Pflegebericht über JONAS, den
Iguana iguana (Grüner Leguan)
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1. Tag: 19.10.1999 - 08.25 Uhr
Telefon klingelt - verdammt, hab die ganze Nacht an meiner neuen Homepage gebastelt, wer stört denn jetzt? 'Mein' Zoohändler! "Nanu, ich komm doch nachher. Was brauchst Du denn noch extra?" frage ich, bemüht mir meine genervte Laune nicht anmerken zu lassen... "Deine Hilfe, ich hab ein Riesenproblem..."
Er hatte ein Riesenproblem! Ein Grüner
Leguan, der dort seit etwa zwei Wochen auf einen neuen Besitzer wartet, war erkrankt. Na
ja, vielleicht ist er gar nicht richtig krank - immerhin: das Tier hat Milben und sehr
akute Häutungsprobleme. - Mir war das mit der Häutung ja schon letzte Woche aufgefallen,
aber so genau wusste ich das nun auch nicht, Iguanas waren bisher nicht so ganz mein
Gebiet.
Um es abzukürzen, er fragte ob ich das Tier nicht in Pflege nehmen könne und versuchen ihn
zu heilen. Ja, ausgerechnet ich! Ich weiß zwar, wo und wie sie leben, was sie fressen (so
in etwa wenigstens) und wie sie aussehen, aber dann hört's auch auf. - Auf der anderen
Seite ist ja klar, daß der arme Kerl nicht im Laden sitzen kann. Terrarium hab ich auch
leer ... aber: schaffe ich das? Erbitte Bedenkzeit.
8.50 Uhr
Wieder Telefon - wieder Markus, mein Händler. Logisch, dem Tier muß geholfen werden.
Geht nicht im Laden. Versuch ich's oder laß ich's ? - Das arme Vieh - nein, ich versuche
es. "JA ! Besorge was zum Transport (immerhin 45 km, und warm ist es
draußen auch nicht mehr), ich komme nicht mit dem Pferdehänger!" "Jo,
geht los..." jubelt er fast.
Terri-Heizung an, Licht an, Sand raus, desinfizieren alles, Zeitung rein, Korkäste
abgespült, fertig. Nein, ein Kaffee muß noch sein, unbedingt. - Mein Mann war irgendwie
wohl angetan von meiner Aktion, jedenfalls fuhren wir gemeinsam los.
11.55 Uhr
Wir kommen im Laden an. Oh ja, der kleine Kerl sieht nicht glücklich aus. Klein?
Nein, nicht klein für mein Verhältnis. Meine größten Echsen sind die Blauzungenskinke
mit ca. 50 cm. Die empfand ich bisher als Riesen. Der Iguana ist wohl so etwa 90 cm lang,
oder mehr?
Was frisst er denn am liebsten? Spinat, den mag er gern! Spinat? Wo um alles in der Welt
bekomme ich Spinat her? Wir wohnen auf dem Lande ... SPINAT !!! Der Leguan kommt in eine
vorgewärmte Styro-Box und auf geht's. Der Händler ist überglücklich über unsere Hilfe
und wir verlassen mit etwas gemischten Gefühlen den Laden. Spinat, ausgerechnet! Morgen
wäre ja Wochenmarkt ... Das Thema beschäftigte mich irgendwie während der ganzen Fahrt.
- Zu Hause war das Terrarium schon gut durchgewärmt, die Temperatur stimmte. Der Bursche
konnte einziehen. Erst mal einsprühen mit Ungezieferkiller und dann behutsam ins neue
Terrarium gesetzt. Wasserbecken 'rein, und in Ruhe lassen für heute.
15.00 Uhr
Bücher wälzen - Spinatthema. Da steht auch gleich was: Spinat wäre nicht gerade gesund
meint der Autor. Kann stimmen. Das lasse ich also mal lieber. Heute hat er ja auch schon
gefressen. Also soll er sich in Ruhe an das Terrarium gewöhnen.
Macht er denn auch. Erst mal die Rückwand betrachten. Dann traut er sich unter die
Wärmelampe. Schön. Wird ihm gut tun ... den Milben auch ... aber irgendwo muß man
anfangen! Etliche von den kleinen Ekeln liegen schon auf dem Rücken am Boden ... hihi ...
das ist gut! So soll's sein! Die Milben sind schnell in den Griff zu bekommen. Über die
Hautfetzen muß ich mir noch Gedanken machen. Am Schwanz hat er leider auch schon
Einschnürungen, leichte, aber sichtbar. Morgen werde ich ihn baden und evtl. mit Babyöl
einreiben. Solange er hier zu Gast ist, werde ich ihn JONAS nennen.
