Was ist zu beachten, wenn man
sich für den Kauf von Reptilien entschieden hat?
Diese Frage wird immer wieder gestellt. Ich werde hier die (aus meiner
Sicht) wichtigsten Punkte zusammenfassen.
Zunächst sollte man ergründen, welche Art man gern halten würde. Die Haltungsansprüche und Klimabedingungen hat man erlesen und erfragt (Literatur gibt es reichlich, s.o.). Nun muß man sich darüber klar werden, auf was man sich einlässt! Viele Reptilien begleiten uns eine lange Zeit, das heißt viele der Reptilien leben 20 Jahre und länger! Das muß man wissen - im Zweifelsfall schaut mal auf die Altersliste von Herrn Derk Reckel. Erst kürzlich stand wieder in einem Forum zu lesen: 'Ach, wenn mir die Boa in drei Jahren zu groß wird, gebe ich sie eben wieder ab'. Solche Sätze finde ich persönlich ziemlich unfair den Tieren gegenüber. Wenn Du mir nicht mehr passt, kommst Du weg, fertig ... Sicher kann es passieren, daß man sich aus bestimmten Gründen von einem Tier trennen muß, aber sich bereits vor der Anschaffung mit geschilderten Gedanken zu tragen, nun denn ...
Diese Fragen sollte jeder für sich beantworten:
Kann ich so ein Terrarium in der für die Tierart richtigen Größe in meiner Wohnung überhaupt aufstellen? Die benötigte Größe eines Terrariums erfährt man durch die entsprechende Literatur oder vorab vom Händler/Züchter. Wer ganz sicher gehen will, schaut zusätzlich in die Richtlinien der Mindestanforderungen für die Haltung von Reptilien, zu beziehen in manchen Zoo-Fachgeschäften, über die DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpethologie und Terrarienkunde) oder beim Ministerium für Landwirtschaft und Forsten in Berlin.
Sind alle Familienmitglieder, die in meiner Wohnung leben, mit der Haltung einverstanden? Die geplante Haltung betrifft immer alle Familienmitglieder und sollte abgesprochen sein. Wenn Bedenken bestehen, empfiehlt es sich, sein Vorhaben nochmals in Ruhe mit allen zu besprechen. Im Notfall ist man auf die Familie angewiesen!
Leben in meinem Haushalt Kinder, denen ein großes Reptil gefährlich werden könnte? Dieser Punkt wird häufig unterschätzt! Kinder sind unberechenbar, weil sie immer und zu jeder Zeit am Ausprobieren sind. Man muß immer damit rechnen, daß sie unbeaufsichtigt ein Terrarium öffnen. Kann der Bewohner dem Kind Schaden zufügen? Beißen (Kinderfinger sind zart) oder erwürgen (Schlange). Aber auch ein frei gelassener Pflegling will erst wieder eingefangen werden und kann bis dahin eine Menge Probleme bringen.
Was sagt mein Vermieter zur Haltung, was steht im Mietvertrag? Die Einstellung des Vermieters ist äußerst wichtig! Immer wieder kommt es zu Rechtsstreitigkeiten, denen man vorbeugen könnte. Ist Tierhaltung grundsätzlich verboten, schließt das die Haltung von Reptilien ein. Ist Kleintierhaltung erlaubt, so gilt diese Erlaubnis auch für viele Reptilien, aber nicht für alle! Es ist immer angebracht, sich vor der Anschaffung mit dem Vermieter zusammenzusetzen und die Situation offen und ehrlich zu besprechen. Tut man dies nicht und kommt es zum Rechtsstreit, zieht man als Terrarianer meist den Kürzeren und neben der zwangsweisen Abschaffung der Tiere hat man oft auch mit Strafgeldern zu rechnen (Haltung von Futtertieren nicht vergessen). Was der Tierschutzbund dazu sagt, ist hier nachzulesen -bitte klicken-
Was mache ich bei einem evtl. Wohnungswechsel? Ist mein Terrarium transportabel? Einen Wohnungswechsel kann man nie ausschließen. Passt das Terrarium noch durch die Türen - bekommt man es durchs Treppenhaus? Wie ist es in der neuen Wohnung? Ist dort das Treppenhaus breit genug, sind genügend Helfer zum Tragen vorhanden?
