Welche Tiere für Einsteiger
Sehr oft werde ich gefragt, welches Tier ich
einem Einsteiger in die Terraristik empfehlen würde. Dazu einen Rat zu geben,
ist nicht einfach. Daher schrieb ich hier eine Seite, die als Denkanstoß
gedacht ist und keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Ich verwende nach Möglichkeit nie das Wort
'Anfänger', weil es sehr abwertend klingt und nicht jeder Einsteiger ein
Anfänger ist! Jemand der bereits viel Erfahrung in der Aquaristik hat, muß
sich beispielsweise nicht mehr mit Technik oder Hygiene und Desinfektion
beschäftigen. Im Gegenteil, von ihm könnte so mancher Terrarianer noch vieles
lernen. Jemand, der bereits lange Nager hält, muß auch nichts mehr über
Nagersicherheit etc. lernen. - Ein 'Anfänger' wäre für mich jemand, der von
alledem nichts weiß und wirklich alles von A-Z lernen muß.
Die Gemeinsamkeit liegt darin, daß sich die einen jetzt mit den Landbewohnern
und die anderen mit der ganzen Materie beschäftigen möchten und in den Bereich
Terraristik einsteigen.
Grundsätzliches
- Warum überhaupt Reptilien?
Ein Stück Ferne im Wohnzimmer, sagen die
einen, Etwas Urzeit in der modernen Welt, sagen andere. Es trifft
sicher beides zu, aber ist das alles? Die Reptilien, egal welcher Art
verkörpern sicher alle einen Teil der Urzeit. Auch die Ferne/Exotik holt
man sich ins Haus. Aber irgend etwas muß da noch sein - Faszination für
das jeweilige Tier, für das Fremde? Ich denke, es spielt da alles mit
hinein. Zumindest sollten diese Gedanken den größten Teil einer
Entscheidung für Reptilien ausmachen, denn es gibt auch die Leute,
die sich eine Schlange oder einen Grünen Leguan oder eine Vogelspinne aus
Prestige-Gründen in die Wohnung holen. Das soll aber hier nicht das Thema
sein und für diese Art Menschen ist diese Seite auch nicht gedacht!
- Welche Tiere leben in Terrarien?
Der Bereich der Terraristik ist heute sehr groß. Sicher spielen da die
schnellen Transportwege (Flugzeug) vom Ursprungsland bis zu unseren
Wohnzimmern eine Rolle. Der Hauptgrund für ein großes Angebot liegt aber
sicher an der Entwicklung der Technik. Ohne Technik ist eine Haltung von
Reptilien nicht möglich - je besser die Technik, desto schwierigere Arten
können wir halten. Ebenso hat sich die Futtertierzucht enorm erweitert.
Noch vor 20 Jahren gab es selten im Zoohandel Insekten zu kaufen! Man sollte
auch das Umweltbewusstsein nicht verkennen (ist ja auch noch nicht so alt),
denn dadurch gibt es ja überhaupt erst Bio-Gemüse u.ä., das für unsere
Pflanzenfresser lebenswichtig sein kann.
Zu den Reptilien oder besser Terrarientieren die man im Terrarium heute
halten kann, zählen die Schlangen, Echsen, Frösche, Molche, Salamander,
Schildkröten, Spinnen, Insekten, Gliedertiere - und für mich auch
tropische Nager. Von jeder genannten Tiergattung gibt es zahlreiche Arten,
aus denen sich ein Einsteiger in dieses Hobby nun das für ihn passende Tier
auswählen möchte. Das die Wahl nicht einfach ist, das kann sich jeder
vorstellen.
- Was will ich mit dem Tier,
was erwarte ich von dem Tier? Diese
Frage ist sicher die wichtigste überhaupt! Ich frage das immer alle
Ratsuchenden zuerst. Was damit gemeint ist, ist einfach. Man kann ein Reptil
oder exotische Nager nicht als Schmusetier ansehen! Diese Tiere sind mehr
oder weniger nur zum Anschauen. Reicht einem das wirklich? Naja,
gefüttert werden wollen sie, die Terrarien sind zu reinigen, täglich
frisches Wasser muß gereicht werden und Zeit zum Beobachten soll auch da
sein. Reicht das aus, um die sehr hohen Anschaffungskosten und die nicht
unbedingt geringen Futter- und Haltungskosten aufzuwenden? Will man wirklich
u.U. auf Urlaub verzichten?