17.00 Uhr
Mein Mann hat schöne Karotten mitgebracht und Eisbergsalat. Also gibt's morgen
Karotten-Salat und Kiwi als Nachspeise. - Ab und zu kuckt Jonas ja schon mal vorsichtig zu
mir 'rüber. Aber sobald er meinen Blick bemerkt, ist der Kopf weg ...
2. Tag: 20.10.1999
Jonas hat offensichtlich gut geschlafen. Er sitzt jetzt wieder unter dem Wärmestrahler und genießt die Ruhe. Mittags futtert er die Weintrauben von gestern ... heimlich damit ich es nicht merke.
18.10 Uhr
Nun ist es genug für heute. Wie kriege ich ihn jetzt abgetrocknet? Versuchen ist die
Parole. Handtuch (jetzt schön warm) auf den Tisch, Jonas vorsichtig und langsam aus dem
Wasser gehoben - auf das Handtuch gesetzt. Handtuch locker um ihn gelegt ... er hält
völlig still. Ich nehme ihn (eingewickelt im Badetuch) auf den Arm, weil ich ihn
erst mal aufwärmen möchte. Nur sein Kopf und der lange Schwanz sind noch zu sehen. Jonas scheint
es förmlich zu genießen. Er kuschelt sich fest an meinen Körper. Mit meinem grünen
Baby auf dem Arm verweile ich erst mal ein paar Minuten, damit er trocken wird. Ja, Stolz
erfüllt mich auch, klar! Ein Blick in die Wanne zeigt meinen/unseren Erfolg ... es
schwimmen da eine Menge alte Hautfetzen. Armer Jonas. Was muß er gelitten haben. Aber von
Milben keine Spur mehr ... wieder Stolz ... alle Krabbelviecher hin.
3. Tag: 21.10.1999
Heute morgen sieht Jonas zufrieden aus.
Leichte Hautablösungen am Rückenkamm und am Körper sind wieder sichtbar. Mal sehen, was
das heutige Bad bringt.
Zu Futtern gibt es Salat und Karottenschnitzel, aber so richtig begeistert scheint er von
dem Mahl nicht zu sein. Wir verzichten auf das Bad - in der Hoffnung, daß der Jonas doch
noch Hunger bekommt.
4. Tag: 22.10.1999
Muß geschäftlich weg und so bleibt keine Zeit für ein ausgiebiges Bad. Dafür gibt es wieder Karotten und Salat zu futtern. Jonas macht einen zufriedenen Eindruck, von den Milben ist nach wie vor nichts zu sehen. Abends sprühe ich das Terrarium zusätzlich mit warmem Wasser aus. Der Leguan genießt die Dusche.
5. Tag: 23.10.1999
6. und 7. Tag: 24.-25.10.1999
Jonas hat seine Ruhe. Er frißt, wenn auch wenig. Am zweiten Tag bekam er Mango mit Haferflocken. Er hat es gefressen, nachts dann den Rest auch...
8. Tag: 26.10.1999
11. Tag: 29.10.1999
Jonas versteckt sich nun zwischendurch
manchmal in der dicken Korkröhre. Wie ich gelesen habe, ist das ein normales Verhalten
und in Ordnung. Ansonsten verbringt er den Tag mit Beobachten und schlafen. Ich kann ihn
heimlich dabei beobachten, wie er zum Wasser geht und trinkt. Nur bemerken darf er meine
Blicke nicht, dann schielt er verstohlen zur anderen Seite und tut, als wäre nichts
gewesen...
Zu futtern bekommt er heute eine halbe Zucchini, in kleine Stücke geschnitten. Ich denke,
es ist viel zuviel, aber versuchen will ich es. Der Teller steht noch gar nicht ganz im
Terrarium, da ist Jonas schon da. Nanu? Was ist das? Er frißt, obwohl ich nur knapp 2m
vor ihm stehe. Ist doch eigentlich nicht seine Art ... schon hüpft er auf seinen
Lieblingsplatz. Na, ob's ihm doch nicht schmeckt? Abwarten. Eine halbe Stunde später ist
der Teller fast leer. Kurze Zeit später ist alles aufgeputzt, auch die Stückchen, sie er
verstreut hatte. Ich bin stolz! Eine halbe Zucchini! Abends erzähle ich Thomas Tümmers
davon. Er sagt mir, daß die Grünen Leguane dieses Futter sehr gern fressen. - Ja, das
kann ich bestätigen!
