FAQ


Krankheiten


Fieber Auch die gesündeste Bartagame kann krank werden ... Was dann? Wenn man bemerkt, daß das Tier sein Verhalten verändert, sollte man es zunächst genauestens beobachten. Kann man sich die Veränderungen nicht erklären, ist es immer ratsam, schnellstmöglich einen erfahrenen Tierarzt aufzusuchen. Zum Tierarztbesuch notiert man sich die wichtigsten Daten des Tieres (Alter, Geschlecht, Fressverhalten, Veränderungen). Diese Notizen sind nützlich, da man oft durch die ganze Aufregung in der Praxis steht und einem fallen die einfachsten Dinge nicht mehr ein ...

Grundsätzlich sollte man lieber früher als zu spät einen Tierarzt aufsuchen, da die Echsen häufig erst spät zu erkennen geben, daß ihnen etwas fehlt. Ein Herauszögern durch uns Halter kann daher leicht zum Ableben des Tieres führen.

Es schadet auch nicht, sich über diverse rechtzeitig Krankheiten zu informieren. Mit rechtzeitig meine ich: bevor ein Tier krank wird! Es gibt zu diesem Thema verschiedene Literatur, zum Beispiel das Buch von Köhler 'Krankheiten der Amphibien und Reptilien'.  Dieses Buch ist zwar nicht ganz billig, aber es wird auch von den Tierärzten zur Notversorgung immer wieder zu Rate gezogen (im Notfall also mitnehmen, wenn der 'Tierarzt um die Ecke' helfen muß).

Fressunlust  und Abmagerung

Bartagamen sind gar nicht so anspruchslos, wie es immer heißt. Auf gewisse Dinge muß man auch bei ihnen täglich achten. Dazu gehört auch das Fressen. - Das hört sich komisch an, aber die Praxis zeigt, daß es immer wieder Unklarheiten zu diesem Thema gibt.
Will ein Tier nicht fressen, kann dies viele Gründe haben. Die genaue Diagnose kann auch hier nur ein Tierarzt stellen. Wir sollten aber dennoch darauf achten, was wir füttern. 

Wenn ein Tier bereits stark abgemagert ist, sollte man ihm beste Kost, angereichert mit Vitaminen und Calcium geben. Beste Kost ist 1a Grünes und (je nach Größe der Agame) Heuschrecken oder Grillen/Heimchen, die ebenfalls bestens ernährt wurden. Stellt sich nicht innerhalb von 4-5 Tagen eine deutliche Verbesserung des Zustandes ein, bitte umgehend einen Tierarzt aufsuchen!

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Nekrose, abgestorbene Gliedmaßen

Grob erklärt: Nekrose ist eine Krankheit, die aufgrund mangelnder Durchblutung von Gewebe entsteht und dadurch zum Absterben dieses Gewebes führt. Ursache hierfür ist meistens eine unvollständige Häutung. Bei schlechter Häutung des Tieres bleiben hauptsächlich an den Zehen oder/und am Schwanz Hautreste hängen, die das Gewebe darunter abschnüren. 
Wird diese Haut nicht manuell entfernt, führen die Abschnürungen zum Absterben des Gewebes und somit zum Verlust der Gliedmaße oder des Schwanzes. Das befallene Gewebe wird durch die Gifte die diese Entzündung bildet, 'nekrotisch' (ist sehr laienhaft erklärt, aber es dürfte zum Verständnis reichen). Diese Art Entzündung wandert weiter in gesundes Gewebe, wenn nichts unternommen wird. Bildet sich also eine Nekrose, muß schnellstens ein Tierarzt das betroffene Glied (Zehe, Schwanz) amputieren. Dabei wird der Tierarzt immer einen kleinen Teil der gesunden Gliedmaße mit entfernen, um eben diesem Wandern entgegenzuwirken.
Es kommt auch vor, daß der abgestorbene Körperteil von allein abfällt. In diesem Fall muß die Sache aufmerksam beobachtet werden, damit man sicher sein kann, daß die Nekrose nicht bereits auf gesundes Gewebe übergegangen ist und sich somit weiter im Körper ausbreitet. Im schlimmsten Fall verliert man ein erkranktes Tier.

