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Warane leben heute noch in Afrika, Australien und Süd-
und Südostasien. Man geht davon aus, daß sie einst die gesamte Welt bevölkert
haben. Allerdings sind nicht viele fossile Funde von Waranen erhalten. Dies ist
auch bedingt durch die Größe, die die Urverwandten der heute noch lebenden
Vertreter hatten. Die ersten Waran-ähnlichen Echsen kann man für die späte
Jura (vor 180 Mio. Jahren) nachweisen. - Inwieweit welche der Waranarten
miteinander verwandt sind, ist wissenschaftlich noch unklar, daher gehe ich
darauf nicht weiter ein.
Der kleinste ist der Zwergwaran (Varanus brevicauda) mit 20 cm Länge.
Zwergwarane wiegen max. 500g. Als größter
wird in der Literatur der auf den indonesischen Komodo-Inseln lebende Komodowaran mit
angeblich über 3m
Länge und einem Gewicht von 100-150kg. Damit wäre er derzeit die größte lebende Echse der
Welt. Nachgewiesene Größen liegen allerdings darunter, das höchste bewiesene
Gewicht dieser Echsen wird mit 54 kg angegeben.
Als Kind sah ich einmal einen Bericht im Fernsehen über die Komodo-Warane, der
mich bis heute fasziniert. Damals gab es noch viele dieser Tiere. Sie liefen auf
den Verkehrswegen und Straßen umher und stellten eine Bedrohung für die
Bevölkerung dar. Es soll damals vorgekommen sein, daß diese Warane Menschen
angegriffen und getötet haben sollen. Und dennoch haben diese urigen Tiere
etwas ganz besonderes an sich ...

Warane sind überwiegend Bodenbewohner, einige Arten leben jedoch auch bevorzugt auf Bäumen. Sie besiedeln Wüsten ebenso wie Regenwälder, einige Arten sind überdies in der Lage, sich den Umweltbeschaffenheiten anzupassen.
Die reinen Bodenbewohner tragen einen runden Schwanz. Die Arten, die im oder am Wasser
leben, haben einen seitlich abgeflachten Schwanz. Mit einem Greifschwanz ausgestattet ist
der Smaragd- oder Baumwaran (Varanus
prasinus). Zur Zeit sind 45 Arten beschrieben und
registriert.
Bis auf eine Art (Varanus olivaceus) sind alle Warane Fleischfresser. Die großen Warane ernähren sich in der Hauptsache von Wirbeltieren, auch Aas
verschmähen sie nicht. Die kleineren Arten nehmen neben Kleinsäugern auch Insekten aller
Art, Eier und andere Echsen. Warane töten Giftschlangen, fressen Krokodileier
und für die Menschen schädliche Insekten, so daß sie in einigen
Gebieten der Welt gern gesehen sind. In anderen Regionen dienen die Warane der
Ernährung der Menschen.
Da Waranhaut sehr zäh und stabil ist, wird sie gern zur Leder verarbeitet. Vom
Lendenschurz bis zum Uhrenarmband findet das Leder jede nur denkbare Verwendung.
Am häufigsten wird der Bindenwaran (Varanus salvator), der Nilwaran (Varanus
niloticus), der Wüstenwaran (Varanus griseus) und einige andere Arten zur
Ledergewinnung gejagt.
Alle Warane sind eierlegend und verpaaren sich in der Regel nur einmal im Jahr. Die Gelegegrößen schwanken, je nach Gesundheitszustand des Weibchens. Genaue Zahlen sind auch hier nicht bekannt.
Terrarienhaltung: Berichte,
das der Pfleger nur mit Kettenhemd und Eisenstange bewaffnet, zu seinen Tieren gehen kann
(und auch dies keinen ausreichenden Schutz bietet), gibt es viele zu lesen. Sicher sind
die Darstellungen für die großen Arten auch nicht übertrieben. Die meisten
Großwarane sind sehr aggressiv. Einige
Ausnahmen gibt es natürlich auch hier.
Die mittleren und kleineren Arten sind zur Haltung im Terrarium aber meistens geeignet.
