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Das Chinchilla

Ein Bericht von Sascha Mader


Das Chinchilla, eigentlich Langschwanzchinchilla (Chinchilla lanigera) ist ursprünglich im Andengebirge beheimatet. Von dort kam es zunächst als Pelztier zu uns.
Mittlerweile ist es - wohl aufgrund seines sehr ansprechenden Äußeren und des herrlich weichen Fells - ein recht beliebtes Haustier geworden.

Chinchilla Seine Größe variiert mit einer Körperlänge von 25 bis 35 cm.

Die Lebenserwartung des Chinchillas beträgt ca. 10 bis 15 Jahre, kann aber auch 20 Jahre überschreiten.

 

Bei der Anschaffung sollte man beachten, daß man es mit einem nachtaktiven Nager zu tun hat, dessen Käfig einen ruhigen Standort haben sollte, damit das Tier gemäß seiner Lebensweise tagsüber ruhen kann.

Ein Chinchilla ist kein Schmusetier! Es mag nicht, wenn es festgehalten wird, deshalb ist es nicht für Kinder geeignet. Jugendliche ab ca. 14 Jahren müßten jedoch unter Anleitung des Erwachsenen ein Chinchilla versorgen können.

Natürlich kann ein Chinchilla sehr zahm werden, Leckerbissen aus der Hand nehmen und auf seinem Pfleger rumturnen, aber festhalten und rumgetragen werden gefällt den wenigsten Tieren.

 

Haltung: Chinchillas sind  sehr bewegungsfreudige Tiere, weshalb der Käfig so großzügig wie möglich bemessen sein sollte. Da das Chinchilla gerne springt, scheidet ein üblicher Kaninchenkäfig aufgrund der zu geringen Höhe aus. Als Mindestmaß für ein einzelnes Tier sollte man 100x50x80 cm (LxBxH) einkalkulieren.

Chinchillas sind sehr nagefreudig, wesentlich stärker als Kaninchen oder Meerschweinchen. Um seine Wohnungseinrichtung vor Nageschäden sowie das Tier vor Unfällen und Vergiftungen zu bewahren, sollte der Auslauf deshalb nur unter Aufsicht erfolgen!

Lebensnotwendig für ein Chinchilla ist das allabendliche Sandbad. Dabei ist zu beachten, daß das Gefäß standfest und groß genug ist, damit das Chinchilla sich auch ausreichend darin bewegen kann. In großen Käfigen oder Volieren ist ein alter Römertopf ganz praktisch, dieser bleibt immer im Käfig und wird abends für eine halbe Stunde aufgedeckt. (Diesen Tipp habe ich aus einer Tierzeitschrift).

Ernährung: Als Futter dienen lediglich die im Handel erhältlichen Futterpellets für Chinchillas. Anderes Nagerfutter ist ungeeignet und schadet dem Chinchilla. Heu sollte den Tieren immer zur Verfügung stehen, die Pellets werden abends gegeben.

Chinchillas sind, was die Ernährung angeht, sehr empfindlich. Futterumstellungen können zu Durchfall oder Verstopfung führen, was tödlich enden kann. Man sollte deshalb eine krasse Futterumstellung vermeiden. Am besten bleibt man immer bei der gleichen Sorte. Will oder muß man wechseln, sollte dies schrittweise erfolgen.

Chin

Mit der Gabe von Leckerbissen und insbesondere von Grünfutter sollte man recht sparsam und vorsichtig sein, ein kleines (!) Stück Apfel oder Möhre sollten aber nicht schaden. Als Leckerbissen sind Rosinen (ungeschwefelt !!!) und Hagebutten  beliebt.

Wie schon erwähnt, haben Chinchillas ein starkes Nagebedürfnis, deshalb sollte man Äste von Obstbäumen im Käfig anbringen.

