FAQ


Vergesellschaftung und Freilauf


Nett, oder?

Kann ich Bartagamen mit anderen Echsen vergesellschaften? Grundsätzlich kann man alles, aber ob es für die Tiere gut ist, ist eine andere Frage! Ich sage daher: NEIN, kann man nicht. Zumindest nicht unter den üblichen Haltungsbedingungen, die wir ihnen im Terrarium bieten können.

Eine Vergesellschaftung setzt immer gleiche Herkunftsgebiete voraus. Dies wäre im Falle der Bartagamen Australien, hier die Wüstenrandregionen. Es müßten also Reptilien aus diesem Gebiet sein, die die gleiche Größe erreichen, damit sie nicht von den Bartagamen gefressen werden und die Genossen müßten die gleichen Ansprüche haben. Damit dürfte die Frage beantwortet sein.

Warum keine anderen Kontinente? Ganz einfach: jedes Lebewesen beherbergt eine gewisse  Bakterienfauna im Körper. Zum Großteil dienen diese Bakterien dem gesunden Stoffwechsel und sind für das jeweilige Tier lebensnotwendig. Gleiche Bakterien können für ein anderes Tier aber lebensbedrohend werden! Es leuchtet sicher ein, daß Bakterien aus dem tropischen Regenwald andere Aufgaben und Wirtstiere haben (müssen) als unsere Bartagamen. Auch sind andere Wüstenregionen der Erde wieder auf eine andere Art bewohnt. Demzufolge ist die Bakterienwelt überall eine andere! Eine Vergesellschaftung muß daher generell abgelehnt werden! 

Vergesellschaftung mit Schlangen? Ja, auch diese Frage wird gestellt! Natürlich kann man das tun, je nach Appetit der Schlangen für einige Minuten oder einige Stunden - NEIN, natürlich keine Vergesellschaftung mit Schlangen !!!

Und was ist mit Vergesellschaftung mit anderen Heimtieren? Bartagamen und Meerschweinchen oder Streifenhörnchen vielleicht? Natürlich gilt auch hier das zuvor gesagte über Herkunft und Klima. Heimtiere und Echsen geht nicht zusammen.
Aber unser Hund schnuppert immer so lieb an den Bartis ... ja, und wo schnuppert er davor und wo danach? Ich denke, ich muß dieses Thema nicht weiter vertiefen.

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Freilauf in der Wohnung

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich halte nichts davon. Folgende Gründe sprechen dagegen: wir richten unseren Lieblingen ein Terrarium ein mit passender Temperatur, mit ausgeklügelter Luftfeuchtigkeit. Das ganze schön sauber und Keime von außen wollen wir auch nicht haben. Dann nehmen wir die Agamen und setzen sie auf unser Sofa, auf dem gerade der Hund oder die Katze gespielt hat - oder der Nachbar war zu Besuch, der auch Tiere hat. Oder wir selbst kommen gerade von einem Einkaufsbummel aus dem Einkaufszentrum, wo Hunderte von Menschen auch einkaufen waren. Jeder Mensch hat Keime an sich, die den Bartagamen nicht unbedingt zuträglich sind. Diese Keime werden durch Freilauf in der Wohnung auf jeden Fall von den Tieren aufgenommen. Ob wir das wollen?

Und wen man nun alles beachtet - kein anderes Haustier, keine Besucher, kein Besuch in Menschenmengen? Nun, meiner Meinung nach sind in einer Wohnung immer noch nicht die optimalen Verhältnisse vorhanden und Keime fliegen immer genug herum. Ein weiteres Problem ist auch, daß man bei evtl. auftretenden Krankheiten der Tiere diesen ganzen Bereich bei der Ursachenfindung einschließen muß. Für einen Tierarzt wird die Diagnose bei einer Infektionskrankheit fast unmöglich. Hält man seine Tiere dagegen sorgfältig in einem artgerechten Terrarium, kann man viele Ursachen bereits im Vorfeld ausschließen. Eine schnellere Diagnose ist möglich und die Überlebenschance unserer Bartagame steigt!

 

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© R.Kohlmeyer 2000 - 2001

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