Darf ich bauliche Veränderungen vornehmen für ein evtl. Großterrarium (Riesenschlangen, Großechsen)? Immer wieder hört und liest man, daß jemand seinen Leguan oder seine große Schlange abgeben muß, weil er das geplante große Terrarium nicht in die so schön geeignete Zimmerecke bauen darf. Auch hier gilt: vorher den Hausbesitzer fragen erspart viel Ärger!
Benötige ich einen größeren Wasserteil und können dadurch evtl. Schäden auftreten (Hausratversicherung)? Es passiert immer wieder, daß Wasserbecken undicht werden oder Pumpen versagen. Der dann entstehende Wasserschaden kann erheblich sein. Man sollte darüber mit der Versicherung sprechen und die Verträge in dieser Hinsicht anpassen.
Was kosten Terrarien überhaupt? Die Frage ist pauschal nicht zu beantworten. Es kommt immer darauf an, welche Bauart man benötigt. Meist sind hohe Terrarien teurer als flache, Vollglasterrarien (80cm Länge etwa 170 EUR, 150cm Länge um 500 EUR) sind teurer als Holzterrarien. Große Becken müssen in Sonderanfertigung hergestellt werden (sind nicht unbedingt teurer dadurch, nur gibt es Lieferzeiten). Bei großen Vollglasbecken kommt ein Eigenbau selten billiger, da man hier auf entsprechende Glasstärken von 6-8mm gehen muß. - Es gibt auch Terrarien, die in so genannten Stecksystemen angeboten werden. Da bekommt man Glasplatten und Kunststoffleisten und kann die Becken zu Hause aufbauen. Ich besitze auch so ein Teil (140x60x60cm LBH) und kann davon nur abraten, weil es einfach nicht hält. Ich habe alle Glasplatten mit Silikon in die Leisten geklebt und das ganze von innen nochmals mit Kork beklebt. Eine solide Stabilität konnte aber nicht erreicht werden. Es ist zwar nutzbar für Wüstenbewohner, aber der Sand rieselt schon mal.
Kann man Terrarien selber bauen? Ja, das kann jeder, der ein wenig handwerkliches Geschick hat ... hätte ich vor drei Tagen noch gesagt. Dann sah ich ein Foto von einem Bauwerk, das aussah wie 'Asterix bei den Ägyptern'. Das Ding war in allen Richtungen schief und wies unzählige Spalten auf (etwa bis 5cm Breite). Produziert war es aus dünnen Holzplatten oder so - nun, es erinnerte mich an eine Zigarrenkiste, die nach drei Tagen Regen eine Woche pralle Sonne genossen hat. - So sollte es nicht sein! Präzises Arbeiten ist notwendig, ganz klar! Als Baumaterial eignet sich Glas, Holz, Styropor oder Styrodur und div. Materialien, die keine chemischen Ausdünstungen abgeben. Man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen. Auch hierzu verweise ich wieder auf die Literaturseiten und auf diverse Homepages, die sich diesem Thema angenommen haben.
Und wie viel Technik ist
nötig? Das hängt von der zu
pflegenden Art ab. Heizungen in Form von Heizmatten oder -kabeln werden
heute kaum noch verwendet. Die Wärme soll, der Natur angepasst, von oben
kommen (Strahler und Spots). Diese Lichttechnik ist teuer und verschlingt
viel Strom. Auch das muß bedacht werden.
Echsen benötigen in der Regel einen hohen Aufwand an
Licht, Schlangen oftmals viel Technik für Beregnungsanlagen und
Thermosteuerungen. In diesem Bereich sollte man nicht sparen und
irgendwelche Experimente wagen. Für größere Anlagen ist es ratsam, einen
Fachmann zu Rate zu ziehen. Wenn dieser die Installation übernimmt, haftet
er auch für evtl. Folgeschäden. Für Schäden, die durch eigene
'Basteleien' entstehen, haftet jeder selbst, denn da springt keine
Versicherung ein.
