Bartagamen fressen alles, was sie überwältigen können - Diesen Satz liest man immer wieder. Er stimmt auch, aber was bedeutet er?
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Vegetarische Kost: Salate,
Karotten gerieben (fressen aber längst nicht alle Tiere), Zucchini,
Paprika, Kiwi, Birne, Tomate, Erdbeeren, Kirschen, Brombeeren,
Heidelbeeren, Weintrauben. Die Natur bietet uns im Sommer auch viel
Abwechslung. Löwenzahn (besonders die Blüten) und Vogelmiere und div. andere Kräuter kann man
an geschützten Stellen sammeln. Aber bitte darauf achten, daß auf
umliegenden Feldern keine Gifte gespritzt wurden und das keine
vielbefahrene Straße in der Nähe ist ... HINWEIS dazu: Obst und Gemüse immer entsprechend zerkleinern (raspeln, würfeln, dünne Scheiben, entkernen) und natürlich vor dem Verfüttern gründlich waschen ! |
Niemals den 'normalen' grünen Salat
verfüttern, er ist zu nitratreich - und auch niemals Kohlpflanzen geben
(Blähungen).
Tierische Kost: Insekten
aller Art, also Fliegen, Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Schaben, Asseln,
Käfer und deren Larven (s.u.), Kleinsäuger
HINWEIS dazu: die Insektengröße soll der Größe der Tiere entsprechen.
Erwachsenen Bartagamen mit Fliegen zu kommen, wäre lächerlich, Jungtieren
Heuschrecken anzubieten, wäre tödlich (für die Agamen).
Als Faustregel sagt man, das Insekt darf die Größe der Kopfbreite der Echse
haben. Diese Meinung teile ich nicht! Ich bin der Meinung, daß die Futtertiere
kleiner sein sollten. Es kommt immer wieder vor, das Echsen an zu großen
Futtertieren ersticken !!! Dies trifft insbesondere auf die harten Tiere zu
(Grillen, Käfer, Schaben). Bei Heimchen, Heuschrecken (gibt es in
unterschiedlichen Größen) und anderen Insekten (Stabschrecken) ist die Größe
nicht so relevant.
An Kleinsäugern kann man von Zeit zu Zeit eine Babymaus oder eine Babyratte
verfüttern. Ich selbst gebe nach der Winterruhe und während der Paarungszeit
pro Tier 1-2mal im Monat eine Babymaus.
Bitte niemals an Jungtiere Wachsraupen verfüttern, auch nicht, wenn andere Halter/Züchter dies befürworten! Es ist falsch !!!
Meine Bartagamen fressen kein Grünfutter
Wie bereits erwähnt, kann man als Züchter
bereits vorbeugen, indem man rechtzeitig Grünes anbietet. Das nützt mir aber
nichts, wenn ich meine Tiere kaufe und sie das wichtige Grüne verschmähen. Was
kann ich tun? Ehrlich gesagt, nicht viel! Immer wieder kleine Mengen anbieten,
das Angebot auch variieren - Kräuter, Gemüse, Obst.
Meine ersten großen Bartagamen nahmen kein Stückchen Grünfutter, bis sie
Gesellschaft von zwei Artgenossen bekamen, die sehr gern Salat und ähnliches fraßen.
Von da an gingen die anderen auch an den Fressnapf ... Das soll aber nun
kein Aufruf sein, den Tierbestand zu erhöhen! Ob es bei meinen Futterneid oder
Neugier war oder sogar nur Zufall, werde ich nie erfahren. Jedenfalls kommt man
dieser Sache nur durch Geduld näher.
Es ist aber nicht so tragisch, wenn die Bärte kein Interesse an pflanzlicher Kost zeigen. Man kann heutzutage die Nährstoffe und Vitamine durch entsprechende Präparate ergänzen - also keine Panik.
Wie häufig und welche Mengen sollen die Agamen fressen?