 

Chin klein Laut Literaturangaben kann ein Chinchilla als Einzeltier gehalten werden. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, das ein Paar glücklicher ist. Hat man genügend Platz und will mehrere Chinchillas halten, so eignen sich laut Literaturangaben zwei Weibchen aus dem gleichen Wurf oder Mutter und Tochter. Man kann auch ein Pärchen halten und das Männchen von einem erfahrenen Kleintierarzt kastrieren lassen. Dies ist auf Dauer besser, da sonst das Weibchen ständig trächtig ist und sein Organismus geschädigt wird. Außerdem stellt sich auch immer die Frage: wohin mit dem Nachwuchs?  Man will schließlich, daß es den Kleinen später gut geht. Zudem hat die Zahl der Chinchillas in Tierheimen in letzter Zeit sehr zugenommen!

Will man ein erwachsenes Pärchen vergesellschaften, sollte man auf jeden Fall schrittweise vorgehen: zuerst in zwei getrennten Käfigen nebeneinander stellen und den Abstand immer mehr verringern; später dann zu gemeinsamem Auslauf übergehen, selbstverständlich unter Aufsicht!
Das Aneinandergewöhnen kann mehrere Wochen dauern, man sollte dabei nicht zu schnell vorgehen und von vornherein einkalkulieren, daß möglicherweise eine Apathie zwischen zwei Tieren bestehen kann.

 

Smirre

Vermehrung: Chinchillas werden mit etwa 4 – 5 Monaten geschlechtsreif und die Tragzeit beträgt ca. 111 Tage, das ist für einen Nager recht lange. Deshalb kommen junge Chinchillas auch schon behaart und mit geöffneten Augen zu Welt, vergleichbar mit den Meerschweinchen.
Ein Wurf kann aus 1- 4 Jungtieren bestehen ( im Normalfall sind es zwei).

Manche Farbmutationen dürfen nicht miteinander gepaart werden (z.B. black velvet), da die Nachkommen nicht lebensfähig sind. Wer züchten will sollte sich vorher darüber in der Fachliteratur informieren.

 

Chinbaby

Jungtieraufzucht: Es kann einmal vorkommen, daß das Muttertier keine Milch hat oder aus anderen Gründen seine Jungen nicht aufziehen kann. Dann muß der Halter als „Ersatzmutter“ einspringen. Hier kann ich nur meine eigenen Erfahrungen wiedergeben; auf alle Fälle sollte man sich Rat beim Tierarzt oder einem erfahrenen Züchter einholen.

Die Jungen werden entweder mit Säuglingsnahrung (z.B. Milumil) oder Katzenaufzuchtmilch alle 2 bis drei Stunden gefüttert. Nachts kann ausgesetzt werden. Am besten gelingt dies mit einer Pipette oder Einwegspritze (selbstverständlich ohne Nadel). In einem solchen Fall ist eine Briefwaage (es muß keine digitale sein) recht praktisch, damit man die Gewichtszunahme der Chinchillababys kontrollieren kann. Wenn die Kleinen gut trinken aber dennoch nicht an Gewicht zunehmen sollte man der Nahrung Schmelzflocken hinzufügen. Mit zunehmendem Alter kann der Anteil der Schmelzflocken etwas zunehmen, so daß die Aufzuchtmilch noch nahrhafter wird. Der Zusatz von einem Vitaminpräparat ist empfehlenswert (die Dosierung je nach Produkt mit dem Tierarzt absprechen). Wichtig ist, daß man nach dem Füttern den Bauch der Kleinen vorsichtig massiert um die Verdauung anzuregen. Da die Aufzuchtmilch Verstopfung verursachen kann sollte man ggf. ein paar Tropfen Speiseöl beifügen.

 

Die hier gemachten Angaben beziehen sich einerseits auf eigene Erfahrungen in der Chinchillahaltung und auf die Lektüre der Bücher „Alles über Chinchillas und Degus“ von Michael Mettler erschienen im Falken Verlag und „Chinchillas“ von Maike Röder-Thiede (Gräfe und Unzer Verlag).

Grundsätzlich sollte jeder der sich ein Haustier anschaffen will zuvor umfassend über dessen Haltungsansprüche informieren. Dieser Bericht soll lediglich einen kurzen Einblick geben und besitzt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und absolute Richtigkeit.

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© Sascha Mader 1999 - 2004

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