Wie teuer wird die Haltung eigentlich? Dazu gehören neben der Anschaffung die Kosten für Futter, Strom (nicht zu unterschätzen!), Wasser, Abwasser, Müll, Ersatz von Leuchtmitteln und defekten el. Teilen. Häufig kommt es innerhalb der Familien zu Streit, weil man diese Kosten unterschätzt hat. Es lohnt sich, allein die Energiekosten aller Gerätschaften zu berechnen. - Wichtig ist auch die Beschaffung von evtl. Futtertieren (Fahrten zum Händler bzw. Beschaffung per Versand) . Im Winter kann es leicht zu Engpässen kommen. Man sollte sich bereits vor der Anschaffung eines Tieres darüber im Klaren sein, daß u.U. Mehrkosten anfallen.
Bin ich wirklich bereit, auf Freizeit zu verzichten? Terrarienpflege benötigt Zeit, das sollte man nie unterschätzen. Mal eben nebenbei erledigt sich das nicht. Je nach Tierart kann man 1-2 Stunden täglich rechnen, auch am Wochenende und an Feiertagen!
Wer versorgt mein Tier im Urlaub oder wenn ich krank bin? Die Pflegeperson sollte über den Umgang mit dem Tier bescheid wissen und sich trauen, es ggf. auch anzufassen. Günstig ist es, wenn man jemanden findet, der ebenfalls Reptilien hält oder der wenigstens öfter zuschaut, wie die Pflege vorgenommen wird.
Kann ich auf Urlaub verzichten, falls ich niemanden für die Pflege meiner Tiere finde? Vermutlich ist dies ein Thema, das die meisten Leute verneinen werden. Leider spürt man dies auch immer stärker in der Urlaubszeit. Nicht nur Hunde und Katzen werden ausgesetzt! Welche Möglichkeiten gibt es? Man kann, wie oben erwähnt, Bekannte rechtzeitig einweisen. Man kann auch im Zoofachhandel nachfragen, viele Geschäfte bieten Urlaubspflege an. - Letztendlich, wenn alles nicht klappt, muß man auf die Urlaubsreise verzichten, denn das Wohl der Tiere hat immer Vorrang. Die tägliche Versorgung ist wichtig und darf nicht auf Kosten der Gesundheit der Tiere vernachlässigt werden.
Bin ich bereit, das Tier über viele Jahre zu pflegen? Wie bereits erwähnt, viele Reptilien werden sehr alt. Sie begleiten uns für viele Jahre und sie haben ein Recht darauf, bei uns alt zu werden. Gedanken wie 'Bis wir heiraten, hat sich mein Freund/meine Freundin längst an die Schlangen gewöhnt' gehen nicht immer auf!
Wo bekomme ich in schwierigen Situationen schnelle Hilfe? Oft fühlt man sich mit seinen Tieren allein und besonders am Anfang auch unsicher. Oder es tritt irgendetwas unvorhergesehenes ein und man würde sich gern mit anderen Haltern austauschen und auch Ratschläge einholen. Auch hier sollte man den Weg ins Internet nicht scheuen! Es gibt dort viele gute Foren, in denen man jede Frage stellen kann. Hemmungen sind fehl am Platze, denn diese Foren wurden eingerichtet, um Ratsuchenden zu helfen und Kontakte zu anderen Haltern aufzubauen. 'Dumme Fragen' gibt es nicht, leider aber manchmal dumme Antworten ... sollte aber möglichst nicht sein.
Wie handhabe ich mein Tier, wenn es 'schlechte Laune' hat? Gar nicht? Es läßt sich nicht immer umgehen. Daher ist es immer gut, wenn man eine zweite Person zur Hand hat, die im Notfall unterstützend eingreifen kann. In der Regel genügt es bereits, einige Stunden zu warten und dem Pflegling mehr Ruhe zu gönnen. Mit etwas Erfahrung lernt man schnell, wann es dem Tier nicht gefällt, dass im Terrarium hantiert wird.