Junge Bartagamen müssen täglich gefüttert werden. Die Menge
liegt an der Größe und dem Allgemeinzustand der Tiere. Junge und halbwüchsige
Tiere sind gut mit Heimchen zu ernähren, Adulti benötigen mindestens große
Grillen. Als Maßstab für die Menge kann man wieder nur die eigenen Erfahrungen
nehmen. Meine vier Tiere benötigen mindestens eine Dose große Grillen täglich,
also etwa 10 Grillen pro Tier. Eine gute Ergänzung sind sicherlich Schaben. Wer aber Schaben erwerben kann, sollte sie unbedingt
einmal anbieten. Ich konnte sie testen, die Bartagamen sind regelrecht
verrückt danach! Es ist eine sehr gute Abwechslung. - Bei Zugabe von Grünfutter verringert sich die
Menge der Insekten erheblich. Im Sommer, wenn man zusätzlich auf Löwenzahn, Vogelmiere
und div. andere Kräuter zurückgreifen kann, benötige ich für meine Bartis nur wenige Insekten.
Grünfutter reicht man in Futterschalen, damit es nicht verschmutzt. Die Menge
richtet sich auch hier nach der Anzahl der Tiere und nach deren Hunger. Es
sollte so sein, daß die Bartagamen kommen, wenn das Futter in das Terrarium
gestellt wird, und den Napf dann relativ schnell leer fressen. Hat sich
die Futtermenge eingependelt, kann man bei adulten Tieren einen Fastentag in der
Woche einrichten, bei manchen Gruppen sogar zwei - aber auch das muß erprobt
werden und ist bei allen Tieren unterschiedlich.
Zu Beginn hatte ich stets das Gefühl, meine Tiere würden nie satt werden. Sie
stürzten sich immer gierig auf alles fressbare ... Dann gab ich ihnen einmal
Heuschrecken (ägyptische Wanderheuschrecken). Jede Agame bekam 2 Stück - und
siehe da, die Bärte hatten keinen Appetit mehr auf die anwesenden Grillen.
Seither füttere ich 1-2mal im Monat eine Dose Heuschrecken.
Die Insekten sollten etwa zwei Stunden nach der Fütterung 'verbraucht' sein, dann hat man das richtige Maß gefunden.
Mein jungen Bartagamen haben Angst vor den Insekten
'So etwas gibt es nicht! Wie können
Insekten-fressende Tiere Angst vor ihrem Futter haben?' Das war die
Reaktion von Herrn Hauschild, als ich ihn auf dieses Problem ansprach. Das war
einleuchtend, aber es gibt Echsen, die Angst haben! Ich selbst erlebte es bei
meiner ersten Nachzucht Pogona vitt. und bei meinen semiadulten Leopardleguanen
(Gambelia w.).
Die Echsen ducken sich und verlassen panikartig die Gegend, wenn sie können.
Wenn sie keine Fluchtmöglichkeit haben, drücken sie sich in die Ecken oder in
Verstecke des Terrariums. Was macht man falsch? Wie kann man das Problem lösen?
Es ist nicht so schwierig! Zunächst stellt
sich die Frage nach der Art der Insekten und dann nach der Menge, die man in das
Terrarium gegeben hat.
Heimchen sind wuselig, flink, hüpfen und sie sind hektisch - junge Heimchen
noch mehr als ausgewachsene. Junge Grillen aber sind schon recht gemütlich,
obwohl sie auch flott herumlaufen. Dieses Verhalten irritiert die kleinen
Bartagamen und sie werden unruhig und ängstlich. Ich konnte auch beobachten,
daß sie es nicht mögen, wenn die Insekten sie mit ihren langen Fühlern
betasten. - sind dann auch noch zu viele Insekten im Terrarium, wissen die
Agamen nicht mehr, wohin sie fliehen sollen und es kommt zu Panik und Streß.
Vermutlich geben daher auch viele Bartagamenzüchter ihrem Nachwuchs die oben
erwähnten Wachsraupen ...
Die Lösung ist aber einfacher: man verzichtet auf kleine Heimchen und füttert während der ersten Lebenstage Fliegen!!! Die sind zu erjagen und nahrhaft genug. Sobald die Bartagamen das Jagen ein wenig geübt haben, kann man langsam junge Grillen geben und allmählich auch Heimchen zur Abwechslung anbieten (Grünfutter nicht vergessen).
Noch mal mein eindringlicher Appell:
Bitte niemals an Jungtiere Wachsraupen verfüttern, auch nicht, wenn andere Halter/Züchter dies befürworten! Es ist falsch !!!
Vitamine und Co.
