Die Knirpsmäuse erreichen eine Gesamtlänge von
4-8cm bei einem Gewicht von 10-12g. Derzeit gelten sie als die kleinsten Mäuse
der Welt. Die afrikanische Knirpsmaus lebt, wie der Name schon sagt, in Afrika -
und zwar im gesamten südafrikanischen Raum.
Die Nahrung der Winzlinge besteht aus feinen Samen (div. Hirsearten) und kleinen Insekten. Grünfutter wird kaum genommen, daher benötigen die Tiere viel Wasser!
Ein Erfahrungsbericht mit tollen Fotos von Ingo Schilk (12/99)
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Es war Liebe auf den ersten Blick, als wir sie zum ersten mal im Zoogeschäft sahen: zusammengekauert in einer Ecke des Terrariums lag ein kleiner „Hügel" etwa 10-15 dieser winzigen Tiere. „Werden die noch größer, oder bleiben die so?", fragte ich die Verkäuferin. „Das sind Zwergmäuse", war die Antwort, „viel größer werden die nicht mehr, aber genaueres kann ich Ihnen auch nicht sagen. Wir haben sie erst seit kurzem..." Die Verkäuferin drückte uns noch zur Information eine kopierte Seite in die Hand und entschwand. „Die Afrikanische Knirpsmaus – ein exotischer Nager" stand da zu lesen, gefolgt von einem kurzen Zeitschriftenartikel über Lebensraum, Nahrung usw., und daß man eigentlich noch nicht sehr viel über sie wisse. Letzteres fand ich bestätigt, als ich den Versuch machte, im Internet an Informationen über die Mäuse zu kommen, deren wissenschaftlichen Namen – Mus musculoides oder Mus minutoides – ich mittlerweile aus dem Artikel kannte. |
| Drei Wochen dauerte es noch, bis wir uns endlich dazu durchgerungen hatten, ein Pärchen zu kaufen. „Sissi" und „Fränzchen" mußten erst mal mühevoll gefangen werden; bei dieser Gelegenheit sah ich zum ersten Mal, wie munter die Mäuschen werden können. Bei uns zu Hause angekommen zogen die beiden in ein Nagerbecken (Terrarium) von 30 X 30 X 60 cm, das wir entsprechend einrichteten: Der Boden wurde mit Kleintierstreu ausgestreut, als „Landschaft" legten wir ein Stück Wurzel und einen Tannenzapfen aus dem Wald sowie eine leere Toilettenrolle in das Becken. Für Wasser und Futter war in Form von zwei kleinen Näpfchen gesorgt. Außerdem erhielten die Mäuschen in kleine Stücke zerrissenes Toilettenpapier als Nistmaterial. | ![]() |
| Auf Anhieb zeigten die beiden ganz unterschiedliche Charaktereigenschaften: während das schüchterne (und kleinere) Fränzchen sofort in der Toilettenrolle Zuflucht suchte und diese nur selten kurz zur Nahrungsaufnahme verließ, war Sissi von Anfang an munterer und erkundete neugierig ihr neues Zuhause. Sissi hatte eindeutig „die Hosen an", selbstbewußt schubste sie Fränzchen vom Futter weg, wenn ihr gerade danach war. Ansonsten gingen die beiden aber geradezu liebevoll miteinander um; manchmal saßen sie gemeinsam in einer Ecke oder „kuschelten" sich aneinander. |
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Die beiden richteten sich ihre Umwelt bald so ein, wie es ihnen paßte. Einem provisorischen „Nest", das einfach ins Streu gegraben wurde, folgte ein komfortablerer Bau, der in akribischer Kleinarbeit unter Zuhilfenahme der Wurzel als Vorderwand aus Streu und Papierschnipseln errichtet wurde. Dort wurde tagsüber meist geschlafen; am späten Nachmittag wurden die beiden munter, waren aber zunächst meist nur einzeln draußen. Erst abends und nachts herrschte in dem kleinen Becken ein munteres Springen und Toben; wir konnten uns kaum satt sehen an den niedlichen Tierchen.
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Etwa fünf Wochen nach dem
Kauf wurde Sissi sichtlich dicker; außerdem bauten unsere beiden quasi
über Nacht ein Nest, das gegenüber dem eigentlichen
Bau lag. Noch eine Woche später kündigte ein verhaltenes Piepsen
aus dem Nest den Nachwuchs an. Durch eine Lücke im Nest konnte man
manchmal mindestens drei nackte Mausebabys sehen, die gerade mal einen
Zentimeter lang waren. Die frisch gebackenen Eltern kümmerten sich
rührend um die Kleinen: Während Sissi die meiste Zeit bei ihren Jungen
im Nest lag und sie offenbar säugte, schlief und lebte Fränzchen
vorwiegend im Hauptbau, besuchte seine Familie aber regelmäßig. Leider fanden wir schon zwei Tage später ein totes Baby vor dem Nest; es hatte keine äußeren Verletzungen und wirkte irgendwie „verschrumpelt". |
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Da sich die Eltern weiter liebevoll um ihre restlichen Babys kümmerten, trösteten wir uns mit der Annahme, daß bei Verlust eines Mäuschens die Überlebenschancen der anderen ja relativ ansteigen mußten. Unglücklicherweise hatten wir uns getäuscht: Ein Mausebaby nach dem anderen fand sich in den folgenden Tagen tot vor dem Nest wieder. Insgesamt waren es wohl vier Stück gewesen; von anderen Mausehaltern habe ich mittlerweile erfahren, daß dies wohl gelegentlich- besonders beim ersten Wurf- vorkommt. Schuld daran könnte zu wenig Milch bei der Mutter aufgrund einer Hormonstörung sein. Wirklich zum Mäusemelken; aber vielleicht war sie einfach auch noch zu jung, um die Kleinen erfolgreich aufzuziehen. |
| In den folgenden Tagen waren
Sissi und Fränzchen fast unzertrennlich; sie „kuschelten" in
ihrem Bau, jagten sich gegenseitig durchs Terrarium und ließen keine
Gelegenheit aus, um neuen Nachwuchs zu zeugen! Das ist jetzt etwa zwei
bis drei Wochen her – und Sissi scheint schon wieder dicker zu
werden...
Hier ist gut zu
sehen, wie klein die Mäuse sind. |
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| ... die Bilder links und rechts zeigen Fränzchen, der sein Heim bewacht ... | ||
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Hier sieht man nochmals Sissi in Aktion
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! Bitte die
Bildqualität entschuldigen! |
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