Stehen mir Helfer zur Verfügung, wenn meine Riesenschlange eines Tages ausgewachsen ist? Man kann als Faustregel nennen: pro Meter Schlange ein Mensch. Das bedeutet, für einen ausgewachsenen Tigerpython von 5m Länge werden fünf erwachsene Leute gebraucht, um dieses Tier zu händeln. Diese Personen muß man greifbar haben (Reinigung, Fütterung etc.)! Es ist nicht wirklich sinnvoll, für jede Arbeit erst eine Telefonkonferenz abhalten zu müssen.
Was habe ich zu tun, wenn mein Tier krank wird? Es schadet nicht, sich mit einem Buch über Reptilienkrankheiten auszustatten. Allerdings wird man nicht unbedingt sicherer durch das Lesen solcher Bücher. Oft glaubt man dann Krankheiten zu sehen, wo keine sind. Aber man kann auch hier wieder die besagten Internet-Foren nutzen und bei ungewöhnlichen Anzeichen nachfragen. Im Zweifel ist immer der Gang/die Fahrt zum Tierarzt angesagt (s.nächster Punkt).
Wo finde ich den nächsten reptilienkundigen Tierarzt und bin ich bereit, den Weg dorthin auf mich zu nehmen? Ein Thema, daß ich fast täglich mit Haltern diskutieren muß. Einen reptilienkundigen Tierarzt findet man nicht immer leicht. Man kann dazu auch den Zoofachhändler fragen, der im Notfall ja auch einen Fachtierarzt rufen muß. Die Tierarztfrage ist unbedingt vor dem Tierkauf zu klären! Ist man bereit, für sein Tier einen Tag Urlaub zu opfern? Ist man bereit, mit dem kranken Tier evtl. einige hundert Kilometer zu fahren? Würde man das auch im Winter bei Schnee und Frost tun? Kann man einen der Tierärzte mit der Bahn erreichen, falls man kein Auto hat?
Verliere ich ein Tier, was mache ich mit dem verstorbenen Reptil? Der Tod gehört zum Leben. Früher oder später wird man ein ein Tier verlieren. Wohin dann damit? Ist die Todesursache unklar, ist es ratsam, den Kadaver an ein Institut zu senden, zwecks Untersuchung. Das Ergebnis wird einem mitgeteilt und somit hat man auch eine Chance, evtl. Haltungsfehler zu erkennen und zu vermeiden (Adressen sind ebenfalls auf der Tierarzt-Seite). Es mag hart klingen, aber kleine Tiere gehören nicht in den Garten sondern in den Bioabfall. Größere und große Tiere läßt man von einer Tierkörper-Verwertungsanstalt abholen. Der Dienst ist in den meisten Regionen nicht mehr kostenlos. Die Telefonnummer sollte griffbereit sein, um sich im Ernstfall ein langes Suchen zu ersparen.
Die Anschaffung
Reptilien kann man im Zoofachhandel, bei privaten Züchtern und Haltern oder auf Börsen und Ausstellungen erwerben. Es gibt auch noch einige Gartencenter, die Tiere anbieten, aber dort sollte man wohl lieber die Finger davon lassen. Zu diesen drei Möglichkeiten will ich hier meine Erfahrungen näher erläutern.
Zoofachhandel: der Handel ist sicher viel besser als sein Ruf. Einschränken muß ich das aber, denn leider gibt es immer noch einige schlechte Läden. - Gehe ich einmal von unserem Laden aus (davon gibt es viele), kann ich sagen, dort kann man bedenkenlos Tiere kaufen. Der moderne Handel ist immer bemüht, sein Angebot aus Nachzuchten zu bestreiten. Ausgefallene Arten bezieht ein Händler aber nach wie vor sehr häufig über seinen Großhändler und dieser wiederum importiert die Tiere aus deren Heimatländern. Wollen wir alle die Wildfänge stoppen, sollten wir auch einen Teil unserer Nachzuchten an den Handel abgeben!