Weitere Gedanken dazu kannst Du im Teil über den
Tierkauf nachlesen.
Zur Findung der geeigneten Art sind diese Punkte aber sehr wichtig, denn wer
sein Tier auch mal anfassen und auf den Arm nehmen will, legt sich
schon in eine Richtung fest. Da kommen keine Arten in Frage, die scheu und
nervös sind.
- Wo soll das Terrarium stehen?
Was hat das mit der geeigneten Art zu tun? Sehr viel, denn das Auge will
sich auch erfreuen. Regenwaldterrarien oder ein schön eingerichtetes
Frosch-Terrarium im Wohnzimmer ist was Feines. Dagegen dürfte ein Becken
mit versteckt lebenden Salamandern besser in einem anderen Raum aufgehoben
sein. Ob man die Vogelspinnen-Sammlung im Wohn- oder im Schlafzimmer gut platziert,
ist auch die Frage. - Wieder scheiden einige Arten aus oder kommen in die
engere Wahl.
- Wie viel Platz und welche baulichen
Gegebenheiten bietet der Aufstellungsort?
Ist das wichtig, denn ein vorhandener Unterschrank von 120cm Breite wird
nicht ausreichen, um einem Terrarium für Bartagamen Platz zu bieten. Eine
Ecke unter Einbeziehung einer Dachschräge kann für kletternde Arten zu
niedrig sein. Und wer das Becken auf den Boden stellen will und eine
Fußbodenheizung betreibt, hat auch nicht immer Vorteile, denn viele Tiere
benötigen eine Winterruhe mit abgesenkten Temperaturen (genau dann, wenn
die Heizung in Betrieb ist). Hier kommt auch der Punkt Wasser hinzu. Falls
der Boden mit teurem Teppich oder empfindlichem Parkett belegt ist, sollte
man evtl. besser auf Tiere verzichten, die einen großen Wasserteil
benötigen. Wasserschäden sind immer einzukalkulieren, sie passieren
einfach.
- Welches Biotop möchte ich im Terrarium
nachgestalten? Ein Thema, das
ebenfalls bedacht werden muß, bevor man sich über die Tiere selbst
Gedanken macht. In Frage kommen Regenwaldterrarien, Wüstenterrarien,
Trockenterrarien, Stein- u. Felsterrarien und Freianlagen/Volieren.
Insektarien gliedern sich da etwas aus, weil sie zu den jeweiligen Insekten
gehören, ähnlich wie die Becken für Spinnen und Gliederfüßer.
Regenwaldterrarium:
es ist zweifellos die aufwendigste und teuerste Art einer
Terrariengestaltung. Neben guten Klimakenntnissen zur artgerechten
Einrichtung erfordert so ein Becken einen
hohen technischen Aufwand wie Thermosteuerung, Bewässerungsanlage und evtl.
auch einen Wasserfall oder Bachlauf. Man sollte auch Kenntnisse in der
Pflanzenwelt haben, denn Pflanzen gehören in großer Zahl in so ein
Terrarium. - Ein Regenwaldterrarium ist etwas sehr schönes, benötigt aber
hohe Investitionen, viel Zeit für die Pflege und diverse Vorkenntnisse. Ich
würde einem absoluten Einsteiger nicht zu einem Regenwaldterrarium raten.
Und hier kommt die o.g. Differenzierung: jemand, der aus der Aquaristik
kommt, wird sicher problemlos ein Regenwaldterrarium einrichten und pflegen
können.
- Ein kleinerer Bruder eines Tropenbeckens ist da dann ein Terrarium für
einige winzige Frösche. Die Pflege eines solchen Beckens ist sicher
einfacher, aber in dem Fall ist die Haltung der Tiere nicht so leicht. Evtl.
findet man aber jemanden, der einen in Bezug auf diese Frösche
unterstützt. Dann kann ich mir das durchaus auch für Einsteiger
vorstellen.