12. Tag: 30.10.1999
Heute früh liegt Jonas wieder in der
Korkröhre. Eigenartig ist es schon, irgendwie habe ich immer Angst, er könnte gestorben
sein. Deshalb öffne ich dann immer mit gemischten Gefühlen das Terri und berühre seinen
Schwanz, der ja immer irgendwo 'rausguckt. Jonas zuckt dann jedes Mal leicht und 'rutscht'
ein paar Zentimeter vorwärts. Ein totes Tier kann nicht zucken, also alles in Ordnung.
Gebadet wird heute auch. Nachmittags arbeite ich noch etwas an meiner Page ... das Terri
mit Jonas steht mir praktisch im Rücken ... ich merke schon, daß er munterer wird. Es
hat sich an seinem Kopf schon wieder Haut gelöst. Er versucht, sie abzuscheuern. Auch
habe ich den Eindruck, daß er 'zum Spaß' durch sein Terrarium spaziert ... mit
vernünftiger Körperhaltung und ohne schleifenden Bauch!
Abends will ich ihn baden. Grade hat er sich in sein Wasserbecken entleert. Schön, besser
als neulich - und ins Wasser ... auch nach Leerbuch ... Badewanne steht parat ... Terri
auf ... aber der Jonas regt sich auf, schnappt nach meiner Hand und schlägt mit dem
Schwanz. JONAS LEBT !!! Ich lasse ihn im Becken ... er verhält sich endlich normal! ...
Freude !!!
Belohnung: Es gibt wieder Zucchini zu fressen. Klar, was sonst? Als Zugabe
bekommt Jonas ein paar Blätter Eisbergsalat und Vitamine in Flüssigform. Da er gestern
seine Portion innerhalb weniger Minuten verspeist hatte, schneide ich ihm etwa eine
Dreiviertel Zucchini zurecht plus drei große, knackige Salatblätter. Ich will wissen,
wie viel er nun frißt, wenn er genug im Napf hat. Die Schüssel steht noch nicht richtig
am Platz, da kommt Jonas schon gierig an. Hatte er etwa wirklich Hunger? Er futtert etwas
Salat und einige Stücke Zucchini, dann erst mal unter den Wärmestrahler ... das kenne ich
schon ... er wartet, bis ich nicht mehr zusehe. Stimmt, aber ich schiele doch ... er
bemerkt es prompt ... Futterpause! Jonas ist ein lustiger Kerl.
Und heute ist meine Hoffnung sehr gestiegen, daß er das ganze Dilemma doch noch gut
überstehen wird.
16. Tag: 03.11.1999
Jonas wird ständig aktiver, zwar in kleinen Schritten, aber immerhin! Er frißt schon recht gut, am liebsten nach wie vor Zucchini und Eisbergsalat, aber Paprika und Kiwi verschmäht er auch nicht. Mit der Häutung geht es schleppend voran, aber immerhin. Wenn man bedenkt, wie er noch vor zwei Wochen aussah, dann hat er sich kräftig 'gemausert'. Wenn er ganz futterfest ist, kann er zurück. Ich denke, das wird wohl in ca. einer Woche der Fall sein. Mal sehen...
18. Tag: 05.11.1999
Der Leguan scheint ein Spätaufsteher zu sein.
Er kommt immer erst gegen Mittag aus seiner Korkröhre und setzt sich verschlafen unter
den Strahler. (Dafür kommt er abends spät zur Ruhe. Ein Nachtleguan ...) Mit einem Auge
schielt er dann zum Futternapf, ob sich der Abstieg dorthin lohnt.
Heute wird wieder gebadet, trotz allen Widerstandes. Der Schwanz fühlt sich irgendwie
noch immer sehr hart an, obwohl er wieder einigermaßen Farbe hat. Die in Büchern
beschriebene 'leicht zusammengedrückte Form' kann ich ebenfalls nicht feststellen. Der
Schwanz ist eher rund.