Unsere Bartis benötigen für ein
gesundes Leben einige wichtige Vitamine und Mineralien. Diese erhalten sie durch
optimale Ernährung. Das reicht aber nicht aus und daher müssen wir diese
Spurenelemente ergänzen.
Dazu bietet der Handel verschiedene Präparate an. Für welches man sich
entscheidet, ist letztendlich nicht wichtig. Wichtig ist nur, daß man beachtet
wird, daß das Mittel für Reptilien geeignet ist. Ich verzichte hier auch auf
Namen oder Herstellerangaben (die vergesse ich eh immer). Meine Erfahrung dazu:
es gibt Pulver, die sehr fein sind und es gibt welche, die eher körnig sind.
Ich verwende lieber die feinen (Puder) Mittel, da sie an den Futtertieren besser
haften und sich auch im Wasser besser lösen.
Weiterhin erfuhr ich, daß es auch Präparate gibt, die man zu einem Brei
anmischt, der den Echsen dann gezielt verabreicht wird. Dieses Prinzip halte ich
für sehr umständlich, aber da muß wirklich jeder selber seine Lösung
finden.
Wie erwähnt, stäubt man die
Futterinsekten damit ein. Das ist relativ einfach zu machen: Insekten in eine
Dose, Pulver dazu, Dose leicht hin und her bewegen, die Insekten bedecken sich
mit dem Pulver und können verfüttert werden.
Bei Futtertiervorrat mache ich es
so, daß ich die Futterinsekten vorher sehr gut versorge: sie bekommen gesunde
Kost, also Kiwi, Kartoffeln, Zucchini oder Karotten und Kleintierfutter. Damit
nehmen sie bereits sehr wichtige Vitamine und Mineralien auf, die sie dann an
die Agamen weitergeben.
Weiter kann man die
Calciumversorgung der Bartagamen durch gelegentliche Gabe einer Babymaus sichern oder man
stellt eine Schale mit geriebener Sepia-Schale oder Vogelgrit in das Terrarium. Die
Kalkzugaben werden von den Agamen sehr gern gefressen.
Wer mehr zu Vitaminen wissen möchte, schaue doch bitte auf www.Terra-Magica.de unter Vitaminen nach. Dort ist ein ausführlicher Bericht zu finden, den ich nur empfehlen kann.
Wasser
Eine Schale mit frischem Trinkwasser gehört unbedingt in das Terrarium. Da die Bartagamen auch gern einmal durch das Wasser laufen, versandet es schnell und muß daher täglich erneuert werden!
Wie ist das mit dem Baden?
Die meisten Bartagamen baden sehr gern, aber nicht täglich - es sind ja keine Echsen, die am/im Wasser leben. Es hat sich gut bewährt, einmal pro Woche eine große Wasserschale in das Terrarium zu stellen. Die Schale sollte so groß sein, daß die Tiere ausgestreckt bequem Platz haben. Das Wasser muß warm sein und der Wasserstand sollte etwa 3-4 cm betragen. Niemals darf das Wasser so tief sein, daß ein Tier ertrinken könnte!
Bei mir hat es sich gut bewährt, einmal wöchentlich einen Badetag anzubieten. Ich füge dem Badewasser immer etwas von dem Vit.-Mineralstoff-Präparat hinzu, da die Bartagamen vor dem Bad immer erst ausgiebig trinken. Dieses Prinzip hat sich bei mir gut bewährt.
Jungtiere gehen nicht gern ins Wasser und ich würde ein Tier niemals dazu zwingen. Man kann ihnen von Zeit zu Zeit eine Badeschale anbieten. Wenn sie nicht mögen, sollte es ok sein. Eines Tages werden sie sich sicher ins Naß wagen. - Manche der Kleinen nehmen aber auch gern einmal ein Bad im Wassernapf...
Hinweis: stimmt die Luftfeuchtigkeit im Terrarium, so ist es Unsinn, die Bartagamen bei Häutungsschwierigkeiten zu einem Bad zu zwingen! Hier muß man der Ursache der Häutungsprobleme auf den Grund gehen und diese beseitigen. Meistens handelt es sich um einen Mangel an Vitamin A. Bei Unsicherheit ist ein erfahrener Tierarzt zu konsultieren.