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Eines zu Beginn: Hier geht es um Nager - Haltung und Zucht |
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Ob diese Nager dann als Liebhabertiere oder als Futtertiere Verwendung finden, |
Die Haltung von Farbratten
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Als Farbratten
bezeichnet man die 'normalen' bekannten Ratten, wie sie wohl jeder aus
seinem Zoohandel kennt. Dabei spielt die Farbe keine Rolle. Da man an
der Haltung und Zucht auch Freude haben sollte, wählt man sich Tiere,
die einem ganz persönlich gefallen. Für Liebhaberhaltung ist dies so
und so Bedingung. Warum also nicht mit Tieren beginnen, die man als
'schön' empfindet? (Wo man kauft, steht im
allgemeinen Teil zu lesen).
Nur eines bitte: niemals eine Ratte allein halten. Es sind gesellige Tiere,
die mindestens einen Partner benötigen. Ein Ersatz kann ein Mensch
niemals werden! Übrigens: der Rattenschwanz ist nicht nackt. Er ist von feinen Schuppen und Härchen bedeckt. Mit dem Schwanz kann die Ratte ihre Körpertemperatur regeln. Gleichzeitig ist er ein wichtiges Hilfsmittel zum Klettern. |
Bevor man sich Ratten anschafft, geht es um den richtigen Käfig. Der Handel hält leider keine speziellen Rattenkäfige bereit, weil die Hersteller zwei Dinge leider nicht berücksichtigen: a) wie soll ein Rattenkäfig aussehen, b) es besteht ein echter Bedarf. - Ein passendes Heim sollte so groß wie möglich sein. Manchmal findet man geeignete Vogelvolieren oder Chinchillakäfige. Als Maß für 2-3 Tiere sollte man 80x50x50cm (LxBxH) nicht unterschreiten. Um den Ratten aber einen wirklichen Lebensraum bieten zu können, soll der Käfig wesentlich größer gewählt werden (Selbstbau). Der Käfig soll rattengerecht sein, gut aussehen und in die Wohnung passen. Das läßt sich mit relativ wenigen Mitteln und geringem Kostenaufwand verwirklichen. Eine kleine Bauanleitung gebe ich auf der Extraseite.
Ratten mögen es weder sehr warm,
noch lieben sie extremes Licht. Das muß berücksichtigt werden, wenn der
passende Käfigplatz gesucht wird. Selbstverständlich darf es keinerlei Zugluft
geben! Man sollte direkte Sonneneinstrahlung bei der Wahl des Käfigstandortes
vermeiden. Der Käfig soll zwar hell, aber bitte nicht auf der Fensterbank
aufgestellt werden. Auch ein Platz unmittelbar neben Türen ist ungeeignet. Die
Luftfeuchtigkeit darf nicht hoch sein in dem Aufstellungsraum (weder Küche noch
Bad). Ratten vertragen keine hohe Luftfeuchtigkeit! Richtig liegt man, wenn man
sich selbst in dem Raum wohl fühlt.
Ja, es stimmt: Ratten sind erheblich empfindlicher in der Haltung als
beispielsweise Farbmäuse oder
Wüstenrenner.
Die Einstreu
besteht
aus der handelsüblichen Kleintierstreu. Eine Schicht von 3-4 cm aufgelockerter
Streu wird in den Käfig eingebracht. - Möglich ist es auch, die Biostreu aus
gepresstem Stroh zu verwenden. Diese Streu ist etwas teurer, aber für den
'kleinen' Bedarf durchaus eine Überlegung wert.
Weiter wird ein
Schlafhäuschen
bereit gestellt. Gute Erfahrungen habe ich sowohl mit Holzhäuschen als
auch mit Kunststoffhäuschen gemacht. So ein Schlafhaus sollte nicht zu klein
gewählt werden, ich denke, die Maße von 20x15cm sind für 2-3 Tiere
angebracht. Keine Angst vor Holz - bei richtiger Fütterung werden die Häuschen
zwar mit der Zeit angenagt, aber es hält sich in Grenzen. Die Pflege von
Holzgegenständen ist unproblematisch. Man spült alle Teile einmal wöchentlich
unter sehr heißem Wasser ab (wenn's sein muß mit Bürste scheuern), ohne
Zusatz irgendwelcher Spülmittel. Dann läßt man sie kurz trocknen und stellt
sie wieder zurück in den Käfig.
Ein Laufrad halte ich für erwachsene Tiere
für überflüssig. Ich habe bei meinen Ratten festgestellt, daß die meisten
Ratten keine Lust am Rennen haben. Jungtiere allerdings gehen mitunter sehr gern
im Laufrad toben. Wenn aber ein Laufrad, dann ein sehr großes. Ich habe welche
von 20cm Durchmesser getestet, damit klappt es. Es darf aber gern noch größer
sein. Die Geschichten über abgeklemmte Gliedmaßen oder Schwänze kann ich
nicht bestätigen, aber wie gesagt, die meisten Ratten laufen eh nicht...
Inzwischen gibt es im Handel neue Laufräder, die eine abgeschirmte Befestigung
haben, die man am oberen Käfiggitter anbringen kann. Erfahrungen darüber sind
mir bisher nicht bekannt.
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Damit
wäre der Käfig fast fertig. Es fehlt noch diverses Kletter-
und Spielgerät.
Da
bietet der Handel eine Menge an (Papageienleitern, -stangen,
Klettergerät). Man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen und endlos
basteln und bauen. Kräftige Kletteräste werden geliebt, genauso
Stofflappen und dicke Kletterstricke. Ganz besonders gern mögen Ratten
Hängematten. Die kann man leicht basteln: ein altes Handtuch an den
Ecken aufgehängt, fertig...