21. Tag: 08.11.1999
23. Tag: 10.11.1999
Es ist jetzt klar, weshalb Jonas seine Farbe
verloren hatte: ich denke, er hat/hatte Schmerzen. Die Sorge um den Schwanz hat sich heute
weitestgehend erledigt . . . Jonas sollte baden, das Wasser war bereit . . . er wollte,
wie üblich, nicht gern aus seinem Terrarium heraus. Ich nahm ihn (heute mit Handschuhen)
auf den Arm und wollte ihn langsam ins Wasser setzen. Da begann er wie wild mit dem
Schwanz zu schlagen. Dabei brach der Schwanz ab! Er hing noch an einem dünnen Hautfetzen
. . . mein Mann zog ihn ganz ab (mit sehr gemischten Gefühlen). Die Bruchstelle liegt
etwa 2cm im 'gesunden' Bereich, somit hoffe ich, daß damit das Thema Nekrose erledigt
ist, aber wer weiß . . . Aus dem Bad wurde somit nicht viel. Er war zwar noch kurz im
Wasser, aber wir hielten es für besser, die Wunde zu desinfizieren und ihn wieder ins
Terri zurückzusetzen. Eigentlich hätte ich ein Foto von der Wunde schießen müssen,
aber das käme mir vor wie Sensationsjournalismus . . . nein, das muß nicht sein!
Jonas tut mir wahnsinnig leid und mein Magen und die Knie flattern noch jetzt. Aber es ist
so sicher besser für das Tier, der Schwanz wäre ja eh verloren gewesen (*heul*). Ich
habe den Händler gleich informiert über den Stand der Dinge. Er hat bereits einen
Interessenten gefunden, bei dem Jonas es endlich richtig gut haben soll. Ich wünsche es
dem Tier von Herzen!
Zum Ausgleich der Strapazen bekommt mein grüner Freund heute wieder sein Leibgericht:
Zucchini ! Als Leckerei gibt es ein paar rote Weintrauben und etwas Birne. Jonas freut
sich und futtert fleißig.
Abends im Chat erfahre ich von Stefan Schemmick, daß die Wunde vermutlich innerhalb von
einer Woche zugeheilt sein wird. Er meint auch, daß die verbliebene Schwanzlänge -knapp
20cm sind weg- ausreichend ist, das Tier also nicht unter Mängeln zu leiden haben wird
(der Schwanz ist ein wichtiges Fettreservoir). Ich lerne, daß ein Verlust des kompletten
Schwanzes bei einem Leguan (sicher auch bei Agamen) zum Tode führen kann, weil eben diese
Fettreserven verloren gehen. - Danke Stefan!
Und wenn ich darüber nachdenke fällt mir ein, daß mein großer Bartagamen-Mann ja nur
noch etwa die Hälfte seines Schwanzes besitzt. Es wird mir jetzt klar, warum er
wesentlich häufiger Fressen aufnimmt als die Weibchen. Er wird es folglich tun müssen,
da er weniger Fette speichern kann - logisch...
24. Tag: 11.11.1999
Ich bilde es mir sicher ein, aber mir kommt Jonas heute etwas 'farbiger' vor ... Die Schwanzwunde sieht heute ganz gut aus, es ist trocken und leicht 'überschorft'. Außer Salbe 'draufstreichen, machen wir heute nichts mit ihm. Das Menü des Tages: Zucchini, Eisberg- und Feldsalat, garniert mit Williams-Christ-Birne und roten Trauben.
25. Tag: 12.11.1999
Jonas liegt müde auf seiner Korkröhre und döst vor sich hin. Das
Obst von gestern liegt noch im Napf. Na denn eben nicht ... er scheint kein Obstesser zu
sein ... allerdings ist sicher: Jonas liebt Zucchini und Salate.
Wundversorgung, Wasserbecken auffrischen und Füttern, das war der heutige Tag.
28. Tag: 15.11.1999
Heute ist der Leguan noch da. Er ist ja ein
netter Kerl, da gibt's nichts. Aber mir wäre er zu groß und zu ungestüm. Eine Haltung
in einem Terrarium unter 2m Länge und entsprechender Höhe könnte ich mir für so einen
Grünen Freund nicht vorstellen. - Jetzt, wo es ihm sichtlich besser geht, merkt man
deutlich, daß er klettern möchte und Freiheit benötigt. Das kann ich ihm nicht bieten,
habe ja noch meine eigenen Tiere. Er soll sich außerdem auch nicht wieder am Schwanz
verletzen.
Es hat jetzt eine Häutung eingesetzt. Ich würde sagen, es ist eine 'echte' Häutung, der
Zeit angemessen (schließlich wohnt er schon seit einem Monat hier). Die gesamte Haut ist
weich und an einigen Stellen eben grau und eingerissen - ganz normal. Schön wäre es ja,
wenn er es diesmal ganz ohne fremde Hilfe schaffen könnte ... bis auf die Kammschuppen
natürlich - da sitzt ja zum Teil noch der alte 'Müll' drauf ... aber ansonsten hat er
gute Chancen. Ich werde nicht eingreifen, so lange es geht. Schön sprühen natürlich,
aber scheuern soll er erst mal selbst.