Wüstenterrarium:
so ein Becken kann durchaus sehr schön aussehen. Gute Kenntnisse über die
Heimat der zu pflegenden Tiere helfen da immer weiter. Man gestaltet ein
Stück des Heimatbiotops nach mit Sand, Steinen, alten Wurzeln, Höhlen und
so. Das Ganze kann zu einem Blickfang in jedem Raum werden. - Ein
Wüstenterrarium ist gut für Einsteiger geeignet.
- In der Bauart der Wüstenterrarien leben auch einige der tropischen Nager.
Nagerfreunde haben hier noch etwas mehr zu tun, denn da müssen häufig noch
künstliche unterirdische Gänge und Höhlen geschaffen werden.
Trockenterrarien: hierzu
zählen sicher in der Hauptsache die Becken für Landschildkröten (kleine).
Sie sind leicht einzurichten und auch die passenden Tiere sind für
Einsteiger geeignet, wenn man bei 'normalen' Arten bleibt.
Fels- und Steinterrarien:
ähnlich wie bei den Wüstenbecken sind hier gut die heimatlichen Gefilde
nachzubauen. Um das Gewicht der Einrichtung nicht zu hoch werden zu lassen,
kann man hier gut auch Steinplatten und Felsen in künstlicher Form
nachbauen. Von den Terrarien selbst, kein Problem für Einsteiger. Was etwas
komplizierter wird, sind die Bewohner, denn die meisten, die in den
Felsregionen leben, sind wiederum nicht so optimal geeignet.
- Auch diese Art der Terrarien wird von Nagern geliebt, die Becken selbst
sind auch für sie gut zu gestalten!
Freianlagen
sind überwiegend für Landschildkröten geeignet. Wer hier ein wenig
gärtnerisches Geschick hat, kann ganz sicher ein Paradies für diese Tiere
schaffen. Auch Volieren oder Freiterrarien kann man bauen, wenn es das
Grundstück zulässt. Um die Reptilien, die ansonsten im Zimmerterrarium
leben, in ein Freilandterrarium zu setzen, benötigt man ganz sicher mehr
Erfahrung. In punkto Schildkröten sind Freianlagen lebenswichtig. Ein
gewissenhafter Einsteiger wird mit den Panzertieren sicher gut fertig
werden.
- Kann man auch eine Giftschlange halten?
Giftschlangen scheiden von vorn herein aus. Für deren Hallung benötigt man
sehr viel Erfahrung und viele Voraussetzungen (die Haltung ist auch nicht in
allen Bundesländern erlaubt!). Es gibt auch einige Echsen (Krustenechse),
Frösche und div. Glieder- und Spinnentiere, die starke Gifte abgeben
(Bisse, Hautkontakt, Bedrohung etc.). Auch diese Tiere gehören meiner
Meinung nach nicht in die Hände von Neulingen. Grundsätzlich
halte ich Gifttiere für Einsteiger ungeeignet und
daher gehe ich hier nicht weiter auf diese Arten ein.
Verschiedene Tiere
- Echse, Schlange, Amphibie,
Spinnentier oder was? Wer sich für
Nager, Spinnen oder Insekten und Gliederfüßer interessiert, wird sicher
wissen, was er will. Ich denke, dazu gibt es nichts zu sagen. Auch die
Liebhaber von Schildkröten wissen eigentlich immer, was sie möchten. Für
alle anderen bleibt jetzt wieder die Frage offen.
Zu den wichtigsten Echsen
gehören Agamen, Leguane, Skinke, Geckos, Warane, Chamäleons. Warane und
Chamäleons gehören meiner Meinung nach nur in erfahrene Hände, sollen
also hier nicht weiter erwähnt werden. Unter den anderen Arten gibt es so
manchen Vertreter, der für Einsteiger interessant ist.
