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12000 km durch Down Under (Seite 5)
Reisebericht von Peter M. Müller


Kopieren, auch auszugsweise, nicht gestattet

 

Von Cape Bridgewater aus führte unser Weg nun gen Norden und somit langsam aber sicher in wärmere Gefilde. Nachdem wir Victoria verlassen hatten, führte uns der Hwy in South Australia an Kingston SE vorbei durch den Coorong NP nach Salt Creek. Im Coorong NP findet sich ein salzhaltiger Binnensee, dessen Salzgehalt dreimal so hoch wie der des Meeres ist. An diesem Binnensee findet sich die größte Pelikankolonie der einzigen in Australien beheimateten Pelikanart, dem Brillenpelikan (Australian Pelican, Pelecanus conspicillatus). Insgesamt sind im NP rund 240 verschiedene Arten Vögel registriert. Über den Lakes Nature Trail, einem Naturlehrpfad, erhält man in rund zwei Stunden einen guten Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Parks.

Über Adelaide fuhren wir in das im Copper Triangle (einem Kupfer-Bergbaugebiet) gelegene Kadina. In Kadina können verschiedene stillgelegte Bergwerke besichtigt werden.

Bei unserer Abfahrt aus Kadina erhielten wir ein Abschiedsgeschenk: eine Tannenzapfenechse (Sleepy Lizard oder Shingleback, Tiliqua (Trachydosaurus) rugosus), die gerade dabei war den Hwy zu überqueren und dabei tapfer jedes vorbeifahrende Auto androhte.

 

Tannenzapfenechse oder Shingle-Back (Tiliqua (Trachydosaurus) rugosus) auf dem Randstreifen des Hwy, Kadina, SA 
(Foto: P.M. Müller)

Über Port Pierie fuhren wir nach Port Augusta weiter, um von dort über den Pichi Richi Pass zu dem in den Flinders Ranges NP gelegenen Wilpena zu fahren. Die Flinders Ranges stellen eine der ältesten Landschaften der Erde dar. Das Gebiet wurde bereits vor 12000 Jahren von den Aborigines besiedelt. Die Ureinwohner gewannen in den Flinders Ranges den für ihre Kunst und Mythologie wichtigen Farbstoff Ocker. Hier wurden wir das erste mal mit Temperaturen von über 40 °C bedacht, die allerdings durch die für Europäer vergleichsweise geringe relative Luftfeuchtigkeit gut verträglich sind.

Auf dem Weg nach Wilpena sahen wir einen mehrere hundert Tiere umfassenden Schwarm Gelbhaubenkakadus (Sulphur-Crested Cakatoo, Cacatua g. galerita), in dem auch einzelne Rosakakadus (Galah, Elophus r. roseicapillus) mitflogen.

  Im Schwarm fliegende Gelbhaubenkakadus (Cacatua g.galerita),
Flinders Ranges NP, SA  (Foto: P.M. Müller)

Kurze Zeit darauf überquerten unmittelbar vor unserem Auto vier Emus (Dromaius novaehollandie) die Straße. Die Emus ließen sich durch uns nicht weiter stören. Selbst als wir anhielten und unseren Camper verließen, erweckten sie nicht den Eindruck, als ob unsere Anwesenheit sie stören würde. Uns keines Blickes würdigend setzten sie ihren Weg fort.
Die Straße führt immer wieder durch trocken liegende Flußbetten mit Prallhängen von mehreren Metern Höhe, die das Gefühl für die Wassermengen vermitteln, die sich nach Regenfällen über das Land wälzen. An der Straße stehen in den wassergefährdeten Bereichen Meßlatten, die nach Regenfällen ein Ablesen der Wassertiefe ermöglichen. Autofahrer können so abschätzen, ob die Straße noch passierbar ist.

 

  Trocken liegendes Flußbett im Gebiet des Flinders Range NP, SA
(Foto: P.M. Müller)


In Wilpena fanden wir nochmals Rosakakadus in größerer Anzahl vor. Insgesamt sind Galahs in diesem Teil Australiens weit verbreitet und sehr häufig anzutreffen. Stellenweise treten diese hübschen Kakadus so gehäuft auf, daß sie von den australischen Farmern abgeschossen oder mit riesigen Netzen gefangen werden, da die Farmer Angst um ihre Saat haben. Für uns war es immer ein besonderes Erlebnis, unseren Camper für die Nacht unter dem Schlafbaum eines Kakaduschwarms abzustellen und abends den Geräuschen der Vögel zu lauschen.
Auch Greifvögel sind oft anzutreffen. Hierbei handelt es sich überwiegend um Wanderfalken (Peregrine Falcon, Falco peregrinus), Graubartfalken (Australian Kestrel, Falco cenchroides) und Keilschwanzadler (Wedge-Tailed Eagle, Aquila audax).

 

Von Wilpena fuhren wir nach Port Augusta zurück, wo wir nach der obligatorischen Suche nach Reptilien bei bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein an der Fitzgerald Bay den Sonnenuntergang genossen. In der Region von Port Augusta können mit ein bißchen Glück Agamen der Gattungen Ctenophorus, Moloch, Pogona, Tympanocryptis, Warane der Art Varanus gouldii und Skinke der Gattungen Ctenotus, Cyclodomorphus, Eremiascincus, Hemiergis, Lerista, Menetia, Morethia und Tiliqua sowie nach Einbruch der Dämmerung Geckos der Gattungen Heteronotia, Diplodactylus, Rhynchoedura und Underwoodisaurus entdeckt werden.

Von Port Augusta ging es über Woomera und Glendabo nach Coober Pedy. Unterwegs besuchten wir unser erstes Roadhaus, eine Art Tankstelle mit integriertem Pub sowie einem kleinen Lädchen.
Später fanden wir auf einem Rest Area (ein ausgewiesener Parkplatz, meist ohne Infrastruktur) am Stuart Hwy unsere ersten Taubagamen (Tympanocryptis sp.). Sie waren in großer Individuenzahl vertreten, nur war es schwierig ihrer habhaft zu werden. Sie waren so scheu, daß sie bei der kleinsten Störung in das nächste Gebüsch entschwanden.

Je weiter wir nun in das Outback vordrangen, desto häufiger sahen wir auch Warane, die sich auf dem Asphalt des Hwy sonnten. Sie ließen sich nicht von vorbeifahrenden Autos stören. Sobald jedoch ein Auto anhielt, rannten die Warane davon.

Ctenosaurus leonhardii auf einem Rest Area am Stuart Hwy
zwischen Tent Hill und Lake Gardener, SA  (Foto: P.M. Müller)
 
Salzsee, Lake Gardener, Stuart Hwy, SA  (Foto: P.M. Müller)
Sukkulenten am Stuart Hwy, SA  (Foto: P.M. Müller)  

Rest Area am Stuart Hwy, SA  (Foto: P.M. Müller) Der Autor in zweckmäßiger Outback-Bekleidung

Pflanzenbewuchs, Rest Area, Stuart Hwy, SA 
(Foto: P.M. Müller)
Kürbis -- eine typische Nahrung der Kakadus,
Stuart Hwy, SA  (Foto: P.M. Müller)
Taubagame (Tympanocryptis sp.), Rest Area,
Stuart Hwy, SA  (Foto: P.M. Müller)


 

 

 

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© P.M.Müller und R.Kohlmeyer  03-04/2005

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