Die Grasnattern bilden drei Arten,
die im Amerika heimisch sind und weiteren drei asiatischen Arten. Die Glatte Grasnatter (O. vernalis)
und die Raue Grasnatter (O.
aestivus) stammen aus aus dem Gebiet New-Jersey bis Kanada, Florida und
NO-Mexiko. Die Maya-Grasnatter (O. mayae) lebt in S-Mexiko.
Der Rauen Grasnatter werden vier Unterarten zugerechnet: O.a. aestivus (New-Jersey,
Florida, Illinois, O-Texas), O.a. carinatus (Florida), O.a. conanti (Inseln
von Virginia), O.a. majalis (Illinois, Montana, Kansas, Oklahoma,, Texas
bin NO-Mexiko). Die asiatischen Arten sind O. herminas, O. kikuzatoi
und O. semicarinatus.
Grasnattern leben in Sumpfgebieten, in Laubwäldern oder auf Grasland. Sie
halten sich gern auf niedrigen Bäumen oder hohen Gräsern auf, immer in Wassernähe.
Auf Beutefang gehen sie bevorzugt in hohen Gräsern.
Für die Terrarienhaltung kommen nur
die Raue und die Glatte Grasnatter in betracht, wobei sich die Glatte
Grasnatter wiederum nur bedingt im Terrarium halten lässt. Die beiden Arten unterscheiden sich durch
die unterschiedlichen Schuppen. So besitzt die Glatte Grasnatter glatte
Schuppen, die Raue Art besitzt gekielte Schuppen, die somit einen rauen Eindruck
machen. Der Körper ist schlank, der Kopf kaum abgesetzt. Die Färbung ist
grasgrün, die Unterseite ist cremeweiß oder zartgelb bis weiß. Jungtiere sind
eher graugrün gefärbt, sie färben sich im Laufe der ersten Monate um.
Grasnattern haben sehr große, schwarze Augen mit einer gelben Iris. Sie
erreichen Längen von 80-100 cm. Die Geschlechter kann man an den Schwanzlängen
unterscheiden. Männchen haben längere Schwänze als die Weibchen und eine
sichtbare Verdickung an der Schwanzwurzel. Männchen werden mit einem Jahr
geschlechtsreif, Weibchen erst mit zwei Jahren.
Beide Arten ernähren sich von Wirbellosen, d. h. von Spinnen,
Heuschrecken und Grillen. - Sie sind tagaktiv und flüchten bei Störungen und
Gefahr meistens in nahe Gewässer.
Terrarienhaltung: Man sollte
immer bemüht sein, Nachzuchten zu erwerben. Wildfänge kommen mit den Terrarien
schlecht zurecht. Sie schießen förmlich durch die Becken und können sich
dabei schwer verletzen. Nach entsprechender Eingewöhnung kann sich dieses
Verhalten legen, bei Nachzuchten tritt es aber gar nicht erst
auf.
Die Raue
Grasnatter benötigt ein mittelgroßes Hochterrarium (nicht unter 100cm H). Ein großer
Wasserteil ist wichtig. Dünne Kletteräste werden waagerecht und senkrecht
angebracht. Sehr wichtig ist eine dichte Bepflanzung mit Rankgewächsen (Epipremnum
aureum, Ficus repens, Philodendron scandens) und Bodenpflanzen (Aglaonema
commutatum, Maranta leuconeura, Pilea cardiere). Bromelien und kleine Farne
eignen sich ebenfalls gut.
Die Beheizung erfolgt nur von oben, also mittels HQL-Lampen. Die
Temperaturen sollen tagsüber bei 24-28°C liegen, nachts um 17°C. Man kann
einen Wärmeplatz einrichten, der um die 32°C bietet. Manche Grasnattern nehmen
ihn gern an (je nach Herkunftsgebiet).
Zur Beleuchtung (12Stunden täglich, im Winter ca. 8-10 Stunden)
verwendet man die schon erwähnten HQL-Lampen und evtl. zusätzlich
Tageslicht-Leuchtstoffröhren. Für die Pflanzen ist eine Sylvana Gro-Lux zu
empfehlen.
Die Luftfeuchtigkeit soll 50-60% betragen und kann nachts leicht
ansteigen. Dieser Wert ergibt sich bereits durch die Bepflanzung. Ein
zusätzliches Sprühen ist, entgegen früherer Meinungen, nicht nötig.
Als Futter bietet man Heuschrecken und Grillen an. Die Insekten sollten
optimal versorgt sein. Zusätzlich ist es ratsam, die Futterinsekten alle
4-6 Wochen mit einem Vitamin-Kalzium-Präparat zu bestäuben.
Je nach Herkunft ist eine Winterruhe
von 2-3 Monaten nötig. Steht das Terrarium nicht zu warm, kann es
ausreichen, Heizung und Beleuchtung auszuschalten. Die Temperaturen sollten
tagsüber bei 18°C und nachts um 14°C liegen. Frisches Wasser muß immer zur
Verfügung stehen.
Zucht: Nach der Winterruhe beginnt die Paarungszeit. Die Trächtigkeit
dauert 6-8 Wochen. Es werden dann zwischen drei und zwölf Eiern abgelegt. Das
Weibchen sucht dazu einen feuchten Bereich am Boden auf. Das Auffinden des
Geleges kann im dicht bepflanzten Terrarium schwierig sein. Hat man die Eier
gefunden, wird bei ca. 28°C und 90% Luftfeuchte inkubiert. Die jungen Schlangen
schlüpfen nach etwa 55 Tagen und werden in kleinen Terrarien aufgezogen.
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© R. Kohlmeyer 2000 - 2004 |