Bei den Agamen
ist der Spitzenreiter ganz sicher die Bartagame
(Pogona vitticeps), ein Wüstenbewohner, gefolgt von der Grünen
Wasseragame (Physignatus cocincinus), die wieder ein feuchtes Klima
benötigt. Wer ein sehr großes Terrarium (mind. 170cm Länge) stellen kann
und seinen Tieren anfangs viel Ruhe gönnen mag, wird mit Siedleragamen
(Agama agama) viel Freude haben. Abzuraten ist von Kragenechsen
(Chlamydosaurus kingii) und Segelechsen
(Hydrosaurus). Diese Arten benötigen extrem große Terrarien und
stellen entsprechende Anforderungen an ihren Pfleger. Der Dornteufel
(Moloch) ist ein Geselle, der einen an Faszination schmelzen läßt.
Aber er ist nicht zu empfehlen, da er sich fast ausschließlich von Ameisen
ernährt. Er müßte ganz sicher kläglich im Terrarium verhungern. Häufig
werde ich auch nach den Bergagamen
(Japalura) gefragt. Bergagamen werden zwar von Zeit zu Zeit im Handel
angeboten, sind aber noch wenig erforscht und man weiß auch über deren
Lebensweise noch zu wenig, um ihnen in Gefangenschaft ein langes Leben zu
garantieren.
Unter den Leguanen
gibt es einige Vertreter, die immer wieder als Einsteigertiere gepriesen
werden. Ich halte z.b. Basilisken,
Ritteranolis (Anolis
equestris) und Grüne
Leguane (Iguana iguana) nicht für Einsteiger empfehlenswert, weil die
Haltung viel komplexer ist, als man denkt. Aber gerade unter den Leguanen
gibt es einige gut geeignete Vertreter! Beispielsweise viele der kleinen Anolis-Arten,
die Erd- leguane
(Liolaemus) und die Maskenleguane
(Leiocephalus), die zu den Zaunleguanen gehören sowie einige der Stachelleguane
(Sceloporus). Diese Arten werden nicht so groß,
benötigen daher auch keine so extrem großen Terrarien und lassen sich gut
halten und nachzüchten. Sie bieten durch ihre Farbenpracht ein schönes
Bild und sind angenehme Pfleglinge. Nicht so gut geeignet finde ich den Halsbandleguan
(Crotaphytus collaris) und die Leopardleguane
(Gambelia wislizenii).
Skinke
aus Wüstenregionen, z.B. der Berberskink
(Eumeces algeriensis)
leben
häufig etwas zurückgezogen. Oft verstecken sie sich tagsüber im Sand. Da
das Beobachten mit sehr viel Geduld verbunden ist, rate ich Einsteigern von
diesen Arten ab. Ein sehr schönes Tier ist aber die afrikanische
Blauschwanzmabuye (Mabuya quinquetaeniata), die sich paarweise
sehr gut halten und beobachten läßt. Es gibt zahlreiche Arten der
Skinkfamilie, so daß ich hier nicht alle nennen kann, aber von den meisten
ist abzuraten, weil sie höhere Ansprüche stellen und in der Regel auch
kaum zu erwerben sind. - Erwähnen möchte ich aber die großen Blauzungenskinke
(Tiliqua scindoides). Auch sie benötigen Platz, aber sie sind
umgänglich und nicht sehr scheu. Wer den Anschaffungspreis nicht scheut,
hat nette Gesellen, die sehr aktiv in ihrem Terrarium leben.
Im Reich der Geckos
bin ich nicht so zu Hause, aber Favorit dieser Gattung ist ganz sicher der
Leopardgecko (Eublepharis macularius). Einige der Taggecko-Arten (Phelsumen)
sind ebenfalls gut für Einsteiger geeignet, wenn sie mit dem erforderlichen
Tropenterrarium klar kommen. Ein lustiger Vertreter der Art ist auch der
Hausgecko und der größere Tokee
(Gecko gecko). Bedenken muß man aber vor der Anschaffung eines Tokee,
daß diese Burschen des nachts sehr laut rufen und man sich u.U. den Ärger
der Nachbarschaft zuzieht.
- Die Schlangen
unterteilt man grob in Riesenschlangen, Nattern und Giftschlangen. Hier
wollen wir uns nur die Riesenschlangen und die Nattern ansehen.