Die Schwanzwunde sieht gut aus, völlig trocken und geschlossen. Ich mache da jetzt nichts
mehr dran, er soll seine Ruhe haben und sich noch ein wenig verwöhnen lassen ... mit
Zucchini, versteht sich!
Muß noch etwas ergänzen abends: Jonas liegt gerade
genüßlich auf seiner dicken Korkröhre. Neben ihm (unterhalb) der Futternapf. Er reckt
sich schräg 'runter, um ein Stück Zucchini zu erwischen, angelt es heraus, hangelt
zurück nach oben und verspeist es. Zum Abschluß leckt er sich genüßlich mehrfach über
die Lippen, döst kurz - und beginnt von Neuem. Ein Anblick ist das, köstlich...
29. Tag: 16.11.1999
33. Tag: 20.11.1999
Es gibt kaum neues zu berichten. Jonas frißt
nun fleißig, obwohl es für einen gesunden Iguana iguana seiner Größe mehr sein
dürfte. Jedoch hat er Appetit und das zählt viel. Die Häutung schreitet gut voran.
Bisher haben wir ihn nicht dabei unterstützt.
Von seinem Käufer scheint keine Spur mehr zu sein. Für das Tier vielleicht besser so,
denn wenn das Interesse bereits am Anfang so schwach ist, kann man sich vorstellen, wie
weit es in vier Wochen gesunken sein wird. Andererseits wird es Zeit, daß Jonas in ein
größeres Terrarium umzieht. Er braucht ganz einfach mehr Platz.
38. Tag: 25.11.1999
Jonas sieht aus wie ein Flugdrachen - die lose Haut steht vom Körper ab, nur noch an den Kammschuppen hält sie fest ... wir werden ihn in den nächsten Tagen (heute oder morgen) wieder baden. Und es gibt eine gute Nachricht: am Samstag kommt eine Frau, die ihn evtl. aufnehmen will. Ein großes Terrarium hätte sie (2x3m) ... von ihrem Mann erbaut. Einen Grünen Leguan wünscht sie sich schon sehr lange ... wenn sie auch ein wenig Sachkenntnis mitbringt, könnte es ja etwas werden ... mal sehen, ob er ihr gefällt ... ich hoffe, Jonas bekommt nun doch noch ein schönes neues Heim und Menschen, die ihn verwöhnen!
41. Tag: 28.11.1999
Tja, es ist Sonntagabend, keine Meldung von den Leuten, die
den Jonas ansehen wollten. Ich finde es sehr traurig, daß die Menschen nicht ehrlich sein
können und einfach sagen, was sie wollen. Sie hätten anrufen können und sagen können,
daß sie nicht kommen, weil ... was-weiß-ich ... nein, Schweigen ist einfacher :-( Sicher
ist es das, aber für das Tier auch: man weiß woran man ist mit solchen Typen! Schade,
schade!
Zum Ausgleich gibt es heute Karotten, Zucchini und Salat und etwas gekochten Reis. Das
schmeckt ihm ganz gut. Wieder so ein Tag: Jonas glücklich im Kork verschwunden, ich sauer
am PC ...
42. Tag: 29.11.1999
Nein, ich glaube es nicht: da ruft der Mann
heute Abend an und meint, er hätte nicht verbindlich gesagt, daß er kommen würde! Na
fein, so was mag ich! Jetzt hat er für morgen zugesagt (verbindlich!) - letzter Versuch.
Jonas pellt sich inzwischen munter aus seiner Haut. Er hat es fast geschafft. Ich wollte
ihn ja gebadet haben, aber das Tier ist ziemlich angriffslustig, seit der Sache mit dem
Schwanz. Sobald man das Terri öffnet, richtet er sich auf um blitzschnell nach der
'mutigen' Hand des Störers zu schnappen. Gleichzeitig dreht er sich zur Seite und
schlägt mit dem Schwanz. Da ich keine neuen Verletzungen riskieren wollte (weder bei ihm
noch bei mir), habe ich ihn gelassen. Dafür wird etwas mehr gesprüht und das scheint in
Bezug auf Häutung Wirkung zu zeigen.
