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Königspython - Nachzuchten


(alle Fotos dieser Seite sind per Mausklick zu vergrößern)

 

Gelege So hatte es begonnen: 
am 22. Februar wurde das erste Gelege abgesetzt!

Nach 60 Tagen Inkubation stand der Schlupf kurz bevor (das Ei schwitzt bereits). Da im Verlauf der nächsten Tage sehr viel Flüssigkeit durch die Schale nach außen trat, überlegte ich, dieses Ei zu öffnen. Es wäre zu ärgerlich, wenn die kleine Schlange durch den Innendruck zu Schaden kommen würde. - Ich muß aber zugeben, daß diese Entscheidung nicht leicht fällt.

Eier schwitzen

kleines Dreieck Also legte ich einen Schnitt an, da der Austritt von Ei-Flüssigkeit immer stärker wurde. Auf dem linken Foto kann man in der Vergrößerung recht gut eine der dicken Adern erkennen, die durch die zweite Eihaut verlaufen.

Rechts ist die erste kleine Nase zu sehen. Hier hat der kleine Python gerade sein Näschen in Welt gereckt. So ruhte er nun den ganzen Tag.

Ei 6

Um jedes Risiko auszuschließen, öffnete ich die zwei anderen Eier am folgenden Tag. Wieder ging ich recht vorsichtig vor, allerdings muß man sagen, daß die äußere Haut recht zäh ist. Man muß gut aufpassen, um die feinen Äderchen nicht zu verletzen, die unmittelbar unter der Außenhaut liegen.

Ei 3

Beide Eier waren sehr prall voller Flüssigkeit. Das erste hatte ich kaum angeschnitten und vorsichtig zu einer Öffnung vergrößert, da schaute der Baby-Python auch schon heraus, als hätte er auf diesen Moment gewartet.
Bei dem letzten Ei lagen die Hauptadern sehr ungünstig, diverse Verzweigungen waren genau oben. Das Verletzungsrisiko war sehr hoch, so setzte ich zunächst nur eine kleine Öffnung. Die Babyschlange bewegte sich gut erkennbar. Also war wohl alles soweit in Ordnung und ich ließ alles so, wie es war.

Ei 5

Ei 6 Am frühen Abend lag der erste Babykopf entspannt auf der Eischale. Er ruhte sich sichtbar aus. In diesem Stadium wird der Dottersack vom Körper aufgenommen (resorbiert). Erst wenn der verbraucht ist, wird der Nabel abfallen und die kleine Schlange wird das Ei verlassen. Kontrollieren kann man das anhand der Adern. Solange diese noch Blut führen, ist die kleine Schlange fest mit dem Ei verbunden. Erst wenn die Adern eine graue Farbe annehmen, hat das Ei seine Aufgabe erfüllt und die kleine Schlange muß selbständig leben.
Am nächsten Morgen war der Bewohner aus Ei Nummer drei bereits im Inkubator unterwegs. Der kleine Python war durch das Brutsubstrat gekrochen und dementsprechend voll davon. Ich nahm ihn aus dem Gerät und spülte ihn vorsichtig unter warmem Wasser ab. Das störte ihn nicht, er lag entspannt in meiner Hand. Anschließend unternahm er die ersten Erkundungen meiner Hand. Ich konnte ihn messen: immerhin stolze 35,5 cm war er lang! Der Bauch war vollkommen geschlossen und auch sonst machte der kleine Königspython einen guten, kräftigen Eindruck.
So setzte ich ihn in das vorbereitete Aufzuchtterrarium.

Ist er nicht schön?

Baby aus Ei 3

Hier die ersten Fotos von dem frischgeschlüpften Königspython:
erstes Klettern Ast wird inspiziert Ast auf Ast Abstieg?
Sofort wird der Kletterast ... entdeckt, erklommen ... und genau untersucht. Hier könnte man schlafen ...! Geht's hier nach unten?

