| Auch die gesündeste Bartagame kann krank werden ... Was
dann? Wenn man bemerkt, daß das Tier sein Verhalten verändert, sollte man es
zunächst genauestens beobachten. Kann man sich die Veränderungen nicht
erklären, ist es immer ratsam, schnellstmöglich einen erfahrenen
Tierarzt aufzusuchen. Zum Tierarztbesuch notiert man sich die wichtigsten
Daten des Tieres (Alter, Geschlecht, Fressverhalten, Veränderungen). Diese
Notizen sind nützlich, da man oft durch die ganze Aufregung in der Praxis steht
und einem fallen die einfachsten Dinge nicht mehr ein ...
Grundsätzlich sollte man lieber früher als zu spät einen Tierarzt aufsuchen, da die Echsen häufig erst spät zu erkennen geben, daß ihnen etwas fehlt. Ein Herauszögern durch uns Halter kann daher leicht zum Ableben des Tieres führen. Es schadet auch nicht, sich über diverse rechtzeitig Krankheiten zu informieren. Mit rechtzeitig meine ich: bevor ein Tier krank wird! Es gibt zu diesem Thema verschiedene Literatur, zum Beispiel das Buch von Köhler 'Krankheiten der Amphibien und Reptilien'. Dieses Buch ist zwar nicht ganz billig, aber es wird auch von den Tierärzten zur Notversorgung immer wieder zu Rate gezogen (im Notfall also mitnehmen, wenn der 'Tierarzt um die Ecke' helfen muß). |
|
|
Fressunlust und Abmagerung |
|
| Bartagamen sind gar nicht so anspruchslos,
wie es immer heißt. Auf gewisse Dinge muß man auch bei ihnen täglich achten.
Dazu gehört auch das Fressen. - Das hört sich komisch an, aber die Praxis
zeigt, daß es immer wieder Unklarheiten zu diesem Thema gibt. Will ein Tier nicht fressen, kann dies viele Gründe haben. Die genaue Diagnose kann auch hier nur ein Tierarzt stellen. Wir sollten aber dennoch darauf achten, was wir füttern. |
Ist evtl. der Anteil an angebotener pflanzlicher Kost zu hoch? Viele Bartagamen fressen zu etwa 30% pflanzliche und zu 70% tierische Kost. Das ist aber von Tier zu Tier unterschiedlich. Bleibt Grünfutter im Napf, hat man sicher zuviel gefüttert, ist das Grüne sofort alle, kann man den Anteil erhöhen. Natürlich muß der Futterbedarf mit Insekten ergänzt werden.
Ist das angebotene Futter abwechslungsreich genug? Auch hier gilt das eben gesagte, man soll aber zusätzlich auf einen abwechslungsreichen Speiseplan achten. Täglich Grillen und Eisbergsalat macht die Tiere nicht gerade glücklich - oder wollen wir jeden Tag Bratkartoffeln? Es gibt div. Obst-, Gemüse- und Kräutersorten, die wir variieren können, genauso verhält es sich mit dem Angebot an Insekten.
Füttern wir genug? Die
Futtermenge ist ebenfalls wichtig. Man muß durch gezieltes Beobachten
feststellen, wann die Tiere satt sind. In diesem Zusammen hang nochmals der
Hinweis: Bartagamen sind täglich zu füttern!
Ja, Bartagamen sind Vielfrasse!!! Neben den Halsbandleguanen zählen sie zu
den stärksten Fressern unter den Terrarientieren. Das ist auch ein Grund
dafür, daß die Bartis häufig unterernährt sind - sie werden ihren
Besitzern zu teuer in der Unterhaltung ...
Wenn ein Tier bereits stark abgemagert ist, sollte man ihm beste Kost, angereichert mit Vitaminen und Calcium geben. Beste Kost ist 1a Grünes und (je nach Größe der Agame) Heuschrecken oder Grillen/Heimchen, die ebenfalls bestens ernährt wurden. Stellt sich nicht innerhalb von 4-5 Tagen eine deutliche Verbesserung des Zustandes ein, bitte umgehend einen Tierarzt aufsuchen!
Nekrose, abgestorbene Gliedmaßen
Grob erklärt: Nekrose ist eine Krankheit,
die aufgrund mangelnder Durchblutung von Gewebe entsteht und dadurch zum
Absterben dieses Gewebes führt. Ursache hierfür ist meistens eine
unvollständige Häutung. Bei schlechter Häutung des Tieres bleiben
hauptsächlich an den Zehen oder/und am Schwanz Hautreste hängen, die das
Gewebe darunter abschnüren.