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Die Tiere benötigen einen großen Lebensraum, der unter 'normalen' Wohnungsbedingungen kaum zu erschaffen ist. Warane wachsen sehr schnell. Das muß man bei der Terrarienplanung berücksichtigen. Dazu kommt die allgemeine Aggression und Gefahr, die von ihnen ausgeht. Ich denke, man sollte auf die Haltung der größeren Arten verzichten. Nilwaran (Varanus niloticus), Bindenwaran (Varanus salvator, Foto) und Steppenwaran (Varanus exanthematicus) beispielsweise, sind sehr schöne Tiere. Ich würde z.B. den Bindenwaran aber eher zu den großen und riskanten Arten zählen, obwohl auch Fälle bekannt sind, daß solche Tiere gezähmt wurden. |
Ein breiter Temperaturbereich von 19-44°C sollte eingeplant werden, das läßt sich nur in sehr großen Terrarien (eigenen Räumen) ermöglichen. Die Einrichtung sollte die Tiere zu Streifzügen ermutigen, was sie ja auch in der Natur täglich machen würden, um Nahrung zu finden. Unterschlupfmöglichkeiten und ggf. Badeplätze müssen, der Art entsprechend, eingerichtet werden. Eine Beleuchtung mittels HQI-Strahlern hat sich bewährt.
Es empfiehlt sich, die Wände zu fliesen. Auf unbedingte Versiegelung jeglicher Fugen und Spalten ist zu achten. Holz ist zur Einrichtung nicht unbedingt geeignet, es kann aber mit Epoxydharz versiegelt werden. Ein Aufbau aus 'Ytong-Steinen' gestaltet sich preisgünstig und haltbar. Die Steine müssen verputzt und anschließend gegen Feuchtigkeit versiegelt werden. So lassen sich auch künstliche Felsspalten und Höhlen errichten.
Der überwiegend auf Bäumen lebende Smaragdwaran
(Varanus prasinus) ist beispielsweise ein kleinerer und dem Menschen gegenüber
verträglicherer Genosse seiner Art. Nach Nietzke (1984) kommt ein Paar mit einem
Terrarium mit den Mindestmaßen 200x80x140cm (LxBxH) aus, Einzelhaltung ist allerdings
günstiger, da die Tiere untereinander meist unverträglich sind. - Das Terrarium sollte
mit lockerer Erde und Rindenmulch und sehr viel Klettergeäst eingerichtet sein. Das Klima
soll dem tropischen Regenwald entsprechen, also 60-70% Luftfeuchtigkeit am Tag und 80-90%
während der Nacht und Temperaturen von 25-28°C, lokal um 35°C .
Der Smaragdwaran ernährt sich überwiegend von Heuschrecken und anderen Insekten. Junge
Mäuse werden nicht verschmäht. Auf eine ausgewogene Vitamin- und Mineralstoffgaben muß
geachtet werden.
Ein weiterer kleiner Vertreter dieser Art ist der
Zwergwaran (Varanus storri). Er erreicht eine Länge von bis zu
45cm. Er ist hell- bis dunkelbraun und besitzt einen dicken bestachelten Schwanz.
Zwergwarane sind untereinander aggressiv und benötigen ein Terrarium von 1m² bei
Einzelhaltung. Die Einrichtung sollte aus Kies und Felsaufbauten mit Höhlen und
Sonnenplatz bestehen.
Auch dieser Waran ernährt sich von Insekten und nestjungen Mäusen.
| Der Weißkehl-
oder Kapwaran (Varanus albigularis)
ist ein kräftiges Tier, in trockenen
Steppen Afrikas beheimatet. Er kann Längen von fast 2m erreichen, meist wird er 100-140cm groß. In Gefangenschaft bleiben die Tiere deutlich kleiner (um 75cm). Der Kapwaran ernährt sich von Vögeln, Säugetieren, Echsen und Aas. Kapwarane wurden bereits erfolgreich in Terrarien nachgezüchtet. Bei Terrariengrößen von mind. 10 Quadratmetern können Gruppen von mehreren Tieren gehalten werden. |
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| Der Dumerilwaran
(Varanus dumerilii) stammt aus
Indonesien (Malaysia, Thailand, Burma). Er ist dort in den Wäldern und
Mangrovensümpfen zu finden. Er erreicht eine Größe von ca.120cm. Die Nahrung besteht aus Krebsen und Krabben, Aas, Säugetieren und Vögeln. Dieser Waran ist im Terrarium gut zu halten und gilt als friedlich und ausdauernd. Das Tier auf dem rechten Foto wurde auf der Schlangenfarm in Schladen fotografiert. Es lag lange Zeit regungslos in dieser Position, aber es beobachtete immer sehr aufmerksam seine Umgebung. |
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Dumerilwaran |
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Besonders beschriebene Arten |
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Varanus acanthurus | Stachelschwanzwaran |
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Varanus exanthematicus | Steppenwaran |
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Varanus caerulivirens | Türkiswaran - im Aufbau |
| Hier noch ein schönes Tier, fotografiert von Ingrid Schäfer im Bali-Zoo |
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Buchtipp: "Welt der Warane, Warane der Welt" von Daniel Benett, übersetzt von Thomas Wilms
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© R. Kohlmeyer 1999 - 2004 |
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