Pituophis melanoleucus unterteilt sich in folgende Unterarten:
P.m. melanoleucus (Kiefernnatter): Länge über 2m; helle Grundfärbung mit breiten, schwarzen Flecken. Die Flecken werden zum Körperende hin braun
P.m. affinis (Sonora-Gopherschlange): Länge über 2m; Grundfärbung beige-weiß bis gelb, mehr als 40 Dorsalflecken, die braun bis rot gefärbt sind. Zwischen den Augen verläuft eine braune Linie.
P.m. annectens (San-Diego-Gopherschlange): Länge bis 120 cm; Färbung wie P.m.affinis, aber dunkler und mit enger zusammen liegenden Dorsalflecken.
P.m. catenifer (Bullennatter): Länge 180 cm bis über 2m; Grundfärbung gelb bis oliv mit 50-60 dunklen Flecken (auch gestreifte Formen sind möglich)
P.m. deserticola (Wüsten-Gopherschlange): Länge bis 130 cm; Grundfärbung zartgelb, mehr als 40 eng zusammen liegende, dunkelbraune Dorsalflecken
P.m. lodingi (Schwarze Kiefernnatter): Länge ca. 150 cm; schwarz oder dunkelbraun, auch an der Unterseite; es können einige hellere Linien vorhanden sein.
P.m. mugitus (Florida-Kiefernnatter): Länge über 200 cm; Grundfärbung grau bis braun, die Fleckenzeichnung ist nicht sehr deutlich ausgeprägt
P.m. pumilus (Santa-Cruz-Gopherschlange): Länge 60-80 cm; Vorkommen nur aus Santa Cruz; Grundfärbung beige mit braunen oder roten Dorsalflecken
P.m. ruthveni (Louisiana-Kiefernnatter): Länge bis 150 cm; Vorkommen nur in Louisiana und Texas; Grundfärbung gelb bis goldbraun, die Dorsalflecken sind rotbraun, am Schwanz gehen sie in Querbänder über. Der Kopf ist dunkel und ohne Zeichnung. Diese Natter ist streng geschützt und darf nicht gefangen werden.
P.m. sayi (Prärie-Bullennatter): Länge über 250 cm; Grundfarbe beige bis zartgelb, die Dorsalflecken sind rostbraun und werden zum Schwanz hin und an den Seiten heller.
P.m. vertebralis (Baja-Bullennatter): Länge um 180 cm; Vorkommen nur im Baja-California; Grundfarbe beige bis rötlich, Dorsalflecken schwarz und rot, seitlich schwarze Flecken mit rotem Rand, der Kopf ist einfarbig rotbraun, die Unterseite hell.
Bullennattern sind tagaktiv und leben überwiegend am Boden. Sie klettern nur selten an Büschen und niedrigen Bäumen. Sie jagen Kleinsäuger, Vögel und deren Eier, Kröten und Insekten. Die Beute wird fest gegen einen Stein oder Ast gedrückt, bis sie erstickt ist. Wie viele amerikanische Schlangen, hat auch die Bullennatter ein ausgeprägtes Abwehr- und Drohverhalten, in dem durch Schwanzrasseln eine Klapperschlange imitiert wird. - Bullennattern aus den südlichen Regionen halten keine Winterruhe ein. Die nördlichen Arten hingegen ziehen sich ca. 6 Monate zurück. Sie suchen dann die Gänge an Felsspalten oder Baumwurzeln auf, die mehrere Meter tief in die Erde reichen. Diese so genannten Schlangengruben werden von vielen unterschiedlichen Schlangen aufgesucht. - Nach den Wintermonaten findet die Paarungszeit statt. Die Männchen liefern sich dann heftige Kommentkämpfe.
Bullennattern lassen sich gut im Terrarium
pflegen, allerdings immer nur paarweise. Das Becken solle eine
Mindestgröße von 160x80x80 cm (LxBxH) haben, größer wäre besser. Da
die Bullennattern sich zum Ruhen in unterirdische Bauten zurückziehen, baut man
entweder einen Schlupfkasten unter das Terrarium oder man zieht eine zweite
Ebene ins Becken ein, auf die das Substrat aus Sand-Lehm-Gemisch und Lauberde
etwa 10cm hoch aufgefüllt wird (wir haben ein Gemisch aus Terrarienerde, Sand
und Rindenmulch verwendet, auch das wurde gut angenommen). Ein Wassergefäß ist
wichtig. Als Versteckplätze eignen sich große Wurzeln oder Korkröhren.
Pflanzen kann man einsetzen, sie werden von den adulten Schlangen allerdings
immer wieder zerdrückt und müssen ersetzt werden.
Als Heizung eignen sich HQL-Lampen und Spot-Lampen. Das Becken muß
Temperaturen von 25-28°C haben. Ein Warmbereich mit einer Bodentemperatur von
ca. 30°C wird gern angenommen.
Zur Beleuchtung verwendet man ebenfalls HQL-Lampen und
Tageslicht-Leuchtstoffröhren. Die Beleuchtungsdauer beträgt 12 Stunden, im
Winter etwas weniger (wir hatten über Winter 8 Stunden).
Der Bedarf an Luftfeuchtigkeit liegt bei 50-60%. Das entspricht dem
Durchschnittswert bei uns und somit muß man sich um die Luftfeuchte nicht
weiter kümmern.
Das Futter besteht aus Mäusen und Ratten. Küken kann man ebenfalls
verfüttern, wir haben es nie getan, da der Kot dann extrem dünn und übel riechend
ist.
Zucht: Die Bullennattern sind mit drei Jahren geschlechtsreif. Die
Paarung erfolgt nach der Winterruhe. Nach ca. 8 Wochen Tragzeit legen die
Weibchen bis zu 20 Eier ab. Inkubiert wird bei 24-28°C, die Jungschlangen
schlüpfen nach 50-75 Tagen.
Bullennattern sind sehr umgängliche Pfleglinge, die es allerdings äußerst empfindlich auf Veränderungen der Umgebung reagieren können. Sollte man die Tiere umsetzen müssen, sollte man die Tiere übergangsweise in kleine, dunkel gehaltene Becken setzen. Bei unseren Nattern konnten wir beobachten, dass sie auf plötzlichen Lärm mit Aufregung (Stress) reagieren. Es dürfte also angebracht sein, das Terrarium nicht in bewohnten Räumen sondern in separaten Terrarienzimmern aufzustellen. - Ansonsten sind diese Tiere ausgezeichnet zu halten!
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© R.Kohlmeyer 07/2004 |