Giftschlangen kommen für die Haltung nicht in Frage. Unter den Riesenschlangen
ist sicher die am besten für den Start geeignete Art eine Kaiserboa (Boa
constrictor imperator). Boa c.imp. wird meist um 2m groß, ist also noch
ganz gut zu händeln, wenn sie ausgewachsen ist. Boas sind eigentlich immer
gute Fresser mit einem freundlichen Wesen. - Sehr oft werden die Königspythons
(Python regius) als Einsteigerschlangen genannt. Das ist nicht
korrekt, denn gerade diese Art ist sehr launisch in Bezug auf
Futteraufnahme. Da ist ein Einsteiger sehr leicht überfordert, also besser
keinen Königspython. Das ein Tigerpython (Python molurus) mit einer
Endgröße von bis zu 6m nicht in unerfahrene Hände gehört, versteht sich
von selbst. - Wenn es eine Riesenschlange sein soll, würde ich immer zu
einer Boa c. imperator raten.
Unter den Nattern
gibt es eine große Anzahl geeigneter Schlangen. Die ganze Palette der Königsnattern
(Lampropeltis) ist sehr interessant. (Evtl. sollte man bei den L.
getula-Arten etwas vorsichtiger sein, da diese häufig zum beißen
neigen, aber von der Haltung und Aktivität her sind auch sie gut zu haben.
Nachteil: es sind Schlangenfresser, die einzeln gehalten werden müssen.) Es
gibt auch unter den Königsnattern Arten, die nicht so geeignet sind, aber
die sind eigentlich auch schwer erhältlich. Man kann sich also hier auch
vom Auge leiten lassen, denn es gibt wunderschöne Tiere, sicher für jeden
Geschmack etwas. - Eine immer wieder als optimal zu bezeichnende Schlange
für den Einsteiger ist die Kornnatter
(Elaphe guttata). Für mich persönlich der absolute Favorit! Diese Tiere
sehen sehr schön aus (es gibt unzählige Farben und Zeichnungsvarianten),
sind gut zu pflegen, fressen problemlos, lassen sich anfassen und nehmen es
auch nicht übel, wenn man sie denn doch mal eine Zeit über die Arme
schlängeln lässt. Mit einer Kornnatter kann man auch sehr gut seine ersten
Zuchterfahrungen sammeln. - Immer noch wird die Strumpfbandnatter
(Thamnophis) als Einsteigerschlange empfohlen. Das ist einfach
falsch. Für die Haltung dieser Tiere muß man über diverse Grundkenntnisse
verfügen, sie überfordern den Pfleger sehr leicht. Das Zusammenspiel von
Tier, Terrarium und Wasser ist nicht immer ganz einfach im Gleichgewicht zu
halten. Besser ist es, man sammelt mit anderen Arten Erfahrungen und
überlegt sich später die Anschaffung von Strumpfbandnattern (lohnt sich
dann jedoch!). - Wie bereits erwähnt, es gibt noch einige Nattern die
geeignet sind, z.B. einige der Erdnattern usw.
Hinweis: oftmals heißt es, daß jemand das Würgen von Futtertieren
nicht sehen und ertragen kann. Diese Personen sollten unbedingt auf die
Haltung von Schlangen verzichten! Ein Ausweichen auf die insektenfressende Grasnatter
(Opheodrys) ist fatal. Diese Schlangen sind
sehr kompliziert in ihren Ansprüchen und nichts für den unerfahrenen
Pfleger!!
- Bei den Amphibien
wird es für mich schwierig, da ich selbst keine der Arten halte. Hier
greife ich zurück auf die Erfahrungen unserer Tochter, die seit einigen
Jahren ihre Amphibien pflegt. Ich will zunächst unterteilen nach Fröschen
und Kröten, Molchen, Salamandern und Wasserschildkröten. Wie bereits bei
den Terrarien angesprochen, sind einige der Frösche
und Kröten gut zum Einstieg zu
pflegen. Ich denke, mit der Haltung von Laub- und Baumfröschen hat man
einen guten Einstieg in die Materie. Diese meist aus Amerika stammenden
Tiere lieben kühlere Terrarien, so daß man sich mit Heizung und
Temperaturgefälle etc. noch nicht plagen muß. Später kann man erweitern
auf einfache Arten der farbenprächtigen Pfeilgiftfrösche (Dendrobates),
auf eine der unzähligen anderen Froscharten oder auf die lustigen
Kröten.
