(alle Fotos dieser Seite sind per Mausklick zu vergrößern)
Der Königspython, eine faszinierende Majestät
Jeder will ihn, jeder ist gefesselt von diesem Tier. Was ist an dieser Schlange so faszinierend? Sicher hat jeder seine eigenen Träume und Schwärmereien bei dem Gedanken an einen Python regius. Sind es die Augen? Der Kopf? Das Gemüt? Die Zeichnung? Die geringe Größe? In einem Forum las ich einmal: ich will diese blau-gelbe Schlange. Auf den Hinweis, ein Königspython hätte keine solche Farben, wurde die Schreiberin etwas ungehalten. Nun, so abwegig war die Beschreibung ja auch nicht. Es gibt sehr wohl Exemplare, die blau-gelb/gold wirken. Abhängig ist das von dem Lichteinfall und es gibt durchaus Fotos, auf denen die P. regius in blau-gold erscheinen... ja, auch die Farben sind schön.
|
Was fasziniert uns selbst an dieser Art? Nun, mein Mann und ich sind uns
einig: ganz sicher ist es der ausgeprägte Kopf und die Augen. Die eigenwillige
Art bei gleichzeitiger hoher Sensibilität ist irgendwo auch ein Thema. In der englischen Sprache heißt der Königspython Ballsnake. Auch diese Bezeichnung weist eine typische Charakteristik auf. Der Python rollt sich bei Gefahr zusammen wie ein Ball. Den Kopf versteckt er dabei in der Mitte dieses Balles, so daß er gut geschützt ist. Feinde haben es so schwerer, ihm etwas anzuhaben. |
|
|
Männchen, adult |
Muß man einen aufgerollten Königspython einmal
'entrollen' (zum Beispiel bei einem Tierarztbesuch), muß dies sehr langsam und
vorsichtig geschehen. Man wickelt ihn dabei quasi von außen nach innen
auseinander. Dabei spürt man, wie die Anspannung in den Körperwindungen
langsam nachlässt. Tiere, die lange eingewöhnt sind, verlieren im Terrarium
häufig diese Eigenschaft.
Ist der Königspython ein Einsteigertier?
Wie gesagt, jeder will einen ... aber kann auch
jeder einen Königspython bedenkenlos halten? Ich denke, nein. Man muß
zunächst bedenken, daß dieser Python wirklich sehr sensibel auf jede
Veränderung reagiert. Wie alle Riesenschlangen mag er es nicht, wenn sich seine
Umgebung verändert. Er benötigt Wochen und Monate, um sich
einzugewöhnen.
Ferner mag ein Königspython nicht angefasst werden. Gerade aber das möchte ein
Einsteiger. Er möchte sein Tier sehen und er möchte es auf den Arm nehmen
und auch mal ihm fernsehen ... (Zitat).
Ein weiterer Punkt ist die häufige Futterverweigerung dieser Art. Es heißt
oft, daß dies nur auf Wildfänge zutrifft, aber unsere eigenen Erfahrungen sind
andere. Jeder Königspython kann aus unerklärlichen Gründen für lange Zeit
das Fressen einstellen. Wenn sich dieses Verweigern über Monate hinzieht, wird
auch ein erfahrener Halter schon einmal nervös. Ein Einsteiger ist, auch wenn
er um diesem Umstand weiß, schnell am Ende seiner Nerven. Er weiß nicht, ob es
ein normales Verweigern ist oder ob das Tier evtl. an einer Krankheit leidet.
Immer wieder kommt es durch die Unsicherheit dazu, daß die Halter ihre Tiere
dann unentwegt aus dem Terrarium nehmen, um zu schauen, ob sie Veränderungen
feststellen. Das wieder führt zu Stress für die Schlange, die dann in der Tat
auch in Krankheiten ausarten können. Leider kommt es dadurch auch immer wieder
zu Todesfällen.
Wie bereits erwähnt, sind auch die Kenntnisse über die richtige Haltung nicht
umfangreich genug. Sehr häufig wird die Meinung vertreten, daß P. regius ein
Tropenterrarium benötigt. Die Tiere werden in feucht-warmem Klima gehalten und
man wundert sich, wieso sie krank werden und sterben. Da die Königspythons
nicht sonderlich hoch im Preis sind, denken viele Halter sich nicht viel dabei
und holen sich eine neue ...
Dies sollen keine Vorwürfe sein! Ich möchte nur einige Punkte aufführen die
vielleicht verdeutlichen, daß es für einen selber besser wäre, mit einer
anderen Schlange den Einstieg in die Materie zu wagen. Es gibt Arten, die
Haltungsfehler und häufigeres Händeln nicht gleich mit Krankheit und Tot
quittieren.