Wird diese Haut nicht manuell entfernt, führen die Abschnürungen zum Absterben
des Gewebes und somit zum Verlust der Gliedmaße oder des Schwanzes. Das
befallene Gewebe wird durch die Gifte die diese Entzündung bildet, 'nekrotisch'
(ist sehr laienhaft erklärt, aber es dürfte zum Verständnis reichen). Diese
Art Entzündung wandert weiter in gesundes Gewebe, wenn nichts unternommen wird.
Bildet sich also eine Nekrose, muß schnellstens ein Tierarzt
das betroffene Glied (Zehe, Schwanz) amputieren. Dabei wird der Tierarzt immer
einen kleinen Teil der gesunden Gliedmaße mit entfernen, um eben diesem Wandern
entgegenzuwirken.
Es kommt auch vor, daß der abgestorbene Körperteil von allein abfällt. In
diesem Fall muß die Sache aufmerksam beobachtet werden, damit man sicher sein
kann, daß die Nekrose nicht bereits auf gesundes Gewebe übergegangen ist und
sich somit weiter im Körper ausbreitet. Im schlimmsten Fall verliert man ein
erkranktes Tier.
Bei Bartagamen ist dies alles aber äußerst selten, da sie nicht zu Häutungsproblemen neigen! Es kann allerdings bei unbehandelten Bißverletzungen zu einer ähnlichen Krankheitsbildung kommen, die auf gleiche Weise behandelt werden muß.
Das Nekrose durch zu hohe Temperaturen im Terrarium entsteht, ist absoluter Blödsinn !!!
Milben und ähnliche Plagegeister
Mit dem Kauf einer Bartagame kann es
passieren, daß man sich u.a. auch Milben einhandelt. Es handelt sich bei ihnen
in den meisten Fällen um Blutmilben. Es sind kleine rote Viecher, die
sich unter den Schuppen verkriechen und erst abends zum Vorschein kommen, wenn
die Beleuchtung des Terrariums ausgeschaltet ist. Ich las einmal '... und ich
dachte bis dahin, meine Bartagamen hätten einen so schönen roten Schimmer
...' Das ist kein Satz zum Lachen, sondern die Realität. Wie soll ein
Einsteiger wissen oder gar erkennen, daß sein Tier von Tausenden von
Spinnentierchen befallen ist?
Was kann man tun? Nun, jeder hat da sicher seine eigene Methode. Ob mit der chemischen
Keule oder mit Hausmitteln, ich würde mir einen Rat beim Tierarzt holen.
Erfolgreich soll aber sein: die Bartagame täglich baden und dabei mit einer
Bürste gründlich abwaschen - ich selbst hatte noch keine befallenen Bartagamen
und daher nichts dazu sagen.
Grundsätzlich empfiehlt es sich, von neu erworbenen Tieren eine Kotuntersuchung machen zu lassen. Die Kotprobe kann auch jeder 'normale' Tierarzt durchführen. Man erfährt dann, ob das Tier irgendwelche Parasiten oder Schmarotzer beherbergt und kann mit Unterstützung des Tierarztes oder des oben genannten Buches entsprechende Maßnahmen einleiten.
Milben, wie wir sie von andren
Terrarienbewohnern kennen (die kleinen weißen) werden den Bartagamen nicht zu
Leibe rücken, denn sie mögen das trockene Klima im Terrarium nicht.
Vorausgesetzt, man beläßt die Bartagamen in ihrem Terrarium und trägt sie nicht
überall mit hin ...
Häutungsprobleme
Um hier das richtige Maß zu finden, sollte man sich den Rat eines erfahrenen Tierarztes einholen. Auf Experimente ist zu verzichten, da es leicht das Leben des Tieres kosten kann.
Stimmt die Luftfeuchtigkeit im Terrarium, so ist es Unsinn, die Bartagamen bei Häutungsschwierigkeiten zu einem Bad zu zwingen! Hier muß man der Ursache der Häutungsprobleme auf den Grund gehen und diese beseitigen. Meistens handelt es sich um einen Mangel an Vitamin A. Bei Unsicherheit ist ein erfahrener Tierarzt zu konsultieren.