Die Elterntiere wurden von mir anläßlich eines Urlaubs 1994 in Kalifornien am westlichen Rand des Death Valley gefangen. Sie (1.1) waren zu diesem Zeitpunkt mit 28cm (KRL 8cm) und 33cm (KRL 11cm) offensichtlich ausgewachsen. Dabei ist 0.1 körperlich deutlich kräftiger und hat auch den wuchtigeren Kopf.
Unterbringung: die Tiere bezogen ein
Terrarium mit einem festgebackenem Lehm-Sand-Gemisch als Bodengrund. Mit
Steinplatten wurden die Versteckplätze und Klettermöglichkeiten geschaffen.
Auf Bepflanzung wurde verzichtet. Beleuchtung: 30W Osram Lumilux und 40W
Spotstrahler (das Terrarium stand in einem relativ warmem und sehr hellen Raum).
Die zweite Generation bezog ein nach oben offenes Terrarium mit den Maßen
120x60cm. Der Bodengrund bestand aus mit der Rückseite nach oben gelegten
unglasierten Keramik-Bodenfliesen. Die Steinaufbauten wurden ebenfalls aus
diesem Material gebaut. Das Terrarium wurde mit einer 80W HQL-Lampe beleuchtet.
Das Vorschaltgerät nutzte ich zur lokalen Bodenerwärmung. Zusätzlich wurde
eine 40W Bodenheizung zeitweise zugeschaltet.
Die Lufttemperatur beträgt im Frühjahr 20-23°C, im Sommer zeitweise zu 36°C
und mehr, unter dem Strahler bis zu 50°C.
Nahrung: Als Standardfutter erhalten die
Tiere Heimchen, die jedoch nicht immer gern genommen werden. Das Futter sollte
immer vielseitig gestaltet sein: Heuschrecken, Tauwürmer, nestjunge Mäuse
Wanderheuschrecken und auch unbehaarte Raupen. Bei der Auswahl der Futtertiere
scheint die optisch wahrgenommene Bewegung der Futtertiere eine wichtige Rolle
bei der Auslösung des Jagdreizes zu spielen.
Durch Zufall bemerkte ich, daß die Tiere auch junge Blätter des Löwenzahns
von Zeit zu Zeit gerne fressen. Angebotene andere Pflanzen wurden nicht
angenommen. Wöchentlich zweimal biete ich den Tieren Wasser mit einer Pipette
an. Die Aufnahme wird jedoch zum Teil über Wochen verweigert.
Zur Sicherung der Vitamin- und Mineralstoffversorgung stäube ich die
Futtertiere einmal wöchentlich mit Korvimin ZVT ein. Die eingestäubten
Futtertiere werden jedoch öfters nicht angenommen.
Haltung und Zucht: Die anfängliche Scheu
der beiden Wildfänge wurde recht bald abgelegt. Jedes Tier hatte nach kurzer
Zeit einen festen Versteckplatz, in den es sich nach Ausschalten des Lichts zurückzog.
Am Tag lagen sie häufig gemeinsam unter dem Spot-Strahler und dösten mit
halbgeschlossenen Augen vor sich hin. Beim Einbringen von Futtertieren war es
mit der Ruhe vorbei. Futtertiere wurden zum Teil regelrecht angepirscht und dann
im Sprung erbeutet. Immer wieder kam es zu ernsten Beißereien, wenn beide das
gleiche Futtertier ergriffen hatten.
In den ersten beiden Jahren wurde von Dezember bis Mitte Februar sowohl Licht
als auch Heizung abgeschaltet und die Tiere im Terrarium belassen. Die
Temperatur im Terrarium schwankte in Dieser Zeit um 16-18°C. Die Tiere verließen
ihr Versteck nur noch selten. Gefüttert wurde in dieser Zeit nicht mehr.
Im dritten Jahr wurden die Tiere dann zusammen mit meinen Crotaphytus im Kühlschrank
bei 5-7°C überwintert. Zur Sicherstellung der Sauerstoffversorgung wurde der Kühlschrank
zweimal die Woche kurz geöffnet. Bei dieser Art der Überwinterung kam es
jedoch zum Verlust eines durch Pilzinfektion geschwächten Tieres. Die anderen
vertrugen die Überwinterung jedoch gut.
Nach Abschluss der Überwinterung wurden die Tiere wieder in ihr Terrarium überführt
und die Einschaltzeiten von Licht und Heizung stufenweise erhöht. Zunächst
wurde von mir nur Wasser angeboten, nach ca. 2 Wochen das erste Futter.
Von Mitte März bis Mitte April konnte ich dann mehrere Paarungen beobachten.
Das Männchen näherte sich zum Teil mit, zum Teil ohne Kopfnicken, um dann überfallartig
einen Paarungsbiß im Nacken des Weibchens anzubringen. Die Kopulation erfolgte
in der für Echsen typischen Weise.
Nach wenigen Tagen zeigten sich dann an den Flanken des Weibchens rote Flecken,
wie wir sie auch von Crotaphytus kennen. Weitere Paarungsversuche des Männchens
wurden jetzt abgewehrt.
Die vier Eier wurden in einer eigens bereitgestellten 10cm hohen Eiablagekiste,
die mit feuchtem Reinsand gefüllt und mit einer Steinplatte abgedeckt war,
vergraben. Das Weibchen verschwand dabei völlig in dem selbst gegrabenen Gang
und verschloß ihn anschließend.
Die Eier wurden von mir entnommen und in einer Jäger-Kunstglucke bei 28-30°C
gezeitigt. Als Inkubationssubstrat benutzte ich Vermiculit, das ständig feucht
aber nicht naß gehalten wurde. Nach 60 Tagen schlüpften die vier Jungtiere.
Die hatten eine Länge von 10-12cm. Nach vier Tagen fraßen sie erstmals
frischgefangene kleine Grashüpfer, die lange Zeit das Hauptfutter darstellten.
Nach 7 Wochen waren sie bereits auf eine Länge von 21cm (KRL 6,5cm)
herangewachsen. Die Tiere wurden gemeinsam in einem Terrarium mit einer Grundfläche
von 60x50cm großgezogen. Dies stellte insoweit ein Problem dar, da es aufgrund
des ausgeprägten Futterneids immer wieder zu ernsten Beißereien kam, während
die Gemeinschaftshaltung außerhalb der Futterzeiten sich als völlig
unproblematisch erwies.
Leider verlor ich ein Tier durch einen Unfall, so daß mir 2.1 verblieben.
Im ersten Jahr wurden die Tiere im Terrarium überwintert. Im zweiten Jahr wie
oben beschrieben von Anfang Dezember bis Mitte Februar mit meinen Crotaphytus im
Kühlschrank. Nach Abschluss der Überwinterung im zweiten Jahr, die Jungtiere
waren zwischenzeitlich auf die Größe der Elterntiere herangewachsen, zeigte
sich eine Unverträglichkeit zwischen den zusammen gehaltenen F1Tieren. Das
Weibchen legte schließlich 3 Eier, die alle unter den o.g. Bedingungen zum
Schlupf gebracht wurden. Alle übrigen Daten sind mit denen der ersten Nachzucht
identisch.
Probleme:
Rekonvaleszenz der Muttertiere: Nach der Eiablage sind die Weibchen
sehr ausgezehrt und verweigern häufig das Futter
Futterneid: aufgrund des ausgeprägten Futterneids kommt es immer wieder zu ernsten Beißereien
Kannibalismus: kleinere Tiere werden gefressen, daher ist bei einer Zusammensetzung unbedingt auf die passende Größe der Tiere zu achten.
© P. Becker 1999