Farbzuchten
|
Speziell in den USA werden unzählige
Farbvarianten des Königspythons gezüchtet. Das geht vom Albino (der in seltenen
Fällen auch in der Natur vorkommt) über diverse gelbe Zeichnungen über
gestreifte Tiere bis hin zu den sogenannten Pie-balled weiße Tiere mit
'Flecken' der Originalzeichnung). Diese Tiere sind ganz sicher Geschmackssache.
Zugegeben, die Albinos gefallen mir auch, aber mit Preisen von 10-12.000 DM
waren sie nie ein Thema. Heute werden Albinos zwar günstiger angeboten, aber
nun ist das Interesse nicht mehr vorhanden. |
Erfahrungen
Wenn ich jetzt von unseren Königspythons schreiben würde, wäre es unfair, denn sie gehören meinem Mann (ja, wir trennen da schon, wem welche Tiere gehören). Ich berichte aber jetzt von unseren Erfahrungen, denn wir versorgen die Riesenschlangen gemeinsam und die gemeinsamen Beobachtungen machen einfach Spaß. Was uns zu diesen Schlangen zog, habe ich ja schon erwähnt. Inzwischen besitzt mein Mann eine Zuchtgruppe von 1,3 und einige Nachwuchstiere, die hoffentlich im Laufe der kommenden Jahre ebenfalls Nachzuchten bringen werden. Wir besitzen WF, FZ aus schlechten Bedingungen, FZ aus guten Bedingungen und NZ von sehr guten Züchtern. Also ist ein Einblick in alle Herkunftsarten gegeben.
|
Sie bewohnen ein Terrarium von 140x60x60 cm. Hier gibt es Kletteräste,
Korkunterschlupf und einen Kunstpflanzenbusch. Als Substrat dient in diesem
Terrarium Rindenmulch. Es hat sich sehr gut bewährt. Bevor es ins Terrarium
eingebracht wurde, habe ich es im Backofen sterilisiert (auf Backblech und
Backpapier Schicht verteilen, bei 180°C und Umluft 15 Minuten). Das war
eine nicht so angenehme Arbeit (riecht süßlich, unangenehm), aber es hat
sich gelohnt. Alle Krabbelviecher oder Keime konnten vernichtet werden. Es sind zwei größere Wasserschalen vorhanden, da die drei Schlangen immer gemeinsam ins Wasser wollten und daher eine Schale nicht ausreichte. Geheizt wird das Terrarium nur mittels Leuchtstoffröhren und den Vorschaltgeräten der Lampen. |
Diese drei Schlangen liegen gern auf dem dicksten Ast zusammen. Mitunter
findet man sie unter dem Korkunterschlupf oder im Wasser.
Zum Fressen werden die Drei nicht immer getrennt. Sind sie allgemein sehr
ruhig, bekommen sie ihr Futter im Terrarium. Dazu werden sie an verschiedene
Plätze gesetzt, wo jede ihre Maus bekommt. Sind sie unruhig, kommen zwei in
Extraboxen. Dort fressen sie meistens gut - wie gesagt, mitunter wollen sie
halt nicht.
Zucht
Will man die Geschlechter sicher feststellen, bleibt nur das Sondieren. Das sollte man nur von einer sehr erfahrenen Person durchführen lassen, wenn es denn sein muß. Ich kann aus eigener Erfahrung nur dazu raten, dazu einen vertrauensvollen Züchter aufzusuchen. Sollte man einen Tierarzt auswählen, ist es sehr empfehlenswert, einen reptilienkundigen Veterinär zu wählen. Wir selbst besitzen einen Kornnattern-Bock (Elaphe guttata), der von einem Tierarzt beim Sondieren sterilisiert wurde...
| Im Oktober verweigerte das Männchen das Futter. Paarungszeit? Er wurde zu dem ersten Weibchen gesetzt und sofort begann der Python, das Weibchen zu suchen. Die erster Paarung ließ nicht lange auf sich warten. Nach drei Wochen wurde das Männchen zu dem zweiten Weibchen gesetzt, dann wieder zur ersten. Nach weiterem Wechsel bekam auch das dritte Weibchen Herrenbesuch. - Während der Paarungszeit haben die Weibchen ihre Futteraufnahme nicht eingestellt. Das Männchen frisst seit Beginn nicht mehr. Während der Paarungen sind die Königspythons anscheinend durch nichts zu stören. Selbst bei der Häutung lassen sie nicht voneinander ... | |
|
Das Weibchen steckt mitten
in der Häutung, aber die Paarung wird |
Die beiden ersten Weibchen sind bereits sichtbar tragend. Der Leibesumfang hat zugenommen und die Eier zeichnen sich bereits leicht ab. Die Weibchen haben auch ihr Verhalten verändert. Sie sind ruhiger und liegen auch tagsüber nicht mehr so häufig im Versteck. Allerdings versuchen sie zu schnappen, nähert man sich ihnen mit der Hand. |
| Literaturhinweis: | Andreas Kirschner/Hermann Seufer | Der Königspython |
|
© R. Kohlmeyer 1999 - 2004 |