Bei Bartagamen ist dies alles aber äußerst selten, da sie nicht zu Häutungsproblemen neigen! Es kann allerdings bei unbehandelten Bißverletzungen zu einer ähnlichen Krankheitsbildung kommen, die auf gleiche Weise behandelt werden muß.

Das Nekrose durch zu hohe Temperaturen im Terrarium entsteht, ist absoluter Blödsinn !!!

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Milben und ähnliche Plagegeister

Mit dem Kauf einer Bartagame kann es passieren, daß man sich u.a. auch Milben einhandelt. Es handelt sich bei ihnen in den meisten Fällen um Blutmilben. Es sind kleine rote Viecher, die sich unter den Schuppen verkriechen und erst abends zum Vorschein kommen, wenn die Beleuchtung des Terrariums ausgeschaltet ist. Ich las einmal '... und ich dachte bis dahin, meine Bartagamen hätten einen so schönen roten Schimmer ...' Das ist kein Satz zum Lachen, sondern die Realität. Wie soll ein Einsteiger wissen oder gar erkennen, daß sein Tier von Tausenden von Spinnentierchen befallen ist? 
Was kann man tun? Nun, jeder hat da sicher seine eigene Methode. Ob mit der chemischen Keule oder mit Hausmitteln, ich würde mir einen Rat beim Tierarzt holen. Erfolgreich soll aber sein: die Bartagame täglich baden und dabei mit einer Bürste gründlich abwaschen - ich selbst hatte noch keine befallenen Bartagamen und daher nichts dazu sagen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, von neu erworbenen Tieren eine Kotuntersuchung machen zu lassen. Die Kotprobe kann auch jeder 'normale' Tierarzt durchführen. Man erfährt dann, ob das Tier irgendwelche Parasiten oder Schmarotzer beherbergt und kann mit Unterstützung des Tierarztes oder des oben genannten Buches entsprechende Maßnahmen einleiten.

Milben, wie wir sie von andren Terrarienbewohnern kennen (die kleinen weißen) werden den Bartagamen nicht zu Leibe rücken, denn sie mögen das trockene Klima im Terrarium nicht.
Vorausgesetzt, man beläßt die Bartagamen in ihrem Terrarium und trägt sie nicht überall mit hin ...

Häutungsprobleme

Bartagame Andreas Boesch

Im Regelfall häuten sich die Bartagamen absolut problemlos. Bei Jungtieren kann es vorkommen, daß die Hautreste an den Zehen hängen bleiben. Dann hilft man nach, indem man die losen Hautfetzen mit einer (stumpfen) Pinzette vorsichtig in Richtung der Krallen abzieht.

Kommt es zu schlechter Häutung muß zunächst das Terrarium überprüft werden. Stimmt die Luftfeuchtigkeit? Wird abends das Terrarium ausgesprüht? Haben die Tiere die Möglichkeit, von Zeit zu Zeit in eine Wasserschale zu klettern? - Stimmt all dies und kommt es dennoch zu Schwierigkeiten, dann liegt es meistens an unzureichender Aufnahme von Vitamin A. 

Die Bartagame hat Probleme, 
Kopf und Schwanz zu häuten
Dieses Vitamin unterstützt die Neubildung der Haut und auch die Lösung der alten Hautschicht. - Die Gabe von zuviel Vitamin A führt jedoch dazu, daß Echsen in eine Art Dauerhäutung geraten. Dies wiederum ist eine starke Belastung für den Kreislauf und mindestens so schädlich wie schlechte Vitamin-Versorgung.

Um hier das richtige Maß zu finden, sollte man sich den Rat eines erfahrenen Tierarztes einholen. Auf Experimente ist zu verzichten, da es leicht das Leben des Tieres kosten kann.

Stimmt die Luftfeuchtigkeit im Terrarium, so ist es Unsinn, die Bartagamen bei Häutungsschwierigkeiten zu einem Bad zu zwingen! Hier muß man der Ursache der Häutungsprobleme auf den Grund gehen und diese beseitigen. Meistens handelt es sich um einen Mangel an Vitamin A. Bei Unsicherheit ist ein erfahrener Tierarzt zu konsultieren.

 

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© R.Kohlmeyer 2000 - 2001

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