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Riesenschlangen (Arten
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Alle Riesenschlangen sind Würgeschlangen,
also ungiftig. Alle Riesenschlangen (außer den Bolyeria-Arten) verfügen über
Reste der Beckenknochen, was der evolutionären Entwicklung zuzuschreiben ist.
Andere Schlangen haben diese Beckenknochen nicht mehr, dürften daher später
entwickelt sein.
Das Sehvermögen ist je nach Lebensweise der Arten
unterschiedlich. Nach derzeitigen Erkenntnissen geht man davon aus, daß rein
Bodenbewohnende Arten weniger gut sehen als Baumbewohner oder etwa die im Wasser
lebenden Arten. Zum Erkennen der Beute dienen neben dem
'Jacobsonschen Organ' die mit der Zunge (züngeln) aufgenommenen
Duftstoffe. Die Schlangen schieben dazu die Zunge in kurzen Abständen aus dem Zungenkanal
nach außen. Dabei nimmt die gespaltene Spitze die entsprechenden Stoffe auf. Im
Maul befinden sich zwei kleine Öffnungen (zum Riechnerv), in die die
Zunge die Stoffe befördert. Man geht davon aus, daß Schlangen auf diese Weise
auch Geräusche aufnehmen können und damit mehr hören, als gemeinhin
angenommen. Wärme wird durch die Infrarotstrahlen wahrgenommen. Hierzu
verfügen einige Boas und alle Pythons über eine Art Detektoren, die sich in mehreren kleinen Öffnungen
(thermorezeptive Gruben) in den
Ober- und Unterlippenschilden befinden. Diese Gruben sind gut zu sehen und verleihen
dem Schlangenkopf ein noch markanteres Aussehen.
Riesenschlangen im Terrarium sind stets etwas Besonderes. Sie haben eine unbeschreibliche
Ausstrahlung von Ruhe und Gelassenheit. Durch ihre Eleganz und Gewandtheit sind sie immer
ein herrlicher Anblick.
WICHTIG: Vor dem
Kauf einer Riesenschlange muß man sich darüber im Klaren sein, welche Endgröße
sie eines Tages erreichen wird. Man muß sich vor der Anschaffung informieren, welche
Terrariengröße einen in der Zukunft erwartet! Leider kommt es immer wieder vor, daß die Tiere als
'Babyschlangen' angeschafft
werden. Wenn sie dann die 2m-Grenze erreichen, werden sie verzweifelt zum Verkauf
angeboten oder landen bei Händlern oder gar in der Kühltruhe... (das ist kein
Scherz!). - Eine weitere Überlegung sind die Futterbeschaffung und die damit
verbundenen Kosten. Immer wieder hört man von Leuten die sich Reptilien
anschaffen, dann aber den Weg zum Zooladen zwecks Futterkauf als zu anstrengend
empfinden! Man darf sich auch nichts vormachen, Futter kostet Geld!
Selbstverständlich frißt eine ausgewachsene Riesenschlange mehr als eine
Natter und selbstverständlich sind damit höhere Kosten verbunden.
Auch muß man wissen, daß man aus Sicherheitsgründen
ständig mindestens eine weitere Person benötigt, die den Umgang mit so einem Tier nicht
scheut! Warum? Ganz einfach: Tiere, und sind sie noch so zahm, bleiben unberechenbar. Für
den Notfall muß immer jemand anwesend sein, der wohlüberlegt eingreifen kann und
letztendlich auch bereit und fähig ist, ein Tier zu töten - nämlich dann, wenn es sich
unlösbar um den Pfleger gewunden hat. Eine große, kräftige Schlange vom Arm eines
Menschen zu befreien, ist nicht einfach und kann zu einem unlösbaren Problem werden! Bei
Tieren, die eine entsprechende Größe erreichen, wird man auch mehr als einen Helfer
benötigen. Eine alte Faustregel besagt: pro Meter Schlange eine Person.
Wir selbst haben es uns von Anfang an zur Regel gemacht, daß die Schlangenterrarien nur
geöffnet werden, wenn wir zu zweit sind - also niemals eine Person allein mit
Riesenschlangen umgehen. Für evtl. krankheitsbedingte Ausfälle bei uns, wurden
unsere erwachsenen Kinder eingewiesen, mit den Tieren umzugehen und sie zu
versorgen.
Boas: Viele Boas leben in Amerika, einige in der Alten Welt, wie zum Beispiel auf Madagaskar die Madagaskar-Boa (Acrantophis madagascariensis), in Vorder- und Mittelasien, Afrika und Südosteuropa (Sandboas der Gattung Eryx). Auf den Südseeinseln leben die Südseeboas (Gattung Candoia). - Die bekannteste Boa ist die Abgottschlange oder Königsboa (Boa constrictor). Von Mexiko bis Nordargentinien ist die Anakonda (Eunectes) zu Hause. Die Grüne Hundskopfboa (Corallus caninus), die Zwergboas (Gattung Lichanura) und die Gartenboa (Corallus enhydris) leben im nördlichen Brasilien bis in die USA hinein.
| Pythons: Die
Pythons leben nur in warmen Regionen der Alten Welt: Afrika bis zu den Philippinen und
Australien. Die kleineren Arten leben überwiegend auf Bäumen, die großen Arten halten
sich -bedingt durch ihr Körpergewicht- vornehmlich am Boden auf, wo sie sich tagsüber in Höhlen verstecken und nachts zur
Jagd hervorkommen. Anders als Boas, tragen Pythons zwei Reihen von Zähnen im oberen Gaumen. Die meisten Pythons haben einen recht plumpen Körper und einen kurzen Schwanz. Der Kopf ist deutlich vom Körper abgesetzt und hat eine verlängerte Form. Der asiatische Tigerpython (Python molurus)
kann bis 6m lang werden,
der Netzpython (Python reticullatus) bis zum 9m lang. - Der Rautenpython (Morelia argus)
lebt in Australien und Neuguinea, der Amethyst-Python (Morelia amethistina)
stammt aus Indonesien und Australien und soll bis 8m
Länge erreichen.
Die kleinsten Pythons sind die Australischen Felsenpythons (Antaresia)
mit Größen von 70 bis 150cm, je nach Art. |
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Tigerpython |
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| Ein nur auf Bäumen lebender Python ist der Grüne Baumpython (Morelia viridis), besser bekannt unter der alten Bezeichnung 'Chondropython'. Er hat, wie sein amerikanisches Gegenstück, dem Hundskopfschlinger (Boa); einen als Greiforgan ausgebildeten Schwanz und ist der gleichartigen Boa auch sonst zum Verwechseln ähnlich. - Der afrikanische Erdpython (Calabaria reinhardti) ist eine grabende Schlange. | |
Alle Pythons sind ovipar (eierlegend). Nach einer Trächtigkeit von etwa 2 Monaten legen die Weibchen die Gelege an geeigneten Plätzen ab, um sie dort anschließend zu bebrüten. Die Weibchen schlingen sich um das Gelege und beginnen mit thermoregulatorischen Muskel- zuckungen. So gewährleistet es die optimale Temperatur für das Gelege. Das Weibchen verläßt nur selten das Nest. - Diese Fähigkeit des Bebrütens gibt es nur bei den Pythons.