Die bei uns gebräuchliche
Bezeichnung Königsnatter wurde aus dem Amerikanischen Kingsnake übersetzt.
Häufig wird vereinfachend bei uns auch von Lampropelten gesprochen.
Die Triangulum-Arten werden in Amerika als Milk Snakes
(Milchschlangen) bezeichnet. Diesen Namen gaben die Farmer den Schlangen. Sie
glaubten, wenn der Milchertrag ihrer Kühe zurückging, hätten die Schlangen,
die sich zur Mäusejagd in den Ställen aufhielten, den Kühen die Milch
abgesaugt. Der Name Milchschlange ist auch bei uns gebräuchlich.
Die Arten L. pyromelana und L. zonota werden in Amerika mit Mountain-Kingsnake
(Bergkönigsnatter) benannt, weil sie überwiegend in höheren Lagen vorkommen. L.
g. splendida zählt als Desert Kingsnake (Wüstenkönigsnatter) und L.
g. nigra als Black Kingsnake (Schwarze Königsnatter).
Haltung: viele der Arten
lassen sich auch gut im Terrarium pflegen. Fast alle Königsnattern sind ruhig
und umgänglich.
Die Terrariengröße und Ausstattung muß auf die jeweilige Schlangenart
abgestimmt werden. Für 2-4 mittelgroße Königsnattern rechnet man 100x50x50 cm
LBH, jedoch sollte sich zu jeder Art genau über den Platzbedarf erkundigen.
Bevor das Becken eingerichtet wird, macht man sich Gedanken über die Art der
Haltung. Will man ein steriles Terrarium, reichen Einstreu, Unterschlupf und
Wasserbehälter aus, ggf. eine Klettermöglichkeit. Möchte man hingegen ein
Biotop nachgestalten, muß man Genaueres über das Heimatgebiet der Schlangen
wissen. Für die meisten Arten liegen die Temperaturen in Bereichen zwischen 24
und 28°C, nachts bei 16-18°C. Ob lokale Wärme benötigt wird, hängt wiederum
von der jeweiligen Art ab. Unterschlupfmöglichkeiten sollten für jedes
einzelne Tier angeboten werden. Hierzu verwendet man Wurzel, Stein, Korkröhren
und -stücke, die gleichzeitig der Dekoration dienen.
Die Beleuchtungsdauer liegt im Sommer bei 12-14 Stunden, im Winter um 8 Stunden.
Für Nattern aus Feuchtgebieten muß ein Wasserteil vorhanden sein, den man
mittels Aquarienfilter sauber halten kann. Robuste Pflanzen, die dem
Herkunftsgebiet entsprechen sollten, vervollkommnen ein schönes
Lampropelten-Terrarium. - Trinkwasser wird täglich frisch angeboten.
Hält man mehrere Tiere in einem Terrarium, ist es ratsam, sie zum Füttern
separat einzeln zu setzen. Es kann sonst durch Futterneid zu Unfällen kommen.
Die Futtertiere dürfen nicht zu groß sein. Bei Schlangen geht man von einer
Faustregel der Futtertiergröße aus: max. darf das Futtertier das dreifache an
Größe haben, wie die dickste Stelle des Schlangenkörpers. Bei Lampropelten
ist die Regel: maximal die doppelte Kopfbreite, lieber kleiner. Füttert man zu
großes Futter, kommt es zum Erbrechen, was wieder mit hohem
Flüssigkeitsverlust der Schlange zu tun hat und dem Tier somit sehr schadet.
Je nach Herkunft benötigen Lampropelten eine Winterruhe von 3-5 Monaten. Dazu
regelt man die Beleuchtung und Heizung schrittweise auf acht Stunden herab. Die
Fütterung wird allmählich eingestellt, die meisten Schlangen nehmen von sich
aus dann keine Nahrung mehr zu sich. Die Überwinterungstemperaturen sind wieder
etwas unterschiedlich, liegen meistens zwischen 12 und 15°C. Während der
Ruhephase muß Trinkwasser zur Verfügung stehen. In Abständen von etwa 1 Woche
sieht man vorsichtig in den Behälter und prüft, ob alles in Ordnung ist. Dabei
darf man die Tiere aber nicht stören. Am Ende werden Heizung und Beleuchtung
wieder schrittweise eingeschaltet. Sobald die Tiere wieder normal fressen, kann
man sie zur Paarung zusammensetzen. Ist die Paarung erfolgreich, legt das
Weibchen etwa 30 Tage später ihr Gelege ab. Das Gelege wird in einen Inkubator
überführt und bei 26-28°C inkubiert. Die Inkubationszeit beträgt bei den
meisten Arten 60-70 Tage. Dann schlüpfen die Jungschlangen, die man getrennt
aufziehen sollte.
Aufgrund der Artenvielfalt können hier nicht alle Arten angesprochen werden. Das Hauptaugenmerk soll auf den Lampropeltis liegen, die wir selbst halten. Evtl. folgen später auch einige andere Arten, die nicht in unserem Bestand leben.