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Zucht
Wie die Zeitigung
erfolgen sollte, stand zuerst noch nicht fest. Da unser geplanter Brutschrank
noch nicht fertig war, standen uns zwei Alternativen zur Wahl. Einmal könnte man
sehen, ob die Gelege in einem Brüter für Reptilieneier unterzubringen wären.
Das könnte u.U. nicht klappen, nämlich dann, wenn die Eier übereinander abgelegt
werden und in dieser Lage miteinander verkleben sollten. Da die Eier zu groß
sind, kann es sein, daß so ein Gelege dann nicht in die 'Kunstglucke' passt. -
Die andere Möglichkeit wäre eine Naturbrut. Dazu würde das trächtige
Weibchen in ein kleines Brutterrarium einziehen. Nach der Beschreibung von A.
Kirschner in seinem Buch Der Königspython erhält sie dort ein weiches
Substrat, in dem sie in einer Mulde ablegen kann und einen Unterschlupf (Kork
oder ähnliches). Der Wassernapf darf dort nur klein sein, damit sie die Eier
nicht ins Wasser legen kann.
Für welche der Möglichkeiten wir uns entschieden, wird später hier beschrieben.
Mir fiel jetzt wieder deutlich auf, daß es kaum Informationen über die Gelege selbst gibt. So schwanken die Literaturangaben zu den Eigrößen von 4,5 bis 10 cm Länge. Sicher hat dies mit der Größe der Muttertiere zu tun, aber ein paar mehr Informationen wären sinnvoll. Wir werden, sollte es befruchtete Gelege geben, hier dann von unseren Nachzuchten - vom Ei bis zum abgabereifen Königspython - berichten.
| Am Nachmittag des
22. Februar war es dann soweit! Das erste Gelege wurde
abgesetzt.
Wie groß die Freude war, kann sich sicher jeder denken! Obwohl
wir noch keine Brutkiste aufgestellt hatten, legte sie das Gelege (bis
auf ein Ei) komplett auf einem Fleck ab. Wie sollte es anders sein, der Brutschrank war noch immer in Planung, was auch sonst. Glücklicherweise hatten wir neben der Jäger-Kunstglucke noch zwei große (höhere) LGA-Inkubatoren stehen. Da uns diese Geräte zuerst aber nicht so zusagten, hatten wir sie bisher nie getestet... kurzum, ich holte die Kiste vom Schrank und baute eines der Geräte auf ... komplett war es ja immerhin. |
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Das dritte Ei ist fast da ... |
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Wenn man sieht,
wie groß die Python-Eier sind, hat man nicht viele Alternativen zur
Zeitigung. Die Jäger-Kunstglucke ist ein sehr zuverlässiges Gerät,
aber aufgrund der Höhe vermutlich nicht ausreichend. Sie stand auch
nicht weiter zur Diskussion, denn dort warteten die Kornnattern auf den
Schlupftermin.
Ich putzte das LGA-Gerät nun gründlich mit Bürste und heißem Wasser, da das frische Gelege in offenen Schalen inkubiert werden sollte. Dann wurde es mit Wasser befüllt und zum Aufwärmen an das Stromnetz angeschlossen. Leider haben auch diese Geräte keine Temperaturskala am Regler. So mußte die nichtige Einstellung erst gefunden werden. |
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| Da das Gelege bei 32°C gezeitigt werden sollte, stellte ich den Regler zunächst sehr hoch ein. Erstaunlich schnell war der Kasten auf Temperatur! Das Jäger-Gerät benötigt mehr Vorwärmzeit. Nebenbei bereitete ich die Schalen für die Eier vor. Sie wurden etwa zur Hälfte mit feuchtem Vermiculite gefüllt und in den Brutkasten gestellt. Die Temperatur dort lag bei 34°C, so daß ich etwas zurückregeln konnte. | ||
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... noch wenige
Millimeter |
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Unterdessen setzte die Python-Mama ihr sechstes Ei (Foto links) ab. Sie war nicht begeistert, wenn man vor dem Terrarium stehen blieb, aber ein Foto mußte noch sein ... Die Ablage ging recht zügig. Nach ca. 2 Stunden (?) waren sechs Eier da. |
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... das sechste und letzte Ei kommt |
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| Immerhin war die junge Mutter
nach der Anstrengung anscheinend recht zufrieden. Sie rollte sich über
ihrem Gelege zusammen und begann damit, 'Luft zu fächeln'.
Auf dem linken Foto hat sie fünf der sechs Eier unter
sich. Wenn man es nicht weiß, kann man kein Gelege erahnen! Das einzelne Ei überführten wir sofort in den Inkubator, die anderen verblieben noch einige Stunden bei der Mutter. Als wir die Eier aus dem Terrarium holten, stellten wir fest, daß sie erstaunlich warm waren! Laut Literatur betreiben Königspythons keine Brutpflege. Dieses Weibchen würde vermutlich sehr wohl ihre Gelege bebrüten können. Wenn sie in zwei Jahren wieder ein Gelege haben wird, werden wir ihr dieses ganz sicher belassen. |
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Am nächsten Tag mußten wir feststellen, daß
zwei der Eier eingefallen waren. eines davon war das einzelne aus dem Terrarium.