Private Züchter und
Halter: dort ist man meistens am besten aufgehoben. Ein Züchter
wird auf seinen Ruf bedacht sein und keine minderwertigen Tiere abgeben.
Beim Kauf bekommt man wertvolle Tipps und man hat in der Regel die
Möglichkeit, sich die Elterntiere anzusehen. Jeder Züchter ist bemüht,
seinem Kunden bei auftretenden Fragen (und die treten auf!) zu helfen.
Nachteil: selten wohnt ein Züchter nebenan.
Aber wie findet man einen Züchter? Nun, wer dieses hier liest, hat den Weg ins
Internet bereits geschafft. Gerade das Internet ist heute ein
Kommunikationsmittel, das in der Terraristik nicht mehr wegzudenken ist.
Bezüglich Züchtern schaut man einfach in diversen Suchmaschinen oder direkt in
die Linksammlungen der Terrarianer-Homepages. Sicher, da kommt dann der Weg zum Halter
dazu. Man muß also eine Anfahrt in Kauf nehmen.
Aber wer ein bestimmtes Tier haben möchte, sollte kein Problem daraus
machen, 300km fahren zu müssen (wir sind auch schon 800km gefahren).
Private Halter sind die Terrarianer, die durch gute Haltung (meistens) das
Glück hatten, Nachwuchs aufziehen zu können. Auch bei ihnen kauft man
meistens gute Tiere. Allerdings gerät man hier leider auch an
'Geschichtenerzähler', die alles tun, um ihre Tiere an den Mann/die Frau zu
bringen. Sowohl bei Schlangen als auch bei Echsen werden zum Teil Tiere
wirklich nur vermehrt um jeden Preis. Man will einfach nur Geld verdienen.
Es wird verpaart, was das Zeug hält - egal ob die Tiere durch x
Generationen verwandt sind und man weiß, daß Inzucht mit Schäden die
Folge ist. Es werden verschiedene Arten zusammengewürfelt, weil der
passende Partner nicht vorhanden ist. Die Ergebnisse werden dann auch noch
für teures Geld als xyz angepriesen - und der unerfahrene Terrarianer kauft
ahnungslos. Sehr viele Nachzuchten werden viel zu früh abgegeben, nur damit
sie kein Geld verfressen! Das diese Winzlinge oft keine Lebenschance haben,
kann sich jeder ausrechnen (Transport, neue Umgebung, anderes Klima). Da
werden z.B. Schlangen, die im Geburtsjahr nicht verkauft wurden, nur mit der
allernötigsten Nahrung versorg, damit sie klein bleiben. Diese Kümmerlinge
werden im Folgejahr als Neonaten verkauft. - All das gibt es und sicher noch
viel, viel mehr ...
Das geht selbstverständlich zu Lasten der Tiere, die oftmals bereits als
Todeskandidaten geboren werden. Es geht aber auch zu Lasten der seriösen
Züchter und Privathalter. Die Interessenten werden von solchen Leuten
absichtlich betrogen - dieses Verhalten tötet Tiere, zerstört Vertrauen
und schadet der gesamten Terraristik !
Es zahlt sich also immer aus, gut informiert an den Kauf zu gehen (einer der
Gründe, weshalb diese Seite entstand). Wer die Möglichkeit hat, einen
Freund oder Bekannten zur Beratung zu einem Kauf hinzuzuziehen, sollte es
nutzen.