Ein Futter- und Wassernapf oder eine Tränkflasche sind selbstverständlich. Wähle einen großen, schweren Futternapf. Dieser Napf wird so aufgestellt, daß die Tiere von allen Seiten Zugang haben: Ratten sind sehr gesellig und gehen meistens gemeinsam zum Fressnapf! Wassernäpfe setze ich oft (wenn möglich immer) in die Käfige, obwohl ich immer zusätzlich auch Tränkflaschen benutze. Das hat einen einfachen Grund: Ratten waschen sich gern. Man kann oft beobachten, wie sie am Napf sitzen, die Vorderpfötchen naß machen, um sich dann Nase und Kopf zu 'waschen'. Für das Trinkwasser sind Tränkflaschen besser geeignet, weil das Wasser sauber bleibt. Aber bitte keine Flaschen aus Glas und / oder mit Glas-Trinkröhrchen kaufen. Die Nager würden sie schnell zerbeißen - die Folgen brauche ich hier nicht aufzuzeigen. |
Geruch von Ratten wird oft als unangenehm bezeichnet. Wenn der Uringeruch trotz regelmäßiger Käfigreinigung stören sollte, kann man einen kleinen Trick anwenden: in die Käfigecken gibt man jeweils eine Messerspitze Haushaltsnatron unter die Streu. Dadurch wird der Geruch neutralisiert.
Für
Futtertierhaltung
gilt im Prinzip alles gesagte, nur in etwas anderen
Dimensionen. Was dann? Vorab: ich gehöre nicht zu den Verfechtern der sog.
Macrolon-Boxen
-
bin aber auch nicht strikt dagegen. Für eine Dauerhaltung halte ich diese
Dinger allerdings für ungeeignet. (Für Leser, die Makrolohn-Wannen nicht
kennen: es handelt sich um Kunststoff-Wannen (Macrolon) in entsprechender
Größe - je nach Tierart -, die mit einer Abdeckung aus Stahlgitter versehen
ist. Durch ein besonderes Schließpatent sind die Wannen absolut sicher
verschließbar. Der Nachteil: In das Abdeckgitter ist halbseitig eine große
Vertiefung eingelassen zur Aufnahme von Futter und Tränkflasche. Durch die
dadurch entstehende Verkleinerung der Box fällt praktisch die halbe Fläche
weg. Ein Klettern ist den Tieren kaum möglich und ein Rattenschlafhaus kann man
völlig vergessen. Ein weiterer Nachteil bei neueren Boxen ist der, daß diese
aus farblosem Material bestehen. Die Tiere haben keine Möglichkeit, sich
zurückzuziehen. - Die Macrolon-Wannen werden hauptsächlich in der Laborhaltung
verwandt.
Was einem bleibt, ist auch hier
der
Selbstbau. Der Platzbedarf muß vorher genauestens durchdacht werden, damit
man nicht über seine Grenzen hinaus plant. Was Einrichtung und Einstreu
betrifft, mache ich keinen Unterschied zwischen einer Haltung von zwei Tieren
und einer Haltung von 20 Tieren. Bei mir haben alle Tiere ein Schlafzimmer,
Klettermöglichkeiten und Platz zum spielen und träumen.
Futter:
Was füttert man nun am besten? Zunächst stellt sich die Frage nach dem
Nährstoff- und Vitaminbedarf der Tiere. Die Futterzusammensetzung muß auf das
Tier abgestimmt sein.
Was benötigt eine Ratte? Hier alle Bestandteile des Bedarfs aufzuführen, wäre
zu umfangreich. Im Rattenfutter ist viel wichtige Gerste enthalten, Haferflocken
sind sehr gesund und vermindern auch wieder den Uringeruch. Am besten ist es,
wenn man ein spezielles Pressfutter füttert, daß für Ratten und Kleinnager
hergestellt wird. Dann kann man nichts falsch machen. Dieses Futter bekommt man
meistens preisgünstig über den Landhandel. Verhandeln lohnt sich!
Zusätzlich kann man Gemüse und Obst anbieten. Von Zeit zu Zeit ein Kolbenhirse
und einige Sonnenblumenkerne sowie ungeschälte Erdnüsse sind eine willkommene
Abwechslung. Geliebt werden gekochte und rohe Nudeln, gekochter Reis (alles
ungewürzt natürlich) und gekochte Kartoffeln. Löwenzahn und diverse Kräuter
sind immer willkommen.
Eines noch: gib Deinen Ratten kein Heu! Heu beherbergt oft Eier von div.
Ungeziefer, was zwar in der Regel nichts macht, aber die Ratten schleppen Heu in
ihre Schlafnester, urinieren darauf und schon ist die beste Brutstätte für
Milben und sonstiges geschaffen. Außerdem fängt das feuchte Heu innerhalb
kürzester Zeit übelst an zu riechen. - Stroh hingegen ist bedenkenlos in
kleinen Mengen nutzbar. Es saugt Feuchtigkeit besser auf und stinkt nicht.
Allerdings sollte es kein Stroh frisch vom Feld oder aus Bauer-Nachbars Scheune
sein. Auch hierin ist zuviel, was wir nicht wollen... Stroh kauft man in
gereinigtem Zustand am besten im Zoofachhandel.
Nicht zu vergessen ist Wasser! Das es täglich frisch bereitstehen muß, dürfte
selbstverständlich sein. Eine gelegentliche Zugabe von Vitamin-Präparaten hat
sich beim Zuchteinsatz sehr bewährt. Aber Vorsicht bitte bei Tränkflaschen!
Die Vitaminmittel sind meist ölhaltig. Die Tränkflaschen verschmieren so
heftig, daß auch die beste Flaschenbürste machtlos ist. Also Vitaminzusätze immer im Napf
reichen!