Königspython - Nachzuchten
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So hatte es begonnen:
am 22. Februar wurde das erste Gelege abgesetzt!
Nach 60 Tagen Inkubation stand der
Schlupf kurz bevor (das Ei schwitzt bereits). Da im Verlauf der
nächsten Tage sehr viel Flüssigkeit durch die Schale nach außen trat,
überlegte ich, dieses Ei zu öffnen. Es wäre zu ärgerlich, wenn die
kleine Schlange durch den Innendruck zu Schaden kommen würde. - Ich
muß aber zugeben, daß diese Entscheidung nicht leicht fällt.
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Also legte ich einen Schnitt
an, da der Austritt von Ei-Flüssigkeit immer stärker wurde. Auf dem
linken Foto kann man in der Vergrößerung recht gut eine der dicken
Adern erkennen, die durch die zweite Eihaut verlaufen.
Rechts ist die erste kleine Nase zu
sehen. Hier hat der kleine Python gerade sein Näschen in Welt gereckt.
So ruhte er nun den ganzen Tag. |
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Um jedes Risiko auszuschließen, öffnete ich die
zwei anderen Eier am folgenden Tag. Wieder ging ich recht vorsichtig vor,
allerdings muß man sagen, daß die äußere Haut recht zäh ist. Man muß gut
aufpassen, um die feinen Äderchen nicht zu verletzen, die unmittelbar unter der
Außenhaut liegen.
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Beide Eier waren sehr prall voller
Flüssigkeit. Das erste hatte ich kaum angeschnitten und vorsichtig zu
einer Öffnung vergrößert, da schaute der Baby-Python auch schon
heraus, als hätte er auf diesen Moment gewartet.
Bei dem letzten Ei lagen die Hauptadern sehr ungünstig, diverse Verzweigungen
waren genau oben. Das Verletzungsrisiko war sehr hoch, so setzte ich
zunächst nur eine kleine Öffnung. Die Babyschlange bewegte sich gut
erkennbar. Also war wohl alles soweit in Ordnung und ich ließ alles so,
wie es war. |

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Am frühen Abend lag der erste Babykopf
entspannt auf der Eischale. Er ruhte sich sichtbar aus. In diesem
Stadium wird der Dottersack vom Körper aufgenommen (resorbiert). Erst wenn der
verbraucht ist, wird der Nabel abfallen und die kleine Schlange wird das
Ei verlassen. Kontrollieren kann man das anhand der Adern. Solange diese
noch Blut führen, ist die kleine Schlange fest mit dem Ei verbunden.
Erst wenn die Adern eine graue Farbe annehmen, hat das Ei seine Aufgabe
erfüllt und die kleine Schlange muß selbständig leben. |
Am nächsten Morgen war der
Bewohner aus Ei Nummer drei bereits im Inkubator unterwegs. Der kleine
Python war durch das Brutsubstrat gekrochen und dementsprechend voll
davon. Ich nahm ihn aus dem Gerät und spülte ihn vorsichtig unter
warmem Wasser ab. Das störte ihn nicht, er lag entspannt in meiner
Hand. Anschließend unternahm er die ersten Erkundungen meiner Hand. Ich
konnte ihn messen: immerhin stolze 35,5 cm war er lang! Der Bauch war
vollkommen geschlossen und auch sonst machte der kleine Königspython
einen guten, kräftigen Eindruck.
So setzte ich ihn in das vorbereitete Aufzuchtterrarium.
Ist er nicht schön? |

