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Segelechse - Hydrosaurus


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Hydrosaurus pustulatus

Segelechsen leben in Neuguinea, auf den Philippinen und im indo-australischen Archipel. Über die genaue Artenvielfalt ist noch wenig bekannt, man geht derzeit von drei bis vier Arten aus.

Segelechsen besitzen einen von der Schnauze bis über den Rücken reichenden Kamm. Adulte Hydrosaurus tragen ein großes Hautsegel auf dem Schwanz. Dieses Segel gab ihnen ihren Namen. Die großen Agamen (1 m Länge und mehr) leben immer in unmittelbarer Nähe von Gewässern. Dort bewohnen sie das dichte Astwerk der Uferpflanzen. Bei Störungen stürzen sie sich ins Wasser und schwimmen einige Meter davon. 

Hydrosaurus pastulatus

Terrarienhaltung: Regenwaldterrarium mit einer Größe von 200x130x200cm (LxBxH). 
Ein Wasserteil, der etwa die Hälfte des Terrarienbodens ausfüllen sollte, bei einer Tiefe von 60-80cm. Das Wasserbecken wird am besten mittels Aquarienheizer erwärmt. - Für jedes Tier muß mindestens ein schräger Kletterast und Höhlen in unterschiedlichen Höhen vorhanden sein. - Eine robuste, dichte Bepflanzung wird von den Echsen gern angenommen (bei der Terrarienplanung sollte man vorsehen, daß die Pflanzen hin und wieder erneuert werden müssen).
Als Bodensubstrat kann man feinen Kies verwenden. Eine Bodenheizung ist notwendig, ebenso ausreichende Beleuchtung (HQI-Lampen) und eine Versorgung mit UV-B.

Hydros. pustulatus Futter: Segelechsen fressen in der Gefangenschaft sowohl pflanzliche als auch tierische Kost. Sie nehmen neben Früchten auch Blätter und Salat, Fisch, Küken, Mäuse und Insekten. Sie benötigen aufgrund ihres hohen Stoffwechsels entsprechende Futtermengen täglich, dabei einmal wöchentlich Zugaben von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten.

 

Bei der Anschaffung muß man berücksichtigen, daß die Geschlechter bei Jungtieren äußerlich nicht zu unterscheiden sind. Erst in den ersten Lebensmonaten bildet sich der Nackenkamm, der bei den Männchen stärker ausgeprägt ist. Auch sind die Männchen kräftiger gefärbt. Später kann man ebenfalls Unterschiede in der Ausbildung des Hautsegels erkennen.

Die Segelechsen nehmen lt. Literatur schlecht Futter an, daher sollte man sich eine Terrarienhaltung reichlich überlegen. Speziell Hydrosaurus weberi gilt als kritischer Pflegling. Auch bei Nachzuchten kann die Pflege Probleme bereiten. Man sollte daher immer eine ausreichende Eingewöhnungsphase berücksichtigen und den Tieren viel Ruhe gönnen.
Segelechsen-Halter machten mit ihren Tieren recht unterschiedliche Erfahrungen. Von einem Segelechsen-Halter erfuhr ich, daß sich die Segelechsen (NZ) nach einer Eingewöhnung recht gut pflegen lassen. Auch die Fütterung war nicht sehr problematisch. - Ein anderer Halter hatte nicht so viel Glück und hielt aggressive Segelechsen, wieder andere erlebten gravierende Fütterungsprobleme. Es wurde alle 1-2 Tage ein großer Napf mit Futter angeboten, für adulte Tiere gelegentlich Mäuse (Springer) und große Insekten. Zitat: "
Segelechsen sind sogar so schnell, dass sie Mäuse regelrecht jagen. Was das allerdings für ein Gemetzel und eine Sauerei gibt, brauche ich Dir, glaube ich, nicht erzählen... :-)"

Dennoch vertrete ich die Meinung,  daß diese Tiere (wenn überhaupt) nur von sehr erfahrenen Terrarianern in extrem großen Terrarien gehalten werden sollten. Besser blieben diese Echsen den Zoos vorbehalten.

Anmerkung: Im Laufe der letzten Jahre hatte ich immer wieder Kontakt zu Haltern von Segelechsen. Aus den Erfahrungen der Halter entstand dieser Beitrag. Auffallend sind dabei die z.T. recht unterschiedlichen Erfahrungen in der Terrarienhaltung. Gleichzeitig ist dies aber auch eine Bestätigung dafür, daß noch recht wenig über das Leben dieser Agamen bekannt ist. Außerdem fiel mir im Laufe der Zeit auf, daß viele Halter ihre Tiere nur relativ kurze Zeit besaßen (3 Monate bis 2 Jahre).
Das alles spricht meiner Meinung nach nicht für eine Haltung von Segelechsen in Privathand.

 

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© R. Kohlmeyer 1999 - 2007

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