Ähnlich ist es bei den Molchen
und anderen Schwanzlurchen. Im Handel findet man des Öfteren sehr schöne
Tiere, die sich gut für den Einsteiger eignen, zum Beispiel der Grünliche
Wassermolch (..). Zu beachten ist, daß auch die Molche es meist nicht warm
mögen (also nicht für ein Wohnzimmer geeignet). Wer einen Kellerraum hat,
ist in einer glücklichen Situation. Ein Keller eignet sich wunderbar zur
Haltung, dort kann auch die Winterruhe optimal durchgeführt werden. Molche
sollen gut zur Vermehrung gebracht werden können, genaues kann ich dazu
nicht sagen.
Salamander
halte ich persönlich zum Anfang nur bedingt geeignet, weil sie eher
versteckt leben. Dieser Aspekt führt den unerfahrenen Pfleger immer wieder
dazu nachzusehen, ob denn alles in Ordnung ist. Da sich die Salamander gern
vergraben, wird die halbe Terrarieneinrichtung entfernt, um die Tiere zu
finden. Für die Tiere bedeutet das Nachsehen Störung und damit Stress.
Zum Thema Wasserschildkröten
ist sicher das gleiche zu sagen, wie oben. Auch hier gibt es Arten, die ein
gewissenhafter Pfleger gut halten kann. Wie aber in der gesamten
Schildkrötenhaltung ist auch bei diesen Tieren absolute Liebe zum Tier
nötig, denn sie leben sehr lange und benötigen sehr viele Jahre unsere
Pflege. Unterschätzen darf man das Wachstum nicht. Unzählige der
Gelbhalswasserschildkröten z.B. werden in jedem Jahr im Handel angeboten
und verkauft. Die wenigsten Besitzer ahnen, wie groß die Tiere werden.
Folge: eines Tages gibt es kein passendes Aquarium mehr und die
Schildkröten werden einfach ausgesetzt.
Ist die Entscheidung jetzt leichter? Vielleicht
ein wenig, würde mich freuen. Aber der nächste Schritt ist jetzt das lesen der
Ansprüche der in Frage kommenden Arten. Dazu würde ich mir ein
Buch kaufen oder ausleihen, in dem verschiedene Arten besprochen sind. So
ein allgemeiner Ratgeber wird einem später immer wieder weiterhelfen und die
Investition lohnt sich. Eines von vielen wäre Das BLV Terrarien-
Buch von Robert und Valerie
Davies. Der nächste Schritt sind dann weitere Informationen über die
Tierart zu sammeln. Dazu gibt es für viele Arten Fachbücher.
Auch das Internet ist eine gute Informationsquelle. Es ist ratsam, verschiedene
Homepages zu lesen, denn es sind auf den Seiten die persönlichen Erfahrungen
der Betreiber zu lesen und diese sind bei jedem anders. - Erscheint einem das
Wunschtier dann immer noch passend und möchte man dieses und kein anderes
pflegen, dann wird zuerst das Terrarium besorgt und eingerichtet. Es ist gut,
wenn ein Terrarium vor dem Besatz mit Tieren eine Zeit läuft. Bei Wüsten- und
Felsbecken geht man von 8-10 Tagen aus, bei Regenwaldterrarien sollten sich die
Pflanzen und das klimatische Gleichgewicht eingespielt haben. In dieser Zeit
werden immer wieder die Temperaturen und Luftfeuchtigkeitswerte überprüft und
ggf. nachgeregelt. Zu dem Zeitpunkt, wenn die Tiere einziehen, muß alles in
Ordnung sein.
Und nun viel Spaß!
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© R. Kohlmeyer
2000-2004
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