43. Tag: 30.11.1999
Der Mensch war da und hat den Leguan begutachtet. Kommentar:' Ach der ist ja ganz hübsch, aber dem fehlt ja was vom Schwanz!' Na so was hab' ich noch nicht erlebt ... das wurde ihm vom Händler gesagt und ich habe es ihm am Telefon ebenfalls gesagt. Nun tat er gaaanz unwissend. 'Die Bekannte will einen großen Raumteiler bauen als Terrarium und da sollte er 'rein. Das sieht ja blöd aus, wenn da der Schwanz fehlt ...' Ob DAS blöd aussieht, will ich nicht beurteilen, aber der angebliche Kenner sah etwas blöd aus ... der Schwanz ist da, nur die Spitze fehlt, wie bei fast allen Großechsen ... er müßte als 'langjähriger Schlangenzüchter' wissen, daß man ein Terrarium nicht unbedingt an allen Seiten unverkleidet läßt - wo soll sich das arme Tier denn noch hin verkriechen, wenn es Ruhe haben will? - Thema erledigt, der hätte den Jonas eh' nicht bekommen. Als er mir dann noch erzählen wollte, wie alt der Leguan wäre und ich ihn fragte, woran er das denn sehen könne ('... das sieht man...'), wußte ich über seine Kenntnisse in punkto Echsen Bescheid! Was denken sich die Leute eigentlich, wer sie sind?
44. Tag: 01.12.1999
Heute war es lustig. Ich hatte in einem Zooladen zu tun.
Wer kommt da um die Ecke? Der Fachmann von gestern! Nein, was für ein Zufall und er
kannte mich schon gar nicht mehr! Lustig. Das hat meinen Verdacht irgendwie bestätigt,
daß er ein Tier günstig haben wollte. Nun, falls er noch einmal wegen Jonas zu meinem
Händler geht, werde ich ihm die Suppe versalzen. Der soll 'mal schön bei seinen
Schlangen bleiben.
Jonas geht es soweit unverändert. Hauptsache ist, er bekommt täglich seine Zucchini,
dann ist er glücklich. Inzwischen habe ich diverse Obstsorten ausprobiert ... er steht
nicht drauf. Das einzige, was er überhaupt an Obst anrührt, sind ab und an Weintrauben
und Mango - aber bitte nicht so oft!
52. Tag: 09.12.1999
Eine Woche keine Meldung - ja, es geht Jonas
gut. Es haben sich bisher keine weiteren Leute gemeldet, die den Leguan aufnehmen
möchten. Was soll man dazu sagen? Auch wenn mir viele Leser immer wieder sagen:
"Behalte ihn doch!" - es geht nicht, ich habe kein Terrarium, das seinen
Bedürfnissen entsprechen würde und ich habe auch nicht die Zeit, mich so intensiv um ihn
zu kümmern, wie er es bräuchte. Nein, auch hassen tu ich ihn nicht, wieso auch. Er ist
nur allmählich etwas lästig. Wir waren auf zwei bis drei Wochen eingestellt - nun sind
es fast acht Wochen, die er hier ist.
Natürlich wird er auch weiterhin verwöhnt. Er bekommt seinen über alles geliebten
Zucchini, sofern der Supermarkt welchen hat ... Alles mögliche an Futter wird versucht.
Heute gab es Feldsalat. Immerhin, er hat eine ganze Packung verputzt, da gingen die Agamen
heute leer aus. Tomate gab es gestern, zusammen mit Zucchini. Er hat mühsam die grünen
Stücke 'rausgesucht, die Tomate ließ er schön aufgehäuft liegen ... Für morgen muß
ich mir wieder etwas neues einfallen lassen: Zucchini wird diese Woche evtl. nicht mehr
geliefert, Eisbergsalat ist zur Zeit sehr schlecht (kaufe ich gar nicht erst) - mal sehen,
was wir testen werden.
Übrigens: seine Häutung hat er fast allein bewältigt. Lediglich ein paar hartnäckige
Fetzen blieben hängen und der Schwanz ist noch nicht ganz frei, aber da werden wir dann
am kommenden Wochenende einmal etwas nachhelfen. Ist doch schon eine tolle Sache, daß er
es geschafft hat!