Nach dieser Kletterpartie legte sich der Python unten in die hinterste Ecke und ruhte sich aus. - Das Terrarium war übrigens zur besseren Feuchtigkeitsregulierung mit feuchten Kokoschips ausgelegt. Darüber legte ich eine doppelte Lage Küchenkrepp. Ansonsten war ein großes Stein im Terrarium und ein Kletterast. Eine größere Wasserschale stellte ich ebenfalls hinein. In den ersten Wochen muß eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit herrschen, damit die Schlangen nicht austrocknen. Sie müssen die Zeit bis zur ersten Futteraufnahme noch aus den Reserven ihres Körpers zehren. Das erste Futter erhalten sie nach der ersten Häutung. Diese soll nach Literaturangaben etwa sechs Wochen nach dem Schlupf erfolgen.

Die zwei anderen Königspythons waren mittags ebenfalls aus ihren Eiern geschlüpft. Bei beiden waren noch Reste des Nabels vorhanden. So setzte ich sie jeweils in eine etwas größere Dose (mit feuchten Küchenkrepp ausgelegt) und stellte die Dosen zurück in den Inkubator. Man sollte die Schlangen, die noch einen Nabelrest haben, noch nicht in ein Terrarium umsetzen, um evtl. Komplikationen vorzubeugen. Ich denke, es wäre auch zu viel Stress für die Jungschlangen, zumal die Resorption des Nabels sicher viel Kraft kostet. - Die beiden Pythons verbrachten den Tag in absoluter Ruhe mit schlafen. Der zweite Python bezog am vierten Tag das Terrarium und der letzte zog um, als das neue Gelege den Inkubator benötigte. Das war perfektes Timing!

Koepybaby1

Die drei Babys 
im Alter von 1 Woche

koepybaby2

Irgendwo hatte ich gelesen, daß sich Königspythons etwa sechs Wochen nach dem Schlupf zum erstenmal häuten und dann das erste Futter annehmen. Als wir nun den letzten Python aus dem Inkubator holten, hatte der eindeutig trübe Augen und sah recht 'milchig' aus - typische Anzeichen einer anstehenden Häutung. Wieder schlug ich bei Ross & Marzek nach und siehe da: fast alle Pythons häuten sich innerhalb der ersten drei Lebenswochen! Also war unser Baby absolut korrekt dabei.
Am folgenden Tag zeigte auch das zweite Baby trübe Augen ...
koepybaby5
... er wird sich bald häuten

... die trüben Augen sind schon 
gut zu erkennen

koepybaby3

Ein Prachtkerl, oder?

 

Babys auf dem Ast Die jungen Python regius entwickeln sich prächtig. Der Größte geht immer mutig ans Futter und bereits bei der dritten Fütterung würgte er ganz 'fachmännisch' das kleine Rattenbaby, um es anschließend genüsslich zu verspeisen. Die beiden anderen fressen jetzt auch allein, aber wir haben sie noch nicht beim Würgen beobachten können. - Zur Zeit bieten wir einmal wöchentlich Futter an. Genommen wird es aber eher alle 10-14 Tage, so daß wir den Zeitraum ab Juni erweitern auf 10-tägige Futtergabe. Gefressen werden am liebsten lebende Rattenbabys. Mäuse (lebend oder tot) wollten die Pythons bisher nicht.

Dieser kleine Kerl wird uns nun bald verlassen. Sein neuer Halter erwartet ihn schon sehnsüchtig. 

 

Auf dem linken Foto sieht man alle drei Jungpythons in Position. Oft liegen sie so auf ihrem Kletterast, jeder in einer Aushöhlung des Astes. Es sieht immer sehr lustig aus.
Übrigens: diese drei Pythons sind in keiner Weise angriffslustig, wie es bei Jungschlangen sonst häufig der Fall ist. Willig lassen sie sich anfassen und umsetzen. Sollten sie kein Interesse am Menschen haben, rollen sie sich einfach zu einem Ball zusammen.
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© R. Kohlmeyer 1999 - 2004

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