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Kornnattern bewohnen den gesamten Bereich der
südlichen USA. Sie
lebt in eher trockenen Gebieten, teilweise auch als Kulturfolger in der Nähe
des Menschen. Kornnattern sind nachtaktive Jäger, die sich überwiegend von
Kleinnagern, Jungvögeln und Echsen ernähren. In Amerika wird sie Red Snake
(Rote Kornnatter) genannt. Dadurch unterscheidet sie sich dort bereits von der
Präriekornnatter (Elaphe emoryi), die wesentlich dunkler gezeichnet ist.
Ob beide Natternarten den gleichen Ursprung haben, ist bisher noch unklar. Eine
weitere Verwandte ist die Pilotnatter (Elaphe obsoleta).
Tagsüber halten sie sich gern versteckt z.B.
in Nagerbauten, unter moderndem Holz oder in Scheunen und Häusern auf. Der Name stammt daher, daß die Kornnattern häufig an Feldrändern gesichtet
wurde. Da sich dort zur Kornreife viele Nager aufhalten, ist auch die
Kornnatter an diesen Plätzen häufig zu finden.
Alle genannten Nattern zählen zu den Kletternattern, sind nachtaktiv und
eierlegend (ovipar).
Elaphe guttata werden in den USA in extrem vielen Farbvariationen gezüchtet. Auch längsgestreifte Exemplare gibt es bereits. In jedem Jahr stellen die Züchter ihre neuen Kreationen vor. Dann werden durch Kommissionen die Farbschläge zugelassen (oder auch nicht) und die jeweiligen neuen Namen vergeben - mag man darüber denken wie man will, die Farbzuchten sind weltweit sehr gefragt ... Einer der wichtigsten Abnehmer dieser Farbzuchten ist Deutschland - und auch in Europa werden bereits diverse Farbzuchten erfolgreich durchgeführt. Möchte man eine Kornnatter in ihren ursprünglichen Farben (Nominatfarben) erwerben, hat man heutzutage bereits Schwierigkeiten, solche Tiere zu finden.
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Charakteristisch für Elaphe
guttata ist die Kopfzeichnung. Alle Exemplare tragen einen deutliche
Pfeilspitze auf der Kopfoberseite und ein (meist schwarz umrändertes)
rötliches Band, das von den Mundwinkel ausgehend über die Augen und
die Nase verläuft. Auch bei den Farbzuchten ist dieses Band zu sehen
(in zum Teil angepassten Farben). Dieses Band dient auch als
Unterscheidungsmerkmal zur Pilotnatter (s.o.). Bei der Pilotnatter ist
das Band immer einfarbig.
Die Kornnatter ist eine schlanke Schlange, die eine Größe von 90-120cm erreicht. Sie trägt auf dem Rücken Sattelflecken, die bei der Normalform schwarz umsäumt sind. Die Bauchschuppen sind zur Körperseite hin abgewinkelt, so daß den Tieren ein müheloses Klettern ermöglicht wird. Die Geschlechter lassen sich an der unterschiedlichen Länge der Schwänze unterscheiden. Die Männchen haben längere Schwänze, die sich hinter der Kloake leicht verjüngen. |
Zur Vermehrung wird (nach 10-12 Wochen Winterruhe) 1-2 mal jährlich ein Gelege von ca. 5-25 Eiern abgelegt. Die Jungtiere schlüpfen nach 50-100 Tagen mit einer Länge von ca. 30cm. - Zuchtdaten hier -
Die Kornnattern zählen heutzutage wohl zu den beliebtesten und am häufigsten in Terrarien gehaltenen Schlangen. Sie gelten als friedliche und 'leicht' zu haltende Tiere, die dem Pfleger nicht viel Probleme bereiten. Dennoch, oder gerade deshalb ist es wichtig, diese schönen Schlangen nicht zu vernachlässigen. Und betrachtet man einmal die bereits erwähnte Farbenvielfalt, die mittlerweile angeboten wird, kann jeder Liebhaber seine Tiere finden.