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| Hier die ersten
Fotos von dem frischgeschlüpften Königspython: |
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| Sofort
wird der Kletterast ... |
entdeckt,
erklommen ... |
und genau
untersucht. |
Hier könnte
man schlafen ...! |
Geht's
hier nach unten? |
Nach dieser Kletterpartie legte sich
der Python unten in die hinterste Ecke und ruhte sich aus. - Das Terrarium war
übrigens zur besseren Feuchtigkeitsregulierung mit feuchten Kokoschips
ausgelegt. Darüber legte ich eine doppelte Lage Küchenkrepp. Ansonsten war ein
großes Stein im Terrarium und ein Kletterast. Eine größere Wasserschale
stellte ich ebenfalls hinein. In den ersten Wochen muß eine relativ hohe
Luftfeuchtigkeit herrschen, damit die Schlangen nicht austrocknen. Sie müssen
die Zeit bis zur ersten Futteraufnahme noch aus den Reserven ihres Körpers
zehren. Das erste Futter erhalten sie nach der ersten Häutung. Diese soll nach
Literaturangaben etwa sechs Wochen nach dem Schlupf erfolgen.
| Die zwei anderen Königspythons
waren mittags ebenfalls aus ihren Eiern geschlüpft. Bei beiden waren noch Reste
des Nabels vorhanden. So setzte ich sie jeweils in eine etwas größere Dose
(mit feuchten Küchenkrepp ausgelegt) und stellte die Dosen zurück in den
Inkubator. Man sollte die Schlangen, die noch einen Nabelrest haben, noch nicht
in ein Terrarium umsetzen, um evtl. Komplikationen vorzubeugen. Ich denke, es
wäre auch zu viel Stress für die Jungschlangen, zumal die Resorption des
Nabels sicher viel Kraft kostet. - Die beiden Pythons verbrachten den Tag in
absoluter Ruhe mit schlafen. Der zweite Python bezog am vierten Tag das
Terrarium und der letzte zog um, als das neue Gelege den Inkubator
benötigte. Das war perfektes Timing! |

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Die
drei Babys
im Alter von 1 Woche |
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Irgendwo hatte ich gelesen,
daß sich Königspythons etwa sechs Wochen nach dem Schlupf zum
erstenmal häuten und dann das erste Futter annehmen. Als wir nun den
letzten Python aus dem Inkubator holten, hatte der eindeutig trübe
Augen und sah recht 'milchig' aus - typische Anzeichen einer anstehenden
Häutung. Wieder schlug ich bei Ross & Marzek nach und siehe da:
fast alle Pythons häuten sich innerhalb der ersten drei Lebenswochen!
Also war unser Baby absolut korrekt dabei.
Am folgenden Tag zeigte auch das zweite Baby trübe Augen ... |
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| ... er wird
sich bald häuten |
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... die
trüben Augen sind schon
gut zu erkennen |
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Ein Prachtkerl, oder? |
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Die jungen Python
regius entwickeln sich prächtig. Der Größte geht immer mutig ans
Futter und bereits bei der dritten Fütterung würgte er ganz
'fachmännisch' das kleine Rattenbaby, um es anschließend genüsslich
zu verspeisen. Die beiden anderen fressen jetzt auch allein, aber wir
haben sie noch nicht beim Würgen beobachten können. - Zur Zeit bieten
wir einmal wöchentlich Futter an. Genommen wird es aber eher alle 10-14
Tage, so daß wir den Zeitraum ab Juni erweitern auf 10-tägige
Futtergabe. Gefressen werden am liebsten lebende Rattenbabys. Mäuse
(lebend oder tot) wollten die Pythons bisher nicht. |
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Dieser kleine Kerl wird
uns nun bald verlassen. Sein neuer Halter erwartet ihn schon
sehnsüchtig.
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| Auf dem linken Foto sieht man
alle drei Jungpythons in Position. Oft liegen sie so auf ihrem Kletterast,
jeder in einer Aushöhlung des Astes. Es sieht immer sehr lustig aus. |
| Übrigens: diese
drei Pythons sind in keiner Weise angriffslustig, wie es bei Jungschlangen
sonst häufig der Fall ist. Willig lassen sie sich anfassen und umsetzen.
Sollten sie kein Interesse am Menschen haben, rollen sie sich einfach zu
einem Ball zusammen. |
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© R. Kohlmeyer
1999 - 2004
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