... Foto folgt.

 

Th.m.m. het. für Albino

Ja, es tut sich immer etwas in unserem Bestand! So konnte ich ein Pärchen wunderschöner Th. marcianus marcianus übernehmen, die heterozygot sind für Albinismus! Die Nattern sind jetzt zwei Jahre alt, können also im kommenden Jahr verpaart werden. Bereits jetzt sieht man einen deutlichen Farbunterschied zu den normal gefärbten Th.m.marcianus! Auch dieses Pärchen hat einen sauberen Charakter, sie sind ruhig und absolut ausgeglichen. Zu diesem Pärchen gibt es bei den Albinos mehr Informationen.

 

Literatur zum Thema: 'Strumpfbandnattern' von Martin Hallmen und Jürgen Chlebowy
'Die Strumpfbandnattern' von  Frank Mutschmann
eMail

© R. Kohlmeyer 2000 - 2004

Pfeil