Meine Gedanken zur Kornnatter: mir fiel im Laufe der Jahre eines zur Beliebtheit der Kornnattern sehr deutlich auf. Die meisten Schlangenhalter haben mit dieser Art ihr Hobby gestartet. Das ist nichts außergewöhnliches. Aber die meisten Schlangenhalter haben die Kornnattern nie aufgegeben. Im Gegensatz zu Lampropeltis (Königsnattern), die ebenfalls oft gehalten wurden und irgendwann abgeschafft wurden, bleiben die Kornnattern in den Beständen. Viele Halter, die sie einmal abgeschafft hatten, haben sich dann doch wieder für die E.guttata entschieden. - Ich denke, das spricht einfach für diese dankbaren Geschöpfe. Sie sind umgänglich, gut zu handhaben und selten problematisch in der Futteraufnahme. Durch ihre Neugier kommen sie auch häufig zum Vorschein, so daß man Terrarienbewohner hat, die (fast) immer, häufig auch tagsüber, sichtbar sind.
Eine Schlange ohne Nachteile? Nein, einen
gravierenden Nachteil in der Haltung gibt es. Kornnattern sind exzellente Ausbruchskünstler!
Ein Terrarium muß wirklich 200% sicher sein. Der kleinste Spalt wird gefunden
und zum Ausbruch genutzt. Es ist auch sehr ratsam, die Frontscheiben, wenn es
Schiebescheiben sind, mittels Schloß zu sichern. Man muß es sich zur
zwingenden Gewohnheit machen, dieses Schloß dann auch immer abzuschließen!
Adulte Kornnattern haben kein Problem damit, eine 4mm-Scheibe ein Stück zu
schieben und dann durch den kleinen Spalt zu entwischen!
Sollte es passieren, daß eine Schlange flüchtet, hilft vielleicht meine kleine
Zusammenfassung von Tipps weiter, die aus eigenen Erfahrungen und erhaltenen
Ratschlägen zusammengetragen
wurde. -hier klicken-
Haltung und Erfahrungen: das Terrarium
sollte länger als hoch sein, auch wenn Elaphe guttata ein
Kletterkünstler ist. Man sagt, ein Becken von 70 Litern Inhalt reicht für ein
Tier aus. Nun, will man das Terrarium ein wenig landschaftlich gestalten, sollte
es schon ein wenig größer sein. Als Substrat eignen sich viele Materialien,
Hauptsache nicht feucht oder nass. Was man wählt, sollte jeder für sich
entscheiden, denn hier darf auch der persönliche Geschmack Einfluß haben.
Ansonsten müssen viele Versteckmöglichkeiten geboten werden. Einige kräftige,
gut verankerte Kletteräste sind sinnvoll. Pflanzen kann man ebenfalls im
Terrarium einbringen. sie bringen den Vorteil, daß man ein gutes Klima erreicht
und bei Pflege der Pflanzen (regelmäßiges gießen) hat man bereits die
richtige Luftfeuchtigkeit geschaffen. Ansonsten sollte man gelegentlich leicht
sprühen.
Eine Heizung ist nicht unbedingt erforderlich, es hängt vom Terrarium
(Bauweise) und vom Aufstellungsort ab. Es muß eine Temperatur von 24-27°C
erreicht werden (nachts 3-5°C weniger). Eine Beleuchtung ist wichtig,
denn auch nachtaktive Tiere benötigen den deutlichen Wechsel von Tag und Nacht.
Ein kleiner Wärmestrahler ist zum Aufwärmen der Tiere ganz nützlich.
Insgesamt sollte man ein leichtes Temperaturgefälle im Terrarium erreichen,
damit die Schlangen die für sie angenehmsten Plätze aufsuchen können.
Eine Wasserschale ist wichtig, Kornnattern trinken regelmäßig.
Wir haben bei allen Kornnattern größere Wassernäpfe in den Terrarien, in die
sie sich bei Bedarf mit dem ganzen Körper hineinlegen können. Unsere Nattern
suchen die Wassernäpfe vor den Häutungen gern auf. Dann liegen sie häufig
für 1-2 Stunden im Wasser (die eigentliche Häutung erfolgt meist 1-2 Tage
später).