55. Tag: 12.12.1999
![]() |
Hier ein Foto, das zwar nicht 'unseren' Jonas zeigt, aber so sieht er jetzt ziemlich genau aus. Er hat schon ein zartes grün-gelb (wie sein Verwandter auf dem Foto) und auch sonst hat er sich sehr gut erholt. Hatte ich schon erwähnt, daß er wieder
Vertrauen fasst? Ja, er wird wieder ganz umgänglich: etwas skeptisch noch, aber er läßt
sich gut anfassen - hat weder Angst noch zeigt er Aggressionen. Er nimmt auch neugierig am
Geschehen außerhalb des Terrariums teil und versteckt sich nicht mehr hinter unschuldigen
Blicken, wenn man ihn beim Fressen beobachtet! |
59. Tag: 16.12.1999
Jonas ist zur Zeit leicht
beleidigt. Der Grund: es gibt seit einigen Tagen keinen Zucchini! Der Gemüsehändler
hatte mir heute zugesichert, wieder welchen zu besorgen ... ungläubig gekuckt hat er auch
... so was - für ein Tier ... wenn der wüßte, daß inzwischen so einige unserer Tiere
den Zucchini lieben!
Was macht der Leguan sonst? Nun, eigentlich nicht viel. Er träumt vermutlich den ganzen
Tag vom Regenwald ... jedenfalls sitzt er auf der Korkröhre und betrachtet, wie geistig
abwesend, die Gegend. Er ist wieder recht umgänglich jetzt, wenn das Terrarium geöffnet
wird. Anscheinend hat er die 'schlimmen Zeiten' vergessen. - Ach, es wäre sehr schön,
wenn er zu Weihnachten ein Heim hätte, wo er bleiben kann und gut versorgt wird. Ich
werde heute einmal ein kleines Plakat entwerfen, daß ich dann im Zooladen anbringen
lasse. Es muß doch jemanden geben, der ihn gern haben kann und ihn aufnimmt !
Ja, die Fotos habe ich heute eingebaut. Ich hoffe, die Ladezeit wird dadurch nicht
unerträglich ... sorry, aber ich wollte sie nach so langer Zeit nun auch zeigen, später
werde ich eine separate Galerie anlegen.
65. Tag: 22.12.1999
Während der vergangenen Tage hat sich nichts Neues ereignet. Die Zucchini-Versorgung ist wieder sicher gestellt ...
85. Tag: 11.01.2000
Nein, liebe Leser! Es hat sich
bisher noch immer niemand gefunden, der den Jonas in seine Pflege nehmen möchte. So wird
er weiter bei uns verwöhnt.
Ein neues Jahrhundert hat
begonnen, aber Jonas interessiert das reichlich wenig ... er begnügt sich mit Schlafen,
Fressen und Träumen, wie jeden Tag. Allerdings wirkt er in den letzten Tagen etwas träge
... hoffentlich kommt da nun nicht doch noch eine Krankheit zu Tage ...
90. Tag: 16.01.2000
Wieder einmal warten
wir auf einen Interessenten, der sich heute melden wollte. Aber leider wieder
Fehlanzeige - kein Anruf.
Es könnte sein, daß wieder eine Häutung ansteht, deshalb ist Jonas evtl.
etwas träger als sonst. Im Allgemeinen geht es ihm gut, er frißt gut und ist
munter und aufmerksam.
95. Tag: 21.01.2000
Noch immer ist kein
Interessent für Jonas gefunden. Wir werden ihn nun umquartieren in unser
großes Terrarium im Wohnzimmer, das zur Zeit noch von Anolis bewohnt wird. Die
werden umziehen in eine kleinere Welt. Wir sind uns darüber im klaren, daß er
die schönen Grünpflanzen in diesem Terrarium in kurzer Zeit auffressen wird,
aber über den Verlust kommen wir wohl hinweg ...
Nicht lange überlegt, abends geht der Umzug los.
Zunächst ging er auf Erkundung. Baum hoch ... Baum 'runter, Pflanzen
gekostet ... Futter verwühlt ... vom Ast gefallen (aber nur 50 cm tief), direkt
in die Wasserschale ... Baum hoch, diesmal schon sehr viel sicherer ... Baum
herab ... fressen ... Baum hoch und unter dem Strahler ausruhen. aufgeregt ist
er bei der ganzen Sache nicht, auch als die kleinen Kätzchen vor dem Terrarium
Platz nehmen, interessiert es ihn nicht. Wir hoffen, daß es so bleibt. Mal sehen,
wie es in den nächsten Tagen weitergeht.
100. Tag - 26.01.2000
Es hört sich vielleicht komisch an, aber es ist nicht auszuschließen, daß Jonas eine Joanita ist. Nach einem intensiven Vergleich mit den Fotos der Iguanas von Andreas Schulz ist es durchaus möglich. Jonas hat nicht so einen wuchtigen Kopf, der Schwanzansatz ist längst nicht so dick, wie bei Andreas' Männchen (obwohl Jonas schon kräftig ist) und auch die Kammschuppen sind nicht so lang. mir kommt es auch so vor, als wäre der Kehllappen bei Jonas kleiner ... bisher hielt ich den für sehr groß ... sicher, eine klare Aussage kann man nicht machen, solange das Tier nicht untersucht wurde, aber es besteht durchaus der Verdacht, daß es sich um ein Weibchen handelt.