Wir hoffen, daß die Eier sich nun aber in den kommenden Tagen erholen. - Die Mutter
sieht ziemlich mitgenommen aus. Verständlich, nach so einem kräftigen Gelege.
Sie wird in der nächsten Zeit öfter einmal eine leckere Ratte bekommen, dann
erholt sie sich sicher bald wieder.
Die zwei eingefallenen Eier waren am 28.02.
verdorben, ein weiteres einige Tage später. Alle Daten zur Zeitigung sind in
einer Tabelle zusammengestellt und hier zu lesen:
-bitte
anklicken-
07.03.: 13 Tage der Inkubation sind
vergangen. Nachdem drei Eier verdorben waren, sah ein weiteres auch etwas
unschön aus. Es hatte einen keinen rötlichen Fleck und es sah aus, als wäre
ein Blutgefäß gerissen. Ähnlich, nur heller, haben wir das aber auch bei den
Kornnattern beobachtet. Also warteten wir bei den Pythons ganz in Ruhe ab. - Bei der
nächsten Kontrolle gab es dann Fotos des Geleges.
Die Mutter hatte inzwischen eine mittelgroße Ratte gefressen und sich gut erholt.
24.03.: 30. Tag: Das Gelege war unverändert. Auch die Maße haben sich kaum verschoben. Lediglich das längliche Ei hat an Länge fast 2mm zugenommen. - Die Hälfte der Inkubationszeit war vorüber, vorausgesetzt, die kleinen Königspythons würden nach 60 Tagen schlüpfen...
01.04.: 38. Tag: Das Gelege war weiterhin unverändert im Aussehen. Die Maße tendierten leicht nach oben. In den letzten Tagen war zu beobachten, daß der Flüssigkeitsbedarf zunahm. Es mußte alle 2-3 Tage Wasser in dem Inkubator ergänzt werden. Auch das Substrat wurde jedes Mal nachbefeuchtet. - Nun dauerte es noch gute drei Wochen (oder länger...?).
| 08.04.: 45. Tag:
Wieder war eine Woche vergangen. In den letzten Tagen war eine deutliche
Zunahme der Maße festzustellen. Alle Eier haben an Länge und Breite
zugelegt und in der Breite jetzt die Maße nach der Ablage wieder
überschritten. Sicher hängt diese Zunahme mit der erhöhten Flüssigkeitsaufnahme des Geleges zusammen. An diesem Tag mußte auch nur wenig Wasser im Inkubator ergänzt werden. Die Temperatur im Inkubator betrug übrigens von Beginn an 29,5° C. Die Luftfeuchte lag immer um 90%. |
Das Gelege hat einen kleinen
Nachbarn bekommen: ein Ei vom Leopardgecko (auf
dem Foto oben links). Es wurde am 05.04.
abgelegt. Da es leicht eingedellt war, kam es zunächst in das feuchte Substrat
des Python-Geleges. Nach ein paar Tagen wurde es vorsichtshalber in einer
separaten Dose inkubiert, um einer eventuellen Schädigung durch die
Jungschlangen vorzubeugen (dieses kleine Ei war leider nach einer Woche hin,
vermutlich war die Luftfeuchtigkeit in diesem Inkubator zu hoch, schade).
Falls es zum Schlupf kommt, müssen wir etwa ab dem 60. Tag (also in 2 Wochen)
damit rechnen. In der folgenden Woche wurde daher ein Aufzuchtterrarium bereit
gestellt. Das Terrarium wurde zunächst mit Küchenkrepp ausgestattet und neben einem
Kletterast und mehreren kleinen Unterschlupfmöglichkeiten natürlich auch einen
Wassernapf erhalten. Dazu dann später mehr.
13.04.: der 50. Tag der Inkubation war erreicht. Optisch hatten die Eier ganz gut zugelegt ... die Messergebnisse zeigten dann die Bestätigung. Das damit mal wieder die Spannung stieg, ist sicher verständlich. Noch mindestens 10 lange Tage standen bevor. - Im Inkubator selbst kam es zu kaum erkennbaren Wasserverlusten, daher wurde jetzt kein Wasser ergänzt.
| 23.04.: Es ist der 60.
Tag! Seit zwei Tagen schwitzen Ei 4 und 6. Der Schlupf würde damit
wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Spannung wuchs und
wir schauen alle Stunde in den Inkubator, ob sich etwas veränderte. Zum Abend hin waren die Tropfen auf dem 6. Ei recht groß ... Wie man an der Tabelle (nächste Seite) ersehen kann, ist auch das Größenwachstum des Geleges in den letzten Tagen enorm gestiegen. Auffällig war, daß die dunklen Flecken auf dem Ei 6 fast vollständig verschwunden waren. Zum runden Ende hin hatte sich oben eine kleine weiße Schimmelfläche gebildet, die sich hoffentlich nicht auf das Schlangenbaby auswirken würde. |
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© R. Kohlmeyer 1999 - 2004 |