Die Fütterung ist in zweierlei Hinsicht einfach: zum einen ist eine Kornnatter nicht so gierig, daß man um die eigene Hand fürchten muß, zum anderen nimmt sie in der Regel ihr Futter immer sofort an, wenn sie denn hungrig ist. - In Gefangenschaft werden überwiegend Nager, also Mäuse und kleine Ratten gefressen. die meisten Kornnattern nehmen sowohl lebende als auch tote Futtertiere an. Ob jede Kornnatter Ratten frisst, kann ich nicht sagen, da unsere mehr auf Mäuse fixiert sind. Auch Vogeleier und kleine Jungvögel sollen sie gern fressen. Zu diesem Zweck schaffte ich mir Zebrafinken an. Allerdings kam dann bei mir die Neugier nach Jungvögeln durch und ich beließ die Eier bei den Altvögeln. Es schlüpften zwar keine Vögelchen, aber es gab auch keine Eier mehr. Also kann ich dazu keine Erfahrungen mitteilen... (Ich muß aber auch sagen, daß ich Zebrafinken schon immer sehr gern mochte. Es sind kleine, fröhliche Vögel, die durch ihr leisen Zwitschern sehr angenehm zu halten sind. Ob ich jemals Jungvögel verfüttern könnte, wage ich fast zu bezweifeln...) Wir verfüttern nur lebende Futtertiere. Da diese selbst gezüchtet werden, wissen wir so, daß die Schlangen optimal ernährt werden (beste Versorgung der Nager bedeutet beste Versorgung der Schlangen). Der Vorteil bei Lebend-Fütterung ist, daß die Schlange ihrem natürlichen Jagdinstinkt folgen kann (außerdem ist es sicher auch für den Nager die schmerzloseste Art, getötet zu werden). Verletzungen der Schlangen durch Futtertiere kommen sehr selten bis nie vor. Durch die Eigenzucht haben wir nur zahme Nager im Angebot...
Hier einige unserer Farbvarianten, die später hinzukamen.
Die hier auf den Fotos zu sehenden großen Steine werden sehr gern als Häutungshilfen genutzt. Auf dem Foto unten rechts sieht man, wie die Albino einmal wieder das Terrarium inspiziert und nach einer Fluchtmöglichkeit sucht... Was man tun kann, wenn doch einmal ein Tier entwischt, kann man hier lesen -bitte klicken-
Eine häufige Frage, die auch ich einmal stellte:
sind Farbzuchten anders zu halten als Nominatformen? Nein, sie
unterscheiden sich lediglich in der Farbe von den Originalformen, ansonsten ist
alles gleich. Die ewige Frage nach Empfindlichkeit der Albinos kann ich
aus der Erfahrung in der Haltung von verschiedensten albinotischen Tieren nur so
beantworten: den Albinos fehlen die Farbgene, ansonsten sind sie genetisch mit
Nichtalbinos gleich. Der einzige Punkt, den man beobachten muß sind die Augen.
Durch das fehlende Farbgen schwarz ist auch das Auge farblos. Es wirkt
auf uns Menschen daher rot. Man geht davon aus, daß die Farbe den Sehnerv gleichzeitig
vor zu grellem Licht schützt und daher könnten die Augen der Albinos
empfindlicher auf Licht reagieren. Diese These ist aber nicht erwiesen! Bei dem
Verhalten von albinotischen Ratten könnte man in sie teilen. Diese Nager sind
vorsichtiger und erwecken bei hellem Licht den Eindruck, nicht so gut zu sehen
wie üblich. Sie wiegen den Kopf hin und her, um ihre Umgebung besser zu
erkennen. Aber schaut man auf Mäuse, ist dieses Verhalten absolut nicht zu
erkennen. Weiße Mäuse verhalten sich absolut identisch zu Farbmäusen. Auch
ein Vergleich zu größeren Tieren, Pferden zum Beispiel, bestätigt dies nicht.
Ein Schimmel (weißes Pferd) mit roten Augen ist genauso sicher im
Gelände wie seine Artgenossen, er sucht auch während der Mittagssonne nicht
häufiger Schattenplätze auf als andere Pferde (und dann tun sie es, um sich
vor Stechinsekten zu schützen, nicht um dem Licht auszuweichen).
Bei unserer albino-Kornnatter konnten wir ebenfalls keinen Unterschied im
Verhalten feststellen. Im Gegenteil, sie ist sehr aktiv und hält sich gern
unter 'der Sonne' auf.
Für weitere Informationen bitte hier klicken