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Das Gemüt dieser Tiere ist friedlich und man bekommt sie leicht 'zahm'. Daher erklärt sich auch, weshalb die Indigonatter früher häufig im Zirkus und in Show-Veranstaltungen zu sehen war. Sie droht gern, indem sie den Vorderkörper aufrichtet und abplattet (ähnlich einer Kobra). Dabei rasselt sie aufgeregt mit der Schwanzspitze. Allerdings kommt es so gut wie nie vor, daß sie in dieser Situation zubeißt. Dieses Verhalten läßt nach der Eingewöhnung im Terrarium meist nach.
Adulte Tiere häuten sich, im Vergleich zu anderen Schlangen, recht häufig (alle 4-6 Wochen). Dabei kommt es selten zu Problemen. Sollte es einmal Schwierigkeiten geben, so kann der Halter dem Tier helfen, in dem es gebadet und dann die alte Haut vorsichtig abgestreift wird. Anders als bei anderen Schlangen, häutet die Indigonatter auch die Zungenspitze.
Die Indigonatter ist eine tagaktive,
sehr agile Schlange, die sich überwiegend in Bodennähe aufhält, aber auch gern etwas klettert. Das
muß bei der Planung des Terrariums berücksichtigt werden. Man wählt
demnach ein großes eher flaches Terrarium aus. Für adulte Tiere sollte das
Becken eine Mindestlänge von 200 cm und eine Tiefe von 90-100 cm nicht
unterschreiten. Eine Höhe von 80-100cm ist ausreichend. Es ist eine Temperatur von 25-30°C nötig, bei einer
nächtlichen Absenkung auf ca. 22°C. Die Luftfeuchtigkeit sollte um 50% liegen
(bei zu
feuchter Haltung können Hautkrankheiten auftreten).
Als Substrat hat
sich ein Torf-Sandgemisch bewährt, wobei Torf immer das Problem des Staubens
mit sich bringt. Daher ist u.U. ein Gemisch aus Terrarienerde und Sand besser
geeignet. - Pflanzen sind wenig sinnvoll, da die großen Schlangen sie schnell
zerdrücken. Künstliche Pflanzen kann man nach Geschmack problemlos integrieren.
Eine große Wasserschale und Versteckmöglichkeiten (Steinhöhlen gegen Einsturz
sichern!) müssen ebenfalls vorhanden sein. Indigonattern sind zwar keine guten
Kletterer, aber sie klettern dennoch gern. So sollte ein stabiler Ast nicht
fehlen. Als Häutungshilfe und zum Fressen (s.u.) ist ein großer Stein
nützlich.
Futter: Nager, Fische,
Vögel, Frösche, Eier und auch Schildkröten, Echsen und andere Schlangen (auch
Giftschlangen). Die Beute wird nicht gewürgt sondern festgehalten und gegen den
Boden oder einen Stein gedrückt.
Die Indigonatter gilt als 'Vielfrass'. Das muß man bei der Anschaffung
bedenken. Ein adultes Tier nimmt pro Mahlzeit bis zu 10 Mäuse zu sich.
Bei der Verfütterung von Fisch sollte man darauf achten, daß man
Süßwasserfisch wählt. Frösche, Echsen und Schildkröten bleiben
ausschließlich den frei lebenden Nattern
vorbehalten, im Terrarium verfüttern wir sie nicht (Artenschutz!). Da die
Indigonattern auch
andere Schlangen nicht verschmähen, werden sie häufig einzeln gehalten. Nach
den Erfahrungen von Züchtern passiert aber nichts, wenn die Nattern von klein
auf zusammen in einem Terrarium leben.
Zur Fütterung ist es allerdings immer ratsam, die Tiere zu trennen. Bei
Gemeinschaftshaltung werden die Tiere nach der
Mahlzeit gebadet (um den Futtergeruch zu vertreiben) und das Terrarium leicht mit warmem Wasser
ausgesprüht. Erst dann kommen die Schlangen zurück ins Becken.
Das Trinkwasser ist täglich zu wechseln. Bei der Verfütterung von lebenden
Futtertieren ist keine zusätzliche Gabe von Vitaminen/Mineralien nötig.
Bei Verfütterung toter Beute sollte man ein entsprechendes Präparat verwenden.
Zucht: Indigonattern sind ovipar, also eierlegend. Sie werden in der Gefangenschaft nachgezüchtet, daher ist es nicht nötig, auf Wildfänge zurückzugreifen. Die Tiere sind mit 4-5 Jahren geschlechtsreif. Nach einer Winterruhe (in der Zeit zwischen November bis März) bei 15-22°C erfolgt die Paarung. Auch hierbei muß man als Halter aufpassen, daß sich die Indigonattern nicht gegenseitig fressen. - Das Gelege umfasst bis zu 12 Eier, die in einem Inkubator für 60-90 Tage bei 25-26°C gezeitigt werden.
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Von einem erfahrenen Schlangenhalter erhielt ich eine
Bachblüten-Rezeptur*), die die Eingewöhnung und den Appetit
unterstützen sollte. Ich ließ mir das Rezept in der Apotheke mischen
und gab davon ins Trinkwasser. Drei Tage später war Fütterung. Die erste Natter nahm eine Maus, etwas zögerlich, die zweite und dritte Babymaus dann sofort anschließend. Die zweite Natter, das Weibchen, wollte erst überhaupt nicht. Sie nahm das Futtertier zwar ins Maul, spuckte es aber mehrmals wieder aus. Endlich schluckte sie die Maus ganz ... aber zu einer weiteren war sie nicht u überreden. Die dritte Indigonatter öffnete sofort das Maul und schnappte nach der Maus. Aber auch sie wollte keine weitere Babymaus mehr. Ich war zufrieden, die Tiere hoffentlich auch. |
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... endlich gefressen ... |
Nun warte ich die nächste Fütterung in ein paar Tagen ab. Wenn es wieder so perfekt klappt, liegt es ganz sicher an den Bachblüten!
*)Übrigens haben Bachblüten nichts mit Blumen zu tun, die an einem Bach wachsen. Die Methode der Heilung durch natürliche Stoffe wurde von dem Engländer Dr. Bach (Bach Flower Concentrates) entdeckt. Es handelt es sich um homöopathische Aufbereitungen der wässrigen Auszüge von 37 verschiedenen Blüten wildwachsender Pflanzen und Bäume (keine Gift- und Nahrungspflanzen). Die Blütenauszüge werden mit Alkohol konserviert und als Konzentrate in Vorratsflaschen (Stockbottles) abgefüllt.
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© R. Kohlmeyer 2001 - 2004 |