Jonas/Joanita
fühlt sich allmählich sehr wohl im großen Terrarium. Er/sie sitzt nun gern
auf dem Baum - zu sehen gibt es im Wohnzimmer ja auch viel mehr. Er/sie fällt
jetzt auch schon nicht mehr herunter, er/sie weiß, wo die Grenzen sind und
er/sie hat verstanden und gelernt, was ein Baum ist.
Ja sicher, er/sie hat nicht vergessen, was Zucchini ist :-) Es ist und bleibt für immer die Leibspeise dieses Leguans.
104. Tag - 30.01.2000
Jonas/Joanita geht es gut, auch wenn
das Klettern etwas Schwierigkeiten bereitet. Er/sie kommt aber ganz gut mit dem
neuen Revier zurecht.
Aber was wunderbar ist: es rief ein lieber Mensch an, der sehr an Jonas
interessiert ist. Er wird ihn sich ansehen und dann entscheiden. Er ist
langjähriger Terrarianer und von daher wäre es genau der Halter, den Jonas
bräuchte. Ich bin gespannt, ob es klappt.
110. Tag - 05.02.2000
Nein, ich sage es schon nicht mehr, auch dieser Mensch hat es nicht für nötig gehalten, zu erscheinen. Man könnte ja wenigstens das Telefon betätigen und absagen ...
125. Tag - 20.02.2000
Hallo liebe Leser! Ich habe Euch
nicht vergessen! Heute melde ich einmal wieder zu Wort. Von Jonas gibt es nichts
Neues zu berichten, außer das er wohl einmal wieder zur Häutung ansteht in der
nächsten Zeit. - Ich will auch nicht mehr von den Leuten erzählen, die hier
anrufen und ihr großes Interesse kundtun, um dann nicht einmal zu einem
vereinbarten Termin zu erscheinen! Das Thema wird nicht nur dem Leser
langweilig, auch mir und besonders Jonas, könnte er es verstehen :-(
Ach ja, der Iguana ist nun vier Monate hier bei uns. Wenn er bei der Übernahme
etwa 1.5 Jahre alt war, dürfte er nun ja schon fast zwei Jahre alt sein - wie
die Zeit vergeht ...
Ich will hier aber einmal allen denen danken, die mir in so vielen Mails gezeigt haben, daß ihnen das Schicksal dieses Leguans nicht gleichgültig ist! DANKE an alle für die tröstenden und ermunternden Worte. Sicher habt Ihr alle Recht, eines Tages wird sich bestimmt jemand in den armen Kerl verlieben.
Heute gibt's was Lustiges: Jonas ist ausgebrochen! Er hat das Lüftungsgitter heute Nacht aus der Halterung gedrückt (trotz Verschraubung!) und sich Freiraum verschafft, indem er das Wohnzimmer erkundet hat. Dort gefiel es ihm auch sehr gut, er hatte keinerlei Interesse, wieder in sein Terrarium zurückgebracht zu werden. Trotz allen Fauchens ging es aber wieder zurück ...
145. Tag - 10.03.2000
153. Tag - 18.03.2000
Trotz vielseitiger Werbung ist der
Jonas/Joanita noch bei uns, es gibt aber einmal wieder Interessenten für ihn.
Also hoffen wir das Beste. Wie es ihm geht? Ich frage in zwar öfter mal, aber
er sagt nichts - aus meiner Sicht geht es ihm gut :-)
Mit dem Häuten klappt es problemlos, fressen tut er sehr gut und zahm ist er
auch. Was will man mehr?
163. Tag - 28.03.2000
NUN DOCH !
Jonas ist verkauft. Er bekommt ein neues Heim und nette Besitzer. Es wird ihm
sicher gut ergehen.
Tschüß Jonas, mach's gut !!!
Danke Euch allen, die Ihr hier mitgefiebert, mitgelitten und mitgelesen habt.
Habe am 22.04.00 erfahren, daß
es Jonas sehr gut geht in seinem neuen Heim.
Meldung am 24. Juni 2000: Jonas hat jetzt eine junge Dame bei sich. Wann die
Hochzeit stattfindet,
konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden, aber alle Zeichen stehen auf
'grün' ...