Börsen und
Ausstellungen: hier werden Tiere gezeigt und angeboten, die sehr
unterschiedliche Schicksale hinter sich (oder vor sich) haben. Anbieter sind
Händler, Importeure, Züchter, Halter - einfach jeder. So ist auch die
Qualität. Man findet alles: vom superschönen Wunschtier über gestresste
Dauerangebotstiere bis hin zu den armen Viechern, die um jeden Preis weg
müssen. Was heißt das nun? Für einen Einsteiger in die Terraristik ist
unbedingt abzuraten, ein Tier auf einer Börse zu kaufen! Trifft man sein
Wunschtier dort an und ist der Besitzer seriös, wird er einem das Tier
reservieren und man kann es dann zu einem späteren Zeitpunkt bei ihm zu
Hause abholen und die ganze Sache in Ruhe besprechen. Hat der Anbieter daran
kein Interesse, sollte man die Finger von dem Tier lassen. - Ist schon
einige Erfahrung vorhanden, wird man schnell erkennen, ob ein Anbieter
seriös ist.
Die Dauerangebote sind die Reptilien, die von Börse zu Börse gebracht
werden (in den Sommermonaten finden an fast jedem Wochenende irgendwo
Börsen statt). Die Tiere leben längere Zeit in ihren kleinen Boxen und wie
hoch der Stress dann ist, kann sich jeder ausmalen.
Tiere, die unbedingt verkauft werden sollen, sind oft alt oder krank,
schlimmstenfalls beides. Leider sieht man immer wieder solche armen
Geschöpfe, die ihren Besitzern noch schnell ein paar Euro einbringen
sollen, ehe sie ... (s.o.)
Es gibt, wie gesagt, sehr viele private Züchter auf Börsen. Ein
interessantes und gesundes Tier kann man dann auch dort erwerben. Der
Züchter wird einem gern seine Adresse geben, um später in Kontakt zu
bleiben. - Grundsätzlich raten wir für Börsen: mit einer Portion Vorsicht
und guter Sachkenntnis kann man durchaus ein schönes Tier erwerben. Als
Einsteiger oder mit wenigen Erfahrungen sollte man Börsen dazu nutzen,
Erfahrungen zu sammeln durch schauen und Kontakte zu knüpfen, aber nichts
kaufen.
Wer mag, kann unsere persönlichen Erfahrungen auf Börsen und Ausstellungen
hier nachlesen - bitte anklicken -
Wildfang, Farmzucht, Nachzucht
Ein weiteres Thema, über das man sich ernste Gedanken machen sollte, bevor man ein Reptil erwirbt. Es wird in absehbarer Zeit immer wieder Arten geben, die man nicht als Nachzuchten erwerben kann. Ob man diese Arten im Terrarium halten soll, will ich hier nicht erörtern, diese Frage muß jeder mit sich selbst abmachen. Unser allgemeines Bestreben geht aber dahin, daß wir Nachzuchten halten wollen. Wie unterscheidet sich das nun alles genau?
Eine Garantie auf Gesundheit gibt es bei lebenden Tieren nie, und auch der gewissenhafteste Züchter kann nicht in seine Tiere hineinsehen. So kann es immer vorkommen, daß ein Tier trotz allerbester Haltung und Abstammung plötzlich krank wird oder verstirbt. Man sollte dann den Kontakt zum Züchter suchen und sachlich mit ihm bereden, was passiert sein könnte. Jeder Züchter ist interessiert zu erfahren, wenn etwas in seiner Zucht nicht stimmen sollte. Bei Haltungsfehlern kann man diese gemeinsam ergründen und für die Zukunft abstellen. - Dazu ein Hinweis auf ein Erlebnis eines uns bekannten Züchters: der Käufer erwarb drei völlig gesunde und vitale Jungschlangen. Nebenbei erzählte er von seiner langen Anreise, er hätte diese aber genossen, weil er sein neues Auto so richtig testen konnte. Drei Tage später meldete sich der Käufer und berichtete, daß alle Schlangen verstorben waren. Die Tiere wurden zur Untersuchung der Todesursache eingeschickt: die Ausgasungen des nagelneuen Fahrzeuges hatten die Tiere quasi vergiftet. So dumm kann es laufen und so schnell hätte der Ruf des Züchters zerstört sein können, hätten die beiden keinen Kontakt gehabt.
|
© R.Kohlmeyer 2000 - 2004 |