Die Wüstenmäuse
unterscheiden sich in 12 Arten, von denen im Handel die größere persische
Wüstenmaus und die kleinere mongolische Wüstenmaus angeboten werden. Die
Mongolische Wüstenmaus lebt in Trockensteppen und Halbwüsten der Mongolei.
Über das Leben in der Natur ist nicht sehr viel bekannt.
Die Tiere wurden 1954 mit 22 Exemplaren in die USA eingeführt. Von diesen
Tieren stammen alle heutigen käuflichen Wüstenmäuse ab. Die Wüstenmäuse
werden im Handel fälschlich als Wüstenrenner angeboten. Diese Bezeichnung ist
ebenso irreführend, wie die Bezeichnung 'Gerbil'. Bei
Gerbils
(Rennmäusen)
handelt
es sich um eine eigenständige Art.
Terrarienhaltung:
Wüstenmäuse werden meist zu dritt (1 Männchen mit 2 Weibchen) in einem Käfig
oder Becken von mind. 70x35x40cm (LxBxH) gehalten. Ausgediente Aquarien mit
Gazeabdeckung eignen sich zur Haltung besser, da die Wüstenmäuse starke Nager
sind. Eine dicke Einstreu (Kleintierstreu oder Vogelsand), Papier zum Nestbau
und einige Versteckmöglichkeiten sollten vorhanden sein. Ich benutze als
'Häuschen' zum Beispiel die Keramik-Höhlen aus der Aquaristik. Die sind
nagesicher, leicht zu reinigen und machen optisch 'was her. Ein Futternapf ist
selbstverständlich. Bei regelmäßiger Gabe von Grünfutter soll man auf den
Wassernapf verzichten können. Aus eigener Erfahrung kann ich das nicht
bestätigen. Unsere Wüstenmäuse haben bisher alle sehr gern (und relativ viel)
Wasser getrunken, trotz Zugabe von Grünfutter.
Die Tiere sind untereinander extrem unverträglich und können nur als Jungtiere
(vor der Geschlechtsreife) vergesellschaftet werden. Ein Zusammensetzen
erwachsener Tiere ist nicht möglich. Auch wenn einige Halter dies mit diversen
Tricks versuchen, bleibt stets das Risiko, daß sich die Tiere gegenseitig
jagen, verletzen und töten. Es ist also nicht zu empfehlen, sich auf solcherlei
Experimente einzulassen.
Ansonsten aber sind die
Wüstenmäuse sehr gut zu halten. Sie sind geruchlos und leicht zu pflegen. Auch
im Umgang mit dem Menschen zeigen sie keinerlei Angst und werden sehr schnell
zahm. Auch Kinder können sehr gut mit Wüstenmäusen zurechtkommen. Da sie
allerdings starke Nager sind, ist es nicht ratsam, die Tierchen unbeaufsichtigt
im Zimmer laufen zu lassen (sollte man eh nie tun). Auch sollte man seine
Wüstenmaus niemals am Schwanz anfassen oder gar versuchen festzuhalten, da
dieser leicht abreißt.
Die Tiere zu beobachten ist sehr unterhaltsam. Besonders interessant ist das
soziale Verhalten. Die Wüstenmäuse legen sehr viel Wert auf gegenseitige
Hautpflege. Nicht selten kann man beobachten, wie sich ein Tier vor oder unter
ein anderes 'schiebt', um die Putztätigkeit des Partners anzuregen. Es kommt
auch vor, daß eine säugende Mutter nebenbei ihre Freundin putzt und krault
oder selbst geputzt wird. - Damit ist schon gesagt: eine Zucht von
Wüstenmäusen ist nicht schwierig. Nach 21-23 Tagen Tragzeit werden bis zu
sechs Junge geboren, meist sind es 3-4 Babys. Man hört dann ein leises feines
Piepsen. Von da an soll der Käfig nur noch geöffnet werden, wenn es unbedingt
nötig ist (Futter, Wasser). Die Mütter sind oftmals recht empfindlich und
mögen nicht gestört werden, da sie sonst dazu neigen, den Nachwuchs
aufzufressen. Die Neugier kann man aber zügeln, denn bereits nach wenigen Tagen
laufen die Kleinen durch den Käfig, noch mit geschlossenen Augen. Von da an
kann man die Kleinen auch bereits vorsichtig berühren.
Futter: Mäusefutter mit Zugabe von 2x wöchentlich Grünfutter (Karotte), Sonnenblumenkerne, Gerste.
Hinweis: Bei Käfigen für Wüstenmäuse sollte man darauf achten, dass die Behältnisse nicht mit Gittern abgedeckt werden. Es kann vorkommen, dass die Mäuse sich beim Klettern in der Löchern der Gitter verfangen und verletzen. Besser ist es, eine Abdeckung aus Gaze zu verwenden.
Weitere Rennmaus-Arten